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20. Juni 2002 | Gemeinderat, Direktionen

Ideen für eine lebenswerte Untere Altstadt

Was braucht es, um die Gassen und Plätze der Unteren Altstadt für alle – Anwohnende, Arbeitende, Besuchende – attraktiver, wohnlicher und lebenswerter zu machen?

Die Direktion für Planung, Verkehr und Tiefbau (PVT) der Stadt Bern präsentiert jetzt in ihrem Bericht "Untere Altstadt – Konzept Gassen und Plätze" konkrete Ideen für Massnahmen, welche die Untere Altstadt diesem Ziel näher bringen. Mit der 2004 fälligen Sanierung von Gerechtigkeits- und Kramgasse will die Stadt die Gunst der Stunde nutzen und diese Gassen so umgestalten, dass die Untere Altstadt zum Flanieren und zur Begegnung einlädt. Ein Grossteil der dafür notwendigen baulichen und organisatorischen Anpassungen lässt sich zeitgleich mit der Gassensanierung und ohne wesentliche Mehrkosten realisieren.

Nicht verkehrsfrei, aber ruhiger

Die vorgelegten Ideen orientieren sich am Modell einer "Flanierzone", wie sie z.B. in Burgdorf bereits erfolgreich funktioniert. Dieses Modell, das seit 1.1.02 unter dem Begriff "Begegnungszone" im Strassenverkehrsrecht verankert ist, sieht als Kernpunkt Tempo 20 und Vortritt für den Fussverkehr vor. Auf dieser Basis werden für die Untere Altstadt eine Reihe von Massnahmen vorgeschlagen:

  • Für alle Haupt- und Nebengassen der Unteren Altstadt prüft die Stadt die flächendeckende Einführung einer Begegnungszone.
  • Der Stadtbach, der heute in der Kram- und Gerechtigkeitsgasse unter der Pflästerung verläuft, wird auf der ganzen Länge sichtbar gemacht und mit Gitterrosten abgedeckt.
  • Mit der Auslagerung der knapp 50 weiss markierten Parkfelder aus den Hauptgassen an die Peripherie der Unteren Altstadt (z.B. Rathaus-Parking, Nydeggasse) könnte eine maximale Fläche für den Güterumschlag und für das Flanieren freigehalten werden.
  • Die Gassen bleiben für den Privatverkehr zugänglich. Mit versenkbaren Pollern am Eingang der Hotelgasse wird aber der Durchgangsverkehr unterbunden.
  • Die Busse Nr. 12 und Nr. 30 verkehren weiterhin durch die Hauptgassen. Die Lage der Haltestellen Zytglogge und Nydegg wird optimiert.

Betroffene reden mit

Die Ideen für eine "Flanierzone Untere Altstadt" hat die Verwaltung nicht im stillen Kämmerlein ausgebrütet, sondern in einem breit angelegten partnerschaftlichen Verfahren erarbeitet. Im Projektteam unter der Führung des Stadtplanungs- und des Tiefbauamtes haben neben städtischen Amtsstellen wie Denkmalpflege und Stadtpolizei auch BERNMOBIL, der Verein "Bern Vision 2020" und die Vereinigten Altstadtleiste engagiert mitgewirkt. Um Lösungen zusammen mit den Betroffenen zu erarbeiten, lud die Stadt rund fünfzig Anwohnerinnen und Anwohner, Gewerbe- und Leistvertreter sowie Delegierte von Fach- und Schutzorganisationen zu sogenannten "Altstadt-Foren" ein. An drei Abendveranstaltungen hatten die Betroffenen Gelegenheit, Meinungen auszutauschen und ihre Anliegen ins Projekt einzubringen. Parallel dazu erarbeitete ein Expertenteam an mehreren Workshops die konkreten Lösungsvorschläge für die Gassen und Plätze der Unteren Altstadt.

Ermutigende Lichtblicke

Gemeinderat Alexander Tschäppät betonte an der Medienkonferenz, das Ziel einer attraktiveren Unteren Altstadt lasse sich nur erreichen, wenn die betroffenen Kreise nicht ihre Sonderinteressen ins Zentrum stellten, sondern mit Vernunft und Pragmatismus zu einer gemeinsamen Lösung zusammenfinden. Das heutige Gegeneinander gelte es durch ein Miteinander von Bus, Auto, Velos und Fussgänger zu ersetzen. Die Altstadt-Foren bezeichnete Tschäppät als ermutigenden Lichtblick: Sie hätten gezeigt, dass trotz divergierender Interessen mit ein wenig Toleranz Lösungen möglich seien. Er rief die Altstadt-Exponenten dazu auf, sich jetzt nicht in endlosen Streitereien um das Parkplatzregime gegenseitig zu blockieren, sondern auf eine für alle tragbare Kompromisslösung hinzuwirken.

So geht es weiter

Die Massnahmen für eine "Flanierzone Untere Altstadt" hängen zeitlich und materiell eng mit der Sanierung der Gerechtigkeits- und Kramgasse zusammen. Über beide Kredite wird der Stadtrat im Verlauf des nächsten Winters befinden. Während der Kredit für die "Flanierzone Untere Altstadt" in der Kompetenz des Stadtrates liegt, soll der Baukredit für die Gassensanierung (rund 29 Millionen Franken) im Frühling 2003 dem Volk vorgelegt werden.

Wird den Krediten zugestimmt, kann die Gassensanierung – gekoppelt mit der Realisierung der Flanierzone– im Sommerhalbjahr 2004 über die Bühne gehen.

Direktion für Planung, Verkehr und Umwelt

Weitere Informationen.

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