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11. März 2009 | Gemeinderat, Direktionen

Anlaufstelle für Drogenabhängige: Kein zweiter Standort

Aufgrund des abschlägigen Bescheids des Kantons zur Finanzierung eines zweiten Standortes der Kontakt- und Anlaufstelle muss der Gemeinderat Abschied nehmen von dieser Idee. Damit das Gebiet rund um die bisherige Anlaufstelle an der Hodlerstrasse dennoch entlastet wird, passt er die Öffnungszeiten der Frauenanlaufstelle am Montagabend an.

Die Situation rund um die Anlaufstelle für Drogenabhängige an der Hodlerstrasse erfordert Entlastungsmassnahmen. Deshalb verhandelt der Gemeinderat schon seit längerem mit dem Kanton über eine Zusatzfinanzierung. Die kantonale Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) kann und will aus finanzpolitischen Gründen zurzeit aber kein zusätzliches Geld für die Angebote in der Stadt Bern ausgeben. Der zuständige Regierungsrat Philippe Perrenoud hat allerdings zugesichert, die Anlaufstelle an der Hodlerstrasse in den nächsten zwei Jahren weiterhin im Rahmen der bisherigen Notmassnahmen mit jährlich 350 000 Franken zu unterstützen.

 

Zwei Standorte nicht wirksam umsetzbar

Der Gemeinderat sieht deshalb von einer zweiten Anlaufstelle an der Murtenstrasse beim Inselspital ab. Diese würde nur dann Sinn machen, wenn am neuen Standort genügend Personal eingestellt werden könnte und die Öffnungszeiten eine Verbesserung für die Drogenabhängigen brächten. Das ist unter den gegebenen finanziellen Voraussetzungen unmöglich.

 

Längere Öffnungszeiten – für Frauen und Männer

Der Gemeinderat will aber die Situation an der Hodlerstrasse verbessern. Er hat die Direktion für Bildung Soziales und Sport (BSS) beauftragt, zusammen mit der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons und der Stiftung Contact Netz (Betreiberin der Anlaufstelle), die nötigen Schritte einzuleiten. So will er die Öffnungszeiten täglich um eine dreiviertel Stunde verlängern. Auch sollen Männer am Montagabend länger Zugang zur Anlaufstelle haben. Weil bisher montags die Anlaufstelle ab 17.30 Uhr ausschliesslich Frauen zur Verfügung stand, kam es in der Umgebung immer wieder zu unerwünschten Ansammlungen von drogenabhängigen Männern. Neu soll die Anlaufstelle für Männer am Montag bis 19.30 Uhr geöffnet sein. Die Frauenanlaufstelle soll um 20 Uhr öffnen und spätestens um 23.30 schliessen.

 

Finanzierung

Der Vorteil dieser Lösung: Die Problematik der Frauenanlaufstelle wird deutlich entschärft. Die verlängerten Öffnungszeiten können im Rahmen der Notmassnahmen finanziert werden. Der Aufwand für die längere Securitas-Überwachung in der Höhe von insgesamt 34 000 Franken übernimmt die Stadt Bern. Für die Kosten der zeitlichen Verschiebung der Frauenanlaufstelle in Höhe von 65 000 Franken muss beim Kanton ein entsprechendes Finanzierungsgesuch gestellt werden.

 

 

Informationsdienst der Stadt Bern

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