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19. Januar 2001 | Gemeinderat, Direktionen

In der Stadt Bern sollen die ökologisch wertvollsten Naturareale gesichert werden

Die Stadt Bern macht einen weiteren Schritt Richtung wirtschaftliche Ökostadt. Der Gemeinderat hat in seinem Beschluss vom 13. Dezember 2000 einen Schwerpunkt auf "Öko" gelegt, indem er die Direktion für Hochbau, Stadtgrün und Energie beauftragte, die wertvollsten Naturareale auf Stadtgebiet als Naturschutzgebiete auszuscheiden und die nötigen Grundlagen für eine Teilrevision des Nutzungszonenplans zu erarbeiten.

Seit Jahren fordern naturbewusste Einwohnerinnen und Einwohner den Schutz wertvoller Naturareale in der Stadt, beispielsweise für das Mündungsdelta des Gäbelbach oder für den Egelsee und dies nicht ohne Grund: Ökologisch vielfältige Naturareale in der Stadt sind wichtige Refugien für Tiere und Pflanzen. Wegen ihres naturnahen, ja manchmal urtümlichen Charakters stillen sie auch die Bedürfnisse der Stadtmenschen an die Erholung in freier Natur und leisten damit einen – oft unterschätzten – Beitrag an ein attraktives Wohnumfeld. Doch wie alle städtischen Grünanlagen müssen auch Naturareale unterhalten und ihre Tiere und Pflanzen vor schädlichen Erholungsaktivitäten und Eingriffen – beispielsweise Bauten - geschützt werden. Nun hat der Gemeinderat die Stadtgärtnerei als für Naturschutzbelange zuständige Verwaltungsabteilung mit der Erarbeitung der Grundlagen für eine Teilrevision des Nutzungszonenplans betraut. Sie wird diesen Auftrag unter der neuen Direktion für Hochbau, Stadtgrün und Energie, HSE, ausführen und unter Anderem die Grenzen für folgende künftige Naturschutzgebiete festlegen: Gäbelbach-Mündungsdelta, Egelsee (Osthälfte), Jorden (Weiher und Feuchtgebiet), Tongrube Rehhag, Aargauerstalden und Lehrgarten Lehrer- und Lehrerinnenseminar Marzili (Feuchtgebiet). In diesen Gebieten soll künftig die Natur vorrangige Bedeutung haben, jedoch unter Einbezug der Menschen. Die wertvollsten Lebensräume für Tiere und Pflanzen sollen als Kernräume von der Erholungsnutzung ausgenommen, die anderen Bereiche jedoch interessierten Besucherinnen und Besuchern näher gebracht werden, z. B. mit Führungen, Informationstafeln und Lehrpfaden. Letzteres bedeutet auch, dass in Einzelfällen die Zugänglichkeit zu den Gebieten verbessert werden soll. Wie dieses Ziel erreicht wird, zeigt der neue Uferweg im Gäbelbach-Mündungsdelta. Er führt bis nahe an den Natur-Kernbereich und gewährt vielfältige Einblicke ins Schutzgebiet. Informationstafeln weisen auf Sehenswertes hin. Bisherige Zugänge und Erholungsmöglichkeiten sollen erhalten bleiben. So wird z. B. beim Egelsee auch in Zukunft das Eislaufen und der Modellbootbetrieb möglich sein. Die Magerwiese Hintere Engehalde und das Gaswerkareal sollen trotz ihres hohen ökologischen Wertes keine Naturschutzgebiete werden, weil sie für die Erholungssuchenden grosse Bedeutung haben. Stattdessen werden diese Gebiete von der Freifläche a in die Zone zum Schutz des Stadt- und Landschaftsbildes SZa umgezont und damit deren Natur vor Überbauung oder zweckfremder Nutzung geschützt. In seinem Beschluss beauftragt der Gemeinderat die Direktion für Hochbau, Stadtgrün und Energie auch, die Gebiete zu pflegen. So löst er etwa im Gäbelbach-Mündungsdelta ein längst fälliges Sanierungsprogramm aus, für das jedoch noch finanzielle Mittel beschafft werden müssen. Mit der Ausscheidung der Areale im Rahmen einer Teilrevision des Nutzungszonenplans wird die Stadt eine neue Zone einführen: die Zone "Naturschutzgebiet". Da über Zonenänderungen abgestimmt werden muss, werden die Berner Stimmbürgerinnen und Stimmbürger dereinst darüber entscheiden, ob ihre Stadt Naturschutzgebiete erhalten soll. Bis es soweit ist, müssen verwaltungintern und nach aussen rechtliche, planerische und finanzielle Aspekte des Vorhabens bereinigt und aufeinander abgestimmt werden.

Stadtgärtnerei Bern

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