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27. Mai 2010 | Gemeinderat, Direktionen

Berner Landwirtschaftsbetriebe setzen sich für die Natur ein

Stadtnahes Landwirtschaftsland spielt eine bedeutende Rolle bei der Erhaltung der biologischen Vielfalt. Mit Unterstützung von Stadt, Kanton und Bund bewirtschaften deshalb zahlreiche Stadtberner Landwirtinnen und Landwirte seit zehn Jahren ökologische Ausgleichsflächen. Davon profitieren einheimische Tiere, Pflanzen und Lebensräume.

Ökologische Ausgleichsflächen sind unverzichtbarer Bestandteil der Förderung der Biodiversität in der Stadt Bern, indem sie eine Vielzahl von regionalen Pflanzen und Tieren beherbergen und optimale Lebensräume bieten. Auf Stadtgebiet bewirtschaften heute insgesamt 37 Landwirtinnen und Landwirte derartige Ausgleichsflächen. Sie tun dies nach den Richtlinien der Stadt Bern, welche im „Teilrichtplan Vernetzung Bern“ festgehalten sind. Dafür erhalten die Betriebe von Kanton und Bund jährliche Beiträge in der Höhe von insgesamt 94 000 Franken.

Erfolgreiche Förderung

In der Stadt Bern werden seit zehn Jahren Landwirtschaftsbetriebe mit Ökobeiträgen für die Bewirtschaftung von Ausgleichsflächen unterstützt. Die Stadt zieht daraus anlässlich des internationalen Jahres der Biodiversität eine positive Bilanz: Waren es noch vor zehn Jahren 8 Landwirte, welche 2000 Aren Ausgleichsflächen bewirtschafteten, engagieren sich heute bereits 37 Betriebe, welche über 4000 Aren Heuwiesen, Hochstaudenfluren und Krautsäume, rund 900 Aren extensives Weideland, 160 Aaren Hecken und Feldgehölze sowie rund 870 Hochstamm-Feldobstbäume pflegen und bewirtschaften. Dank diesen Bemühungen konnte die Artenvielfalt nachgewiesenermassen gefördert werden. Dies ergaben Untersuchungen von bestimmten Tierarten, die als Leitarten für unterschiedliche Teilgebiete definiert wurden. Besonders sensibel auf Lebensraumveränderungen reagieren beispielsweise Vögel und Heuschrecken. Daher wurden das Grüne Heupferd und der Distelfink als solche Leitarten definiert. Die positive Entwicklung beider Arten in den Ausgleichsflächen übertraf die Erwartungen der Fachleute. Als positives Ergebnis konnten zudem die höhere Anzahl von Heuschreckenarten und die vielversprechende Entwicklung der Feldlerche vermerkt werden. Aufgrund der guten Erfahrungswerte soll daher der eingeschlagene Weg weiterverfolgt werden.

Von der Förderung der Ausgleichsflächen profitiert daneben auch die Wohnbevölkerung, welche dank den vielfältigen Landschaftsräumen wertvolle Naherholungsräume erhält.

Vernetzung als Grundlage

Damit die wertvollen Lebensräume nicht nur „Inseln“ in den landwirtschaftlichen Flächen bilden, werden die ökologischen Ausgleichsflächen in den grösseren zusammenhängenden Landwirtschaftsgebieten der Stadt Bern miteinander vernetzt. Auf diese Weise können Tiere und Insekten entsprechend ihrer Bedürfnisse wandern und den überlebensnotwendigen Austausch mit anderen Populationen pflegen. Grundlage für die Vernetzung bildet der von Gemeinderat verabschiedete „Teilrichtplan Vernetzung Bern“, der in einem ersten Schritt für den Westen und neu jetzt auch für den Osten von Bern ausgearbeitet worden ist. Der Teilrichtplan ist ausserdem notwendige Voraussetzung für die Entrichtung der Ökobeiträge. Die ökologische Vernetzung macht jedoch nicht an der Gemeindegrenze halt, sondern wird mit den benachbarten Gemeinden koordiniert.

Beispiel Bauernbetrieb in Riedern

Anlässlich eines Rundgangs zeigte die Stadtgärtnerei Bern zusammen mit Hans Gäumann, Pächter eines im Weiler Riedern in Bern West gelegenen Bauernbetriebs, vor Ort auf, welchen Reichtum ökologische Ausgleichsflächen beherbergen und was alles nötig ist, um diese Vielfalt zu erhalten. So hat Hans Gäumann beispielsweise rund um seine Hochstamm-Feldobstbäume extensive Wiesen und Weiden angelegt, welche weder gedüngt noch mit Pflanzenschutzmitteln behandelt und zudem erst ab Mitte Juni gemäht werden. Dadurch konnte ein idealer Lebensraum für Leitarten wie den Distelfink oder den Gartenrotschwanz entstehen. Gäumann bewirtschaftet daneben sogenannte „Buntbrachen“. Dabei handelt es sich um Flächen, die mit einheimischen Wildkräutern angesät und über mehrere Jahre erhalten bleiben. Buntbrachen sind besonders wertvoll für Heuschrecken und bereichern kurz nach der Aussaat das Landschaftsbild mit leuchtend roten Mohnblüten und den blauen Kornblumen.

Informationen zum Teilrichtplan im Netz: www.bern.ch/stadtverwaltung/tvs/stadtgaertnerei/
gruenraumgestaltung/naturoekologie/oekoqualiverordnung

 

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Titel Bearbeitet Grösse
Datei JPEG imageBild 1: Extensivwiese (1.27 MB) 27.05.2010 1.3 MB
Datei JPEG imageBild 2: Feldobstbäume (1.3 MB) 27.05.2010 1.3 MB
Datei JPEG imageBild 3: Salbei & Margeriten (1.3 MB) 27.05.2010 1.3 MB

Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün

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