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17. Mai 1999 | Gemeinderat, Direktionen

Tierpark Dählhölzli: Stand am 5. Tag des Jahrhundert-Hochwassers

pbd. Nachdem der Aare-Wasserstand über Sonntag etwas gesunken ist, kann im Tierpark Dählhölzli Bern eine kurze Konsolidierungsphase eingeschaltet und Bilanz gezogen werden. Die Tierparkverwaltung zieht diese Bilanz wie folgt:

Seit Dienstag letzter Woche wurden in erster Priorität Tiere vor den Wassermassen gerettet, teils von Hand gefangen, teils durch Schleusen getrieben, teils in Narkose gelegt und umplaziert. Im einzelnen waren dies:

2 Weissnackenkraniche, 38 Flamingos, 8 Pelikane, 6 Alpakas, 8 Ponys, 2 Esel, 14 Zwergziegen, 4 Schafe, 8 Wasserschweine, 19 Nutrias, 6 Minipigs, 12 Hühner, 10 Kaninchen, 30 Meerschweinchen, 1 Känguruh und 9 Wisente. - Durch das Umplazieren von Tieren gelang es, Gehege für Neuankömmlinge freizuräumen oder es wurden Tiere vergesellschaftet (Elch-Wasserschwein, Alpaka-Mufflon); die Wisente stehen im Steinbockgehege, die Pelikane, deren Unterbringung die grössten Sorgen bereitet, mussten aus ihrem provisorischen Gehege im Oekonomiegebäude in die Aussenweiher beim Vivarium umgesiedelt werden.

Leider gibt es auch Verluste zu beklagen, so 1 Känguruh, 1 Meerschweinchen, verschiedene Biberjungtiere und 3 Flamingoküken. Ein Biberpaar und zahlreiche Enten und Gänse aus der Weiheranlage schwimmen frei in der hochgehenden Aare, bleiben aber zum Glück mehr oder weniger standorttreu.

Das Futter für die Tiere konnte grossmehrheitlich in Sicherheit gebracht werden.

Die bislang feststellbaren materiellen Schäden sind enorm und bewegen sich vermutlich in zweistelliger Millionenhöhe. Das vollgelaufene Oekonomiegebäude ist von Heizung und Elektroversorgung abgekoppelt; derzeit werden die Keller leergepumpt um Maschinen und Gerätschaften zu räumen und auszulagern. Der Kinderzoo ist schlammbedeckt. Der Wendeplatz steht noch immer 70 cm unter Wasser. Das Restaurant ist bis zum Erdgeschoss unter Wasser. Das grösste Ausmass der Verwüstung zeigt sich beim Weiherbereich. Dort fliesst die Aare mit voller Strömung etwa 1,5 m hoch über die Anlagen. Zäune, Tore, Geländer u.a.m. sind ausgerissen, umgeknickt und zum Teil weggeschwemmt. Vom ehemaligen Flamingohaus schaut nur noch die Spitze aus dem Wasser. Das Rehhaus steht hüfthoch unter Wasser. Rund 25 000 Quadratmeter Gehege sind überflutet. Den Dalmazibach gibt es zurzeit gar nicht mehr. Der Aareuferweg ist an mehreren Stellen eingebrochen.

Das Tierparkteam arbeitet für seine Tiere rund um die Uhr bis an den Rand der Erschöpfung; es wird von den Einsatzkräften beispielhaft unterstützt. Verschiedene Gemeinderatsmitglieder haben sich vor Ort über die Schadenslage informieren lassen.

Der Tierpark Dählhözli ist bereits heute und für die dereinstigen Wiederherstellungsarbeiten dringend auf Spenden angewiesen. Diese können auf das folgende Konto überwiesen werden:

Gabus Fonds, Kennwort "Pelikane"
Stadtkasse Bern
Postcheckkonto 30-2800-5

Der Gabus Fonds steht ausschliesslich für den Tierpark zur Verfügung.

Die Tierparkverwaltung dankt der Bevölkerung und den Einsatzkräften für die Hilfe und Unterstützung.

Pressedienst der Stadt Bern

Weitere Informationen.

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