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19. November 2009 | Gemeinderat, Direktionen

BSC YB und SCB unterzeichnen Vereinbarung mit der Stadt

Die Stadt Bern und die beiden Klubs BSC YB und SCB vereinbaren Massnahmen zur Bekämpfung von Gewalt bei Sportveranstaltungen. Die heute unterzeichnete Vereinbarung sieht unter anderem ein Verkaufsverbot von Alkohol an Minderjährige, eine verstärkte Fantrennung sowie eine Verschärfung der Zutrittskontrollen vor. Damit ist Bern die erste Stadt in der Schweiz, die Empfehlungen der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen- und -direktoren gegen Gewalt im Sport bereits umsetzt.

Randale und gewalttätige Auseinandersetzungen anlässlich von Fussball- und Eishockeyspielen sind auch in der Stadt Bern ein Thema, das Bevölkerung, Behörden und Klubs gleichermassen beschäftigt. Bereits seit längerem steht die Stadt mit den beiden Berner Sportklubs BSC YB und SCB in engem Kontakt, um diesbezüglich Lösungen zu erarbeiten. In einer Vereinbarung haben sich die Stadt und die Klubs nun auf eine Reihe von Massnahmen geeinigt – mit dem klaren Ziel, die Gewalt bei Sportveranstaltungen einzudämmen und das Polizeiaufgebot zu reduzieren.

Eine lokale Lösung

Im Massnahmenkatalog enthalten sind auch mehrere Forderungen der „Policy gegen Gewalt im Sport“, welche die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) Ende letzter Woche verabschiedet hat. Bern gehört somit zur ersten Stadt in der Schweiz, die Empfehlungen der KKJPD bereits umsetzt. Dabei hat die Stadt den lokalen Gegebenheiten Rechnung getragen. Dies auch im Bewusstsein, dass gewisse Forderungen der KKJPD - wie beispielsweise eine Fancard - nur auf nationaler Ebene angegangen werden können. „Wir haben uns für den bernischen Weg entschieden und Massnahmen beschlossen, die sich auf kommunaler Ebene rasch umsetzen lassen“, sagte Gemeinderat Reto Nause heute anlässlich der Medienkonferenz im Stade de Suisse.

Die Massnahmen im Überblick

Die Vereinbarung der Stadt mit den Sportklubs BSC YB und SCB sieht folgende Massnahmen vor:

  • Videoüberwachung. Der SCB installiert innerhalb von zwei Jahren im Eisstadion eine flächendeckende Videoüberwachungsanlage mit fixen Kameras. Der BSC YB verfügt im Stade de Suisse bereits über eine ausreichende Videoüberwachung.
  • Sicherheitskonzept. Die Klubs sprechen ihr Sicherheitskonzept jeweils zu Beginn der Saison mit der Kantonspolizei ab.
  • Identifizierung von Straftätern. Die Klubs arbeiten zur Identifizierung von Straftätern eng mit den örtlichen Polizeibehörden zusammen. Sie haben alles Notwendige vorzukehren, um Straftäter identifizieren zu können und deren Personalien der Polizei zu übergeben.
  • Stadionverbote. Die Klubs sprechen rigoros Stadionverbote mit eigenen und polizeilichen Szenenkennern aus und setzen diese konsequent durch. Dabei pflegen sie einen intensiven Fankontakt und setzen die Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei Bern vertieft um.
  • Zutrittskontrollen. Die Klubs setzen mit gezielten und konsequenten Zutrittskontrollen ihre Haus- bzw. Stadionordnung durch und wenden die Reglemente und Richtlinien der Verbände vollumfänglich an. Renitenten sowie alkoholisierten und/oder unter Drogeneinfluss stehenden Personen sowie Personen mit Stadionverboten wird der Zutritt konsequent verweigert. Im Bereich der Zutrittskontrollen wird die Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei weiter verstärkt. Eingangskontrollen werden noch rigoroser durchgeführt, indem verdächtige Personen lückenlos auf verbotene Gegenstände durchsucht werden.
  • Fanarbeit. Die Klubs bauen ihre Fanarbeit weiter aus. Die Kooperation zwischen der Kantonspolizei Bern und der Fanarbeit wird intensiviert.
  • Sensibilisierungskampagne. Die Klubs distanzieren sich prinzipiell von sämtlicher Art von Gewalt sowie vom Abbrennen von Feuerwerk jeglicher Art. Während den Spielen werden die Matchbesuchenden über die Lautsprecheranlage auf diesen Umstand hingewiesen. Zudem werden Spots mit Spielern als Identifikationspersonen für die Fans geschaltet, worin sich diese gegen Gewalt im Sport bzw. das Abbrennen von Feuerwerk äussern. Ausserdem wird in den Programmheften darauf hingewiesen. Die Spots werden über die Videoanzeigetafeln des Stadions sowie das Inhouse-TV ausgestrahlt. Mittel- und längerfristig werden die Klubs zusammen mit der Kantonspolizei Bern, der Fanarbeit und weiteren Berner Sportklubs ein Projekt lancieren unter dem Motto „Sport fägt…mit de Fans no meh“ im Zusammenhang mit der Eindämmung von Gewalt rund um Sportveranstaltungen.
  • Alkohol. Die Klubs schränken in Absprache mit der Kantonspolizei Bern bei Hochrisiko-Spielen im Einzelfall den Ausschank alkoholischer Getränke innerhalb des Stadions bzw. bestimmter Sektoren ein (z.B. Light-Bier) oder verbieten ihn ganz. Der Verkauf von Alkohol an unter 18-Jährige wird generell verboten.
  • Stehplätze. Werden im Bereich der Stehplätze Sicherheitsprobleme festgestellt, prüfen die Klubs entsprechende Massnahmen, um die Sicherheit weiterhin zu gewährleisten.
  • Fantrennung. Der SCB prüft nebst der konsequenten Fantrennung im Stadioninnern gemeinsam mit der Kantonspolizei Bern zusätzlich geeignete bauliche Fantrennungsmassnahmen im Umfeld des Stadions und setzt diese gegebenenfalls um. Je nach Erfolg der Fantrennungsmassnahmen im Verlauf der nächsten zwei Jahre prüft der SCB zusammen mit der Kantonspolizei, ob zusätzlich ein Fanrückhalt weitere Verbesserungen der Situation bringen könnte. Der BSC YB prüft gemeinsam mit den SBB geeignete Massnahmen im Bereich des Bahnhofs Bern Wankdorf und setzt diese gegebenenfalls um.
  • Sicherheitsbegleiter. Die Klubs entsenden nach Rücksprache mit der Kantonspolizei Bern eine bestimmte Anzahl von Sicherheitsbegleitern an die Auswärtsspiele. Diese sind auf der Hin- und Rückreise sowie im Stadion im Einsatz. Dabei treffen sie alle notwendigen Massnahmen, damit sich die Gästefans auch ausserhalb des Stadions korrekt verhalten. Festgestellte strafbare Handlungen sind umgehend der örtlichen Polizeibehörde zu melden.

Ganzheitlicher Ansatz

Die Vereinbarung gilt zusätzlich zur bereits bestehenden Vereinbarung mit den Sportklubs BSC YB und SCB, die am 1. Juli 2009 in Kraft getreten ist. Darin ist festgehalten, dass sich die Klubs jährlich mit je 60'000 Franken an den Sicherheitskosten beteiligen. Sollten die nun neu vereinbarten Massnahmen nicht oder nicht wirkungsvoll umgesetzt werden, wird die Beteiligung der Klubs entsprechend erhöht.

Der Stadt ist es jedoch ein Anliegen, dass die Probleme, die durch die zunehmende Gewalt bei Sportveranstaltungen entstehen, mit gezielten und nachhaltig wirkenden Massnahmen angegangen werden. „Eine Umverteilung der Sicherheitskosten allein löst das Gewaltproblem im Sport nicht. Wir müssen vielmehr die Ursachen bekämpfen“, so Gemeinderat Reto Nause. Bereits heute leisten BSC YB und SCB im Bereich der Sicherheit wie auch in der Fan- und Jugendarbeit einen beträchtlichen Beitrag zur Bekämpfung der Gewalt im Sport. Diese Anstrengungen werden die Klubs unabhängig von der Vereinbarung weiterführen.

 

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