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13. Februar 2001 | Feuerwehr und Sanitätspolizei
Medienmitteilungsnummer 47

Die Stadtpolizei Bern teilt mit:

Sicherheitsbilanz 2000: Straftaten erneut rückläufig

Allgemeine Bemerkungen

pid. Im vergangenen Jahr haben die angezeigten Straftaten zum dritten Mal in Folge abgenommen. Insgesamt wurden im Jahr 2000 19'932 strafbare Handlungen bei der Stadtpolizei Bern angezeigt, im Vergleich zu 20'462 Anzeigen im Jahr 1999. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr beträgt somit ca. 2,6%. Die Gesamtschadenssumme beläuft sich auf 22 Mio Franken, davon entfallen 17 Mio auf Vermögensdelikte, 3 Mio auf Gebäudeschäden und 2 Mio auf Mobiliarschäden.

Bereich Leib und Leben

Im Jahr 2000 war wiederum kein vollendetes Tötungsdelikt zu verzeichnen. Auch die Zahl der Tötungsversuche blieb praktisch gleich (5 versuchte Tötungen gegenüber 4 im Vorjahr). Gesamthaft hat die Zahl der Delikte gegen Leib und Leben aber um 15% zugenommen. Für diesen Anstieg verantwortlich ist der Bereich der Körperverletzungen, bei dem eine Zunahme von 42% festzustellen ist. Bei den Tätlichkeiten ist hingegen ein leichter Rückgang um 4% zu beobachten. Der Trend zur steigenden Gewaltbereitschaft hat somit auch im Jahr 2000 angehalten.

Vermögensdelikte

Nach wie vor entfallen die meisten Anzeigen auf den Bereich der Vermögensdelikte, nämlich rund 47% (ohne Fahrzeugdiebstahl). Die Gesamtzahl der Vermögensdelikte ist gegenüber dem Vorjahr um 7% zurückgegangen. Die Abnahme äussert sich insbesondere beim einfachen Diebstahl (-10%), beim Einbruchdiebstahl (-5%) und beim Entreissdiebstahl (-11%).
Auch beim Fahrzeugdiebstahl ist die Tendenz rückläufig (-5%), bei den Sachbeschädigungen fallen die Werte um 8%.

Andererseits sind die Raubdelikte gegenüber dem Vorjahr um 6% gestiegen und auch bei der Hehlerei und beim Betrug ist eine Zunahme (+11% resp. +37%) festzustellen.

Betäubungsmitteldelikte

Im Bereich der Betäubungsmitteldelikte wurden im Jahr 2000 insgesamt 3894 Straftaten angezeigt (gegenüber 3776 Straftaten im Jahr 1999), d.h. 3% mehr als im Vorjahr. Auf die Betäubungsmitteldelikte entfallen damit 19,5% aller Strafanzeigen. Ca. 30% der Betäubungsmittelanzeigen wurden wegen Handel und Konsum von Haschisch und Marihuana erstellt.

44% der angezeigten Personen im Betäubungsmittelbereich waren ausländischer Herkunft. Der Anteil von Schweizerbürgern, die wegen Betäubungsmitteldelikten verzeigt wurden, hat im Vergleich zu 1999 um 10% abgenommen. Die Zahl von 13 Drogentoten ist zwar höher als 1999 (10), liegt aber immer noch im Schnitt der letzten 5 Jahre.

Folgende Mengen an Drogen wurden im Jahr 2000 sichergestellt: 296 kg Marihuana (Vorjahr 55), 6.5 kg Haschisch (9), 9.6 kg Heroin (8.4), 4 kg Kokain (2), 122 Trips LSD (4), 94 Dosen Methadon (283), 2817 Stück Ecstasy (777), 940 Stück Rohypnol, 4 kg Amphetamine/Speed und 550 Stück Methamphetamine (Thai-Pillen).

Ergänzende Anmerkungen zu einzelnen Bereichen

Im Bereich Brände und Explosionen war eine Abnahme bei den Brandstiftungen und den Fahrzeugbränden festzustellen, während die Sachbeschädigungen durch Feuer, hauptsächlich motiviert durch Vandalismus, zunahmen. Auch die Anzahl der Entschärfungseinsätze wegen Bombenalarm nahm wiederum zu.

Im zusehends organisierten Rotlichtmilieu wurden zahlreiche zusätzliche Salonkontrollen durchgeführt. Ebenfalls verstärkt wurde die Ermittlungstätigkeit im Bereich der Pornographie, wo sich das Internet als Verbreitungsplattform weiterhin steigender Beliebtheit erfreut.

Zur Vorbeugung der Jugendkriminalität wurde intensive Öffentlichkeits- und Präventionsarbeit geleistet. Die Gewalt an Schulen und unter Jugendlichen hat gesamthaft gesehen nicht zugenommen, eigentliche Bandenbildungen konnten nicht festgestellt werden.

Bei einer vertieften Analyse des Diebstahlsbereichs kann festgestellt werden, dass im Jahr 2000 deutlich mehr Einschleichediebstähle zu verzeichnen waren, während die Einbruchdiebstähle in Gebäude praktisch gleich geblieben sind und die Einbruchdiebstähle in Personenwagen spürbar abnahmen. Im vergangenen Jahr waren zudem überdurchschnittlich viele Einbruchserien zu verzeichnen. Weiterhin aktuell ist die Beschaffungskriminalität, welche vor allem in der Innenstadt ihren Niederschlag fand.

Aus der Auswertung der Kriminalanalysestelle geht hervor, dass die Stadt Bern wiederum von Zigeunergruppierungen heimgesucht wurde, jedoch in geringerem Umfang als in den Vorjahren. Vom nationalen Kriminalitätsproblem der Rumänenbanden war die Stadt Bern nur vereinzelt betroffen, weitgehend verschont blieb sie von den sowohl in der Polizeiregion Nordwestschweiz als auch in der gesamten Schweiz aufgetretenen Dämmerungseinbrüchen.
Der Drogenhandel in der Stadt Bern wird weiterhin durch strukturierte und gut organisierte Albaner, Schwarzafrikaner und Libanesen mit Asylstatus dominiert. Eine Ausbreitung oder Vergrösserung der Szene konnte verhindert werden, die albanischen Heroindealer wurden aus der Gassenszene verdrängt. Sie sind aber nicht gänzlich verschwunden, sondern halten sich nun vermehrt in den Aussenquartieren auf, von wo aus sie das Heroin über drogensüchtige Schweizerbürger wieder auf die Gasse bringen. Die Preise für Heroin und Kokain sind gegenüber dem Vorjahr leicht angestiegen, die Anzahl der Konsumenten blieb ungefähr gleich. Im Rahmen von umfangreichen Ermittlungsverfahren wurden zahlreiche Anhaltungen und Verhaftungen vorgenommen, bei denen beträchtliche Mengen von Drogen sichergestellt werden konnten.

Im Bereich der synthetischen Drogen hat sich die Situation verschärft. Dabei ist insbesondere die Verbreitung der sog. Thai-Pillen stark zunehmend. Nicht zu vernachlässigen sind Handel und Konsum von Ecstasy und von Amphetaminen. Trotz diversen Kontrollen und Beschlagnahmungen ist auch beim Verkauf von Hanf kein Rückgang festzustellen.

In kriminaltechnischer Hinsicht ist besonders erwähnenswert, dass die Stadtpolizei Bern die ersten beiden Treffer in der DNA-Datenbank des Bundes verzeichnen konnte. Die bei zwei Einbrüchen in der Stadt Bern sichergestellten DNA-Tatortspuren stimmten mit dem in anderem Zusammenhang abgenommenen DNA-Profil von zwei Personen überein.

Polizeikommando der Stadt Bern

Notiz zu Handen der Redaktionen
Für weitere Informationen steht Ihnen Herr Michael Kläy, Chef der Kriminalpolizei, heute Dienstag Nachmittag, zwischen 14.00 und 16.00 Uhr, zur Verfügung.(Telefon 031/321'42'10)

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Datei PDF documentKriminalstatistik 2000 in Zahlen 25.10.2015 41.1 KB

fm

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