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29. Mai 2009 | Gemeinderat, Direktionen

Die neue Eignerstrategie für Energie Wasser Bern liegt vor

Der Gemeinderat der Stadt Bern hat die neue Eignerstrategie für Energie Wasser Bern verabschiedet. Sie berücksichtigt sowohl die Interessen der Stadt als Eigentümerin, wie auch jene des sich im liberalisierten Umfeld befindenden Unternehmens. Die Eignerstrategie setzt auf Nachhaltigkeit im ökologischen wie ökonomischen Sinn. Der Ausstieg aus der Atomenergie erfolgt bis spätestens 2039 – Bern gehört damit schweizweit zu den Schnellsten.

Im Dezember 2007 hatte sich der Gemeinderat der Stadt Bern für den Erhalt der Eigenständigkeit von Energie Wasser Bern entschieden. Angesichts der markanten Veränderungen in der Energiebranche beschloss er damals, die Eigentümerinteressen künftig verstärkt einzubringen und die bisherige Strategie zu überarbeiten. Diese Analyse ist nun abgeschlossen, die neue Eignerstrategie liegt vor. Sie steckt den politischen Rahmen ab, innerhalb dessen sich der regionale Energieversorger weiterhin frei bewegen kann. Dabei ist es gelungen, in der Eignerstrategie sowohl die politischen und finanziellen Ziele der Stadt als Eigentümerin, wie auch die unternehmerischen Ziele von Energie Wasser Bern (ewb) zusammenzuführen. Der Gemeinderat der Stadt Bern und der Verwaltungsrat von ewb sind überzeugt, dass mit der neuen Eignerstrategie eine zukunftsgerichtete, nachhaltige und den aktuellen Bedürfnissen des Marktes angepasste Grundlage für die weitere Zukunft des Unternehmens geschaffen wurde und in einem wichtigen Zeitpunkt die richtigen Zeichen gesetzt werden.

Versorgungssicherheit, Wertsteigerung und Nachhaltigkeit

Bei der Überarbeitung der Eignerstrategie liess sich der Gemeinderat von der Verpflichtung leiten, welche die Stadt als Eigentümerin von Energie Wasser Bern gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern besitzt. Denn ewb leistet als stadteigenes, bürgernahes Infrastruktur- und Dienstleistungsunternehmen einen zentralen Beitrag an den Service Public. Entsprechend soll ewb seine Aufgabe als regionale Grundversorgerin auch im liberalisierten Markt effizient und zuverlässig wahrnehmen und sich im Spannungsfeld von Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Ökologie erfolgreich behaupten.

Mit der neuen Eignerstrategie verfolgt der Gemeinderat mehrere Ziele:

  • Versorgungssicherheit: Die Sicherheit der Versorgung mit Wasser, Elektrizität, Gas und Fernwärme in hoher Qualität sowie die Gewährleistung der öffentlichen Beleuchtung und der von ewb angebotenen Informations- und Telekommunikationsinfrastruktur haben absolute Priorität.
  • Werterhaltung / Wertsteigerung: Der Wert von ewb soll langfristig gesteigert werden, um dauerhaft die Versorgung in hoher Qualität sicherzustellen. Notwendige Investitionen werden unter Effektivitäts- und Effizienzgesichtspunkten geplant.
  • Nachhaltigkeit, Effizienz und Ökologie: ewb geht keine neuen Beteiligungen an Kernkraftwerken ein und verlängert bestehende (Fessenheim, Gösgen) nicht. ewb setzt sich innerhalb der Betreibergesellschaft für eine Stilllegung des Atomkraftwerks Gösgen nach Ablauf der Regellaufzeit (spätestens 2039) ein.

 

Mit dem Entscheid, bis spätestens 2039 aus der Atomenergie auszusteigen, setzt die Stadt Bern ein klares energiepolitisches Zeichen und trägt damit sowohl der Energiestrategie wie dem Grundgedanke von Artikel 8 der Gemeindeordnung Rechnung. Der gewählte Zeitraum ermöglicht, dass bis zum Auslaufen der letzten Beteiligung die notwendigen Ersatzkapazitäten aufgebaut sind. Mit den Erträgen aus den Beteiligungen können Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien realisiert werden. Ein früherer Ausstieg wäre mit erheblichen Risiken verbunden. Der Gemeinderat ist der Ansicht, dass mit dem geplanten, schrittweisen Vorgehen die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden, die aktuelle Situation auf dem Markt sowie die energiewirtschaftlichen und unternehmerischen Möglichkeiten von ewb bestmöglich berücksichtigt werden.

Strategische Steuerung

In einem nächsten Schritt und als Folge der verabschiedeten Eignerstrategie werden strategische Ziele und entsprechende Kennzahlen erarbeitet. Damit soll die Steuerung seitens Eignerin konkretisiert und auch verankert werden. Die durch den Prozess der Erarbeitung der Eignerstrategie bereits positiv etablierte Zusammenarbeit zwischen der Stadt und ewb wird dadurch noch enger werden.

Umsetzung durch Energie Wasser Bern

Energie Wasser Bern richtet ihre Unternehmensstrategie an der neuen Eignerstrategie aus. Viele Vorgaben davon – etwa die Förderung der Energieeffizienz – erfüllt Energie Wasser Bern bereits oder ist daran, sie umzusetzen. Dafür wurden per 1. Mai 2009 organisatorische Änderungen vorgenommen: Durch die Trennung der Bereiche Netze und Energiewirtschaft erhalten Produktion und Beschaffung mehr Gewicht. Auch die Energieberatung, welche bereits 2005 stark ausgebaut wurde, erhält einen noch höheren Stellenwert. Zudem wird das Nachhaltigkeitsmanagement systematisiert. Für den Ausstieg aus der Kernenergie will Energie Wasser Bern bis 2039 jedes Jahr neue Produktionskapazitäten von durchschnittlich 11 Gigawattstunden (GWh) Strom schaffen. Dafür werden Investitionen von mehreren hundert Millionen Franken nötig sein. Für die gezielte Umsetzung dieses Vorhabens wurde eine neue Organisationseinheit «Produktionsportfolio» geschaffen.

 

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