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18. Februar 2010 | Gemeinderat, Direktionen

Neues Tarifsystem und höhere Wassertarife fürs Jahr 2010

Bei der Berner Wasserversorgung kommt es zu einem Systemwechsel: Weil die bisherigen Wassertarife die Kosten nicht mehr decken, hat der Gemeinderat auf Antrag von Energie Wasser Bern ein neues Tarifsystem und damit verbunden eine Preiserhöhung für 2010 beschlossen. Sie ist vorerst auf ein Jahr befristet und wurde vom Preisüberwacher gutgeheissen.

In den letzten zwei Jahren hat die Berner Wasserrechnung mit einem Verlust von rund 6,5 Mio. Franken abgeschlossen. Die Gründe dafür sind höhere, teuerungsbedingte Kosten und steigende Investitionen im Leitungsnetz durch Unterhalt und Erweiterungen. Dem steht der seit Jahren sinkende Wasserverbrauch gegenüber, was zu tieferen Einnahmen führt. Noch bis Mitte der 1970er Jahre war ein kontinuierlicher Anstieg des Wasserverbrauchs zu verzeichnen, seit den 1980er Jahren geht er aufgrund effizienterer Geräte und des sparsameren Umgangs mit Wasser stetig zurück. Heute verbraucht eine Person in der Stadt Bern rund 55 Kubikmeter (55'000 Liter) Wasser pro Jahr. Das kantonale Wasserversorgungsgesetz verlangt, dass über mehrere Jahre entstandene Verluste ausgeglichen werden. Damit die Wasserrechnung wieder aus den roten Zahlen kommt, sind eine Anpassung der bestehenden Tarifgestaltung und eine Erhöhung der Wassertarife unumgänglich.

Altes System ist überholt

Der Gemeinderat hat der Erhöhung der Wassertarife gemäss Antrag von Energie Wasser Bern zugestimmt. Sie beträgt durchschnittlich 18 Prozent und tritt per 1. April 2010 in Kraft. Die Preiserhöhung fällt je nach Kundensegment jedoch sehr unterschiedlich aus. Das ist auf den Wechsel des Tarifsystems zurückzuführen. Bisher wurde der Tarif gemäss dem installierten Wasserzähler eines Hauses bemessen. In vielen Gebäuden entspricht die Dimension des Zählers durch den kontinuierlich gesunkenen Verbrauch aber nicht mehr dem effektiven Wasserbedarf. Das heisst: Unabhängig von ihrem Wasserverbrauch bezahlten Mieterinnen und Mieter in Wohnblöcken sowie viele Firmen, bei denen grosse Zähler installiert sind, in den letzten Jahren eine vergleichsweise hohe Grundgebühr. Bewohnerinnen und Bewohner von Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern mit kleineren Zählern dagegen zahlten relativ wenig. Diese Ungleichbehandlung wird mit dem neuen System korrigiert. Es basiert nicht mehr auf der Grösse des Zählers, sondern auf einer mehrstufigen Jahresgebühr, die in Abhängigkeit zum tatsächlichen Wasserverbrauch festgelegt wird. So bezahlt eine Wasserbezügerin mit einem jährlichen Verbrauch von 55 Kubikmeter Wasser eine Jahresgebühr von 170 Franken. Darin eingeschlossen sind bereits 50 Kubikmeter Wasser, was darüber hinaus geht, wird zu einem fixen Preis pro Kubikmeter verrechnet (siehe Beispiel am Schluss).

90 Prozent sind Fixkosten

Das neue, sogenannte Staffelsystem, das Energie Wasser Bern einführt, bildet zudem auch die Kostenstruktur der Wasserversorgung besser ab. Beim bisherigen Tarifsystem bestand der Wasserpreis aus rund 85 Prozent Verbrauchsgebühr und nur 15 Prozent Grundgebühr. Tatsächlich sind 90 Prozent der Kosten einer Wasserversorgung fix. Sie fallen unabhängig von der verbrauchten Wassermenge an und entstehen durch den Betrieb von Wasserfassungen, Reservoirs und Wasserleitungen. Das Staffelsystem ist so aufgebaut, dass bei zunehmendem Wasserbezug die Jahresgebühr stufenweise ansteigt. Es gibt insgesamt vier Stufen. Das kantonale Amt für Wasser und Abfall empfiehlt den Staffeltarif unter anderem, weil damit sparsame Kundinnen und Kunden nicht durch höhere Preise bestraft werden. Energie Wasser Bern ist die erste grosse Wasserversorgerin der Schweiz, die das Staffelsystem einführt.

Massnahmen zur Kostensenkung

Nebst der Erhöhung der Wassertarife hat Energie Wasser Bern bereits flankierende Massnahmen ergriffen, um die Verluste in der Wasserversorgung möglichst rasch wieder auszugleichen. Energie Wasser Bern will einerseits die Kosten der Wasserversorgung senken und prüft beispielsweise die Nutzungsdauer ihrer Anlagen noch genauer, um die Investitionen beschränken zu können. Zudem wirkt sich die Neuorganisation der Wasserverbund Region Bern AG durch Synergie-Effekte positiv aus. Bereits konnten einige nicht mehr benötigte Anlagen stillgelegt werden, was die Kosten dämpft.

Preisüberwacher stimmt dem Systemwechsel zu

Energie Wasser Bern hat das neue Tarifsystem und die Tarife für 2010 vorgängig dem Preisüberwacher zur Überprüfung unterbreitet. Er unterstützt den Wechsel zum Staffelsystem. Zudem hat der Preisüberwacher dem Gemeinderat empfohlen, die neuen Tarife für vorerst ein Jahr zu genehmigen. Der Preisüberwacher will diese Frist nutzen, um unter anderem die Höhe der Bezugskosten der Wasserverbund Region Bern AG zu überprüfen, von dem Energie Wasser Bern das gesamte Wasser für die Stadt Bern  bezieht. Mit seinen Beschlüssen folgt der Gemeinderat den Empfehlungen des Preis-überwachers.

Das neue Tarifmodell
Beim Staffeltarif wird die Jahresgebühr Wasser abhängig vom Jahresverbrauch erhoben. Es umfasst insgesamt vier Stufen. Heute verbraucht eine Person in der Stadt Bern rund 55 Kubikmeter (55'000 Liter) Wasser pro Jahr.

Wasserbezug
Kubikmeter / Jahr

Jahresgebühr
Fr.

für jeden
weiteren m3 Fr.

50

170.00

2.70

500

1‘385.00

2.05

5‘000

10‘610.00

1.75

20‘000

36‘860.00

1.55

 

 

Rechenbeispiel:

  • Verbrauch 55 Kubikmeter pro Jahr
  • Jahresgebühr Fr. 170.00 inklusive 50 Kubikmeter Wasser
  • Verbrauchsgebühr = Differenz (55 minus 50 Kubikmeter, die in der Jahresgebühr bereits enthalten sind) x Fr. 2.70 = 13.50
  • Jahreskosten total: 170.00 + 13.50 = 183.50.

 

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Titel Bearbeitet Grösse
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