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3. Dezember 2009 | Gemeinderat, Direktionen

Vierjahresbericht: Arbeit der Denkmalpflege transparent dargestellt

Die städtische Denkmalpflege Bern hat heute ihren neu konzipierten Vierjahresbericht vorgelegt. Das in Zusammenarbeit mit der Hochschule der Künste Bern (HKB) erarbeitete Werk gibt anhand wichtiger und anschaulicher Beispiele eine Übersicht über die Arbeit der Denkmalpflege in den vergangenen vier Jahren und zeigt auf, wie verschiedene Baudenkmäler geschützt werden konnten und welche Bedeutung sie für das heutige Stadtbild haben. Gleichzeitig soll der rund 400-seitige Bericht, der im Buchhandel erhältlich ist, auch Neugier wecken und zum Entdecken der Berner Baukultur anregen.

Mit der siebten Ausgabe zum Berichtsjahr 2005 bis 2008 kommt die städtische Denkmalpflege der gesetzlichen Verpflichtung des Kantons nach, periodisch einen Tätigkeitsbericht vorzulegen. Das Werk, dessen Neukonzeption als HKB-Studienprojekt lanciert worden war, ist klar und übersichtlich gegliedert und enthält in seiner Ausgestaltung neue und unkonventionelle Ideen. Layout und Neukonzeption des Berichts konnten nur dank der Unterstützung von Stadt, Denkmalpflegestiftung, HKB und Stämpfliverlag realisiert werden.

Am Konzept der ausgewählten Einzelberichte wurde festgehalten. Die relativ breite Darstellung denkmalpflegerischer Tätigkeit entspricht dem Sinn des Buches als Rechenschaftsbericht. Der Öffentlichkeit soll die Arbeit der Denkmalpflege transparent gemacht werden. Gleichzeitig bildet der Rechenschaftsbericht den Schwerpunkt denkmalpflegerischer Öffentlichkeitsarbeit.

In allen Quartieren gewirkt

Insgesamt 67 Objekte widerspiegeln die vielfältige Arbeit der städtischen Denkmalpflege im aktuellen Vierjahresbericht. Als besonders gelungenes Beispiel sind die Umbauarbeiten am Bundeshaus aufgeführt, wo die Ansprüche von Architekten, Nutzern und  Denkmalpflege optimal in Einklang gebracht werden konnten. Nicht immer stehen jedoch solch prestigeträchtige Objekte im Fokus der Denkmalpflege. Weitere positive Beispiele gelungener denkmalpflegerischer Renovationen und Umbauten sind etwa die Häuser in der Ecke Junkerngasse/Münstergasse am Münsterchor, das Brunnmattschulhaus, die Hochschule für Künste oder die Wohnhäuser an der Optingenstrasse 45 und am Jägerweg 3.

Arbeit im Stillen

An der Medienkonferenz betonte Jean-Daniel Gross, Denkmalpfleger der Stadt Bern, dass der Arbeit der Denkmalpflege selten grosse und positive mediale Aufmerksamkeit zuteil werde. Es sei eine stille Arbeit, deren Einfluss sich jedoch langfristig im Stadtbild unverkennbar niederschlage. Denkmalpflege sich zudem eine wichtige Arbeit. „Sie ist Voraussetzung für den Status der Altstadt als UNESCO-Weltkulturerbe und sorgt für Lebensqualität in den Quartieren“, sagt Gross. „Nur eine sorgfältig entwickelte Stadt ist eine lebenswerte Stadt, eine Wohnstadt, wie dies in den Legislaturzielen des Gemeinderats festgehalten ist.“

Gross räumte ein, dass die Denkmalpflege dabei nicht immer eine dankbare Aufgabe habe. Die wenigen Konfliktfälle fänden sich schnell prominent in den Medien, seltener werde eine vorbildliche Renovation, ein gelungener Umbau publik. Denkmalpflege müsse daher laufend erklären und überzeugen. Auch wies Gross darauf hin, dass nur ein kleiner Teil der Bauten in der Stadt Bern von der Denkmalpflege betreut werden. „Unsere oft kurzfristig handelnde Gesellschaft muss es sich leisten, mit dieser ausgewählten Baukultur einen nachhaltigen Umgang zu pflegen“, sagt Gross

Beratung für Architekten und Bauherren

Weiter betonte Gross, dass Baudenkmäler zu pflegen heisse, sie zu kennen und zu verstehen. Denkmalpflege sei daher eine Arbeit vor Ort, die eine genaue Kenntnis der Objekte und eine engagierte Beziehung zu unserer Stadt voraussetze. Dieses Engagement könne im Vierjahresbericht nachvollzogen werden. Die städtische Denkmalpflege sei eine Ansprechpartnerin für Architekten und Architektinnen sowie Bauherrschaften und berate diese in bautechnischen, bauphysikalischen und architektonischen Fragen. Sie stelle die wertvolle Bausubstanz ins Zentrum ihrer Arbeit und ist deren Anwältin. Gleichzeitig arbeite sie vernetzt und kooperiere mit allen städtischen Dienst- und Amtsstellen, die mit der baulichen Entwicklung Berns zu tun haben, sagt Gross. Die Denkmalpflege kenne die städtischen Anliegen und politischen Ziele aus der Innenansicht und trage diesen bei ihrer täglichen Arbeit Rechnung.

Konstruktive Zusammenarbeit

Für Jean-Daniel Gross ist der Tätigkeitsbericht ein Beleg für die unzähligen guten Beispiele konstruktiver denkmalpflegerischer Tätigkeit der vergangenen vier Jahre. Im guten Einvernehmen mit Planern und Architektinnen oder öffentlichen und privaten Eigentümerschaften habe die Denkmalpflege Wege gefunden, wertvolle Bauten in eine neue Zeit zu überführen und sie ungeschmälert kommenden Generationen zu übergeben.

Denkmalpflege als öffentliche Aufgabe

Bis 1798 war Bern die grösste Stadtrepublik nördlich der Alpen, dementsprechend hoch war der Anspruch im Ancien Régime an Architektur und Bauwesen. Später verfolgte Bern als Bundeshauptstadt eine urbane Wachstumspolitik, die weit über den Altstadtbereich hinausreichte und bis heute nicht abgeschlossen ist. Das Resultat ist ein bauliches Erbe von weit überdurchschnittlicher Qualität. Die Baukultur Berns vermittelt Identität und ein Gefühl der Heimat. Gleichzeitig ist sie ein ganz entscheidender Wirtschaftsfaktor. Insbesondere die Altstadt ist der touristische Hauptanziehungspunkt Berns und das Hauptargument für einen Städtetrip an die Aare. Die Aufgabe der Denkmalpflege besteht darin, diese wertvolle Ressource zu erhalt und sorgfältige weiterzuentwickeln. Sie sorgt für Qualität bei Umbau- und Renovationsvorhaben und trägt damit zum positiven Image der Stadt bei. Denkmalpflege liegt damit im öffentlichen Interesse.

 

 

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Präsidialdirektion der Stadt Bern

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