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16. Februar 2000 | Gemeinderat, Direktionen

Hochwasserschutz-Massnahmen an der Aare (2. Etappe)

Im Rahmen einer zweiten Etappe will der Gemeinderat verschiedene Hochwasserschutz-Massnahmen umsetzen. Er hat den hierfür nötigen Kreditantrag in der Höhe von 986'000 Franken an die Geschäftsprüfungskommission zuhanden Stadtrat weitergeleitet.

pdb. Das Aare-Hochwasser vom Mai 1999 führte in der Stadt Bern bekanntlich zu Schäden entlang der Ufer und zu grossen Geschiebeablagerungen, insbesondere im Schwellenmätteli. Die schadhaften Stellen müssen raschestmöglich saniert werden, damit ein Fortschreiten der Schäden während der Frühjahrs- und Sommerhochwasser in diesem Jahr verhindert werden kann. Für eine erste Etappe (Kiesentnahme im Schwellenmätteli), hatte der Gemeinderat im Januar 2000 einen Kredit von 273'000 Franken bewilligt.

Die zweite Etappe sieht nun die Ufersanierung oberhalb des Marzilibads und im "Hosenlupf" sowie die Erarbeitung eines Hochwasserschutzkonzepts für die Stadt Bern vor. Die geplanten Arbeiten im Detail:

Ufersanierung Marzli

Der Uferweg auf der linken Aareseite ist auf der Höhe des Gaswerkareals auf einer Länge von rund 50 Metern praktisch vollständig weggespült. Die Ufersanierung erfolgt im Sohlenbereich mit einem Blockteppich als Kolkschutz, der ab Arbeitsplanum direkt auf die Aaresohle verlegt wird. Im Böschungsbereich wird das Ufer durch Blocksatz gesichert, der oberhalb der Mittelwasserspiegellinie verdeckt als rückwärtiger Schutz vorgesehen ist. Aus Sicherheitsüberlegungen (Aareschwimmen) muss der Blockteppich mit Kies aus dem Schwellenmätteli überschüttet werden, was jedoch erst nach der Schonzeit der Fische bei tiefem Wasserstand möglich ist. Die Erstellung des Arbeitsplanums bedingt den Abtrag und Abbruch des restlichen Uferwegs mit der alten Betonmauer längs dem Areal der Gas-, Wasser- und Fernwärmeversorgung Bern (GWB). Der Aareweg wird, entsprechend zurückversetzt, wieder hergestellt.

Ufersanierung Hosenlupf (Felsenau)

Im Hosenlupf ist der Uferweg auf der linken Aareseite auf einer Länge von rund 35 Metern vollständig weggerissen. Es handelt sich dabei um einen reinen Böschungsanriss, eine Sohlenerosion fand nicht statt. Der beschädigte Teil soll hier mit ingenieurbiologischen Massnahmen gesichert und renaturiert werden. Der Aareweg wird auf einer Länge von rund 70 Metern zurückgesetzt.

Hochwasserschutzkonzept

Zwischen 1920 und 1959 gab es in der Stadt Bern drei Hochwasserereignisse mit einem Abfluss von über 400 Kubikmetern pro Sekunde. In den folgenden 40 Jahren, zwischen 1960 und 1999, führte die Aare jedoch 10 Mal Hochwasser. Abflüsse von 400 Kubikmetern pro Sekunde und mehr treten also in jüngerer Zeit immer häufiger auf. Aus heutiger Sicht ist zu erwarten, dass es auch in Zukunft zu Hochwasserereignissen mit Schadenfolge kommt. Aufgrund dieser Perspektiven soll nun ein Hochwasserschutzkonzept erarbeitet werden, das die vielschichtigen, teilweise komplexen und vernetzten Problemstellungen wirksame Schutzmassnahmen umsetzt. Abzustützen hat sich dieses Konzept auf die Ergebnisse der übergeordneten Abklärungen betreffend Geschiebehaushalt sowie die Abflüsse der Aare zwischen Thun und Bern.

Pressedienst der Stadt Bern

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