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29. Juni 2005 | Gemeinderat, Direktionen

Elfenau: Revitalisierung und Hochwasserschutz

Das rechte Aareufer zwischen dem Elfenauweiher und der russischen Botschaft wird neu gestaltet. Geplant ist ein dauernd Wasser führender Seitenarm, der die Hochwasserproblematik entschärft und den Bereich ökologisch aufwertet. Der Gemeinderat hat eine entsprechende Kredit-vorlage von 1,25 Millionen Franken genehmigt und an die zuständige Kommission zuhanden Stadtrat weitergeleitet.

inf. Die Aare zwischen Thun und Bern frisst sich stetig tiefer in die Talsohle ein. Das weggeschwemmte Material lagert sich im Schwellenmätteli ab und entzieht dem Aarebecken dort nach und nach Volumen, das zur Regulierung von Hochwassersituationen dringend nötig ist. Längerfristig werden auch die Trinkwasserversorgung und der Wasserhaushalt der Pflanzen beeinträchtigt. Das kantonale Tiefbauamt hat deshalb ein Hochwasserschutz- und Revitalisierungskonzept erarbeitet, das für die Aare zwischen Thun und Bern insgesamt 24 Massnahmen vorsieht.

Auf dem Gebiet der Stadt Bern wird eine Aufweitung der Aare im Abschnitt zwischen dem Elfenau-Naturreservat und der russischen Botschaft vorgeschlagen. Mit gezielten Eingriffen sollen hier ökologische, wasserbauliche und fischereibiologische Verbesserungen erreicht werden. Diese Aufweitung der Aare in der Elfenau ist ein erster wichtiger Schritt zur nachhaltigen Entschärfung der gesamten Geschiebe- und Hochwasserproblematik.

Das Projekt sieht folgende Massnahmen vor:

  • Im Bereich des Landschaftsparks Elfenau wird ein neuer 300 Meter langer Seitenarm der Aare mit permanenter Wasserführung, eine sogenannte Giesse, geschaffen. Dadurch entsteht eine kleine Insel. Der Seitenarm wird als naturnahes Gerinne mit unterschiedlichen Sohlenbreiten und variablen Böschungsneigungen ausgebildet.
  • Die baufälligen Längs- und Querbefestigungen am Aareufer werden entfernt. An ihre Stelle treten kiesige Flachufer, die einen besseren Zugang zum fliessenden Gewässer ermöglichen.
  • Der vom Elfenauweiher parallel zur Aare fliessende Krebsbach mündet künftig mit einem fischgängigen Auslauf in den neuen Seitenarm der Aare. Der Bachlauf ist schon heute naturnah gestaltet. Zusätzlich soll er nun auch im Mündungsbereich und bei der jetzigen Fussgängerbrücke ökologisch aufgewertet werden.
  • Die Wegführung im betroffenen Gebiet wird weitgehend beibehalten: Der Uferweg verläuft zwischen dem Hauptlauf der Aare und dem neuen Seitenarm über die entstehende schmale Insel. An zwei Stellen überbrücken einfache Stege das Wasser. Im Elfenaupark wird der Wanderweg gegen Nordwesten verschoben und vor Ende des Seitenarms an das Wegsystem angeschlossen.

Die Revitalisierung der Elfenau und der Aare wird sich positiv auf die Fischlebensräume auswirken. Für viele Fischarten entstehen so stark verbesserte Lebensbedingungen, da die Strömungsverhältnisse und Wassertemperaturen variabler werden. Besonders für die Äsche, die in der Aare zwischen Thun und Bern noch einigermassen intakte Lebensräume vorfindet, können mit dem Seitenarm neue Laichplätze geschaffen werden. Um auch für die Amphibien neue Lebensräume und Laichgebiete bereitzustellen, wird die Landfläche zwischen dem neuen Aareseitenarm und dem Krebsbach mit Stehgewässern versehen, die zeitweise austrocknen können. Dadurch soll erreicht werden, dass die Population der stark gefährdeten Kammmolche sich wieder vergrössert.

Die Wasserbauarbeiten müssen im Winterhalbjahr ausgeführt werden und dauern voraussichtlich vier bis fünf Monate. Sofern die erforderliche Wasserbaubewilligung vorliegt, erfolgt der Baubeginn im November 2005.

Informationsdienst der Stadt Bern

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