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29. Juni 2010 | Gemeinderat, Direktionen

Lukas Hartmann erhält den ersten Grossen Literaturpreis von Stadt und Kanton Bern

Der erste Grosse Literaturpreis von Stadt und Kanton Bern geht an den Berner Schriftsteller Lukas Hartmann. Mit der mit 30'000 Franken dotierten Auszeich-nung würdigt die Jury Hartmanns reichhaltiges und zugleich in sich geschlosse-nes literarisches Werk, das minutiös recherchierte historische Stoffe packend und originell präsentiert. Die Preisverleihung findet am 26. August 2010 im Progr Bern statt.

In diesem Jahr vergeben die Stadt und der Kanton Bern erstmals den gemeinsamen, mit 30'000 Franken dotierten Grossen Literaturpreis. Der erste Preisträger ist der Berner Schriftsteller Lukas Hartmann. Die Jury würdigt sein bemerkenswert reichhaltiges und zugleich in sich geschlossenes literarisches Werk, das in seinen zahlreichen Romanen minutiös recherchierte historische Stoffe originell und packend in literarischer Form präsentiert. Aussergewöhnliche individuelle Biografien sowie Momente historischer Wende werden stilistisch und formal überzeugend aufgefächert und miteinander verknüpft. Dabei geht es Hartmann über die individuelle Schilderung seiner Protagonisten und ihres historischen Rahmens hinaus ganz besonders um die Darstellung von übergreifenden Lebenszusammenhängen, die zu bestimmten historisch entscheidenden Momenten geführt haben, sowie um die Analyse starker Emotionen, die seine Figuren umtreiben.

Besonderes Augenmerk legt er dabei immer wieder auf die Geschichte Berns: In „Die Seuche“ (1994) führt Hartmann seine Lesenden ins pestbedrohte Bern des 14. Jahrhunderts, während er in „Die Mohrin“ (1995) ein differenziertes Sittenbild der Berner Patriziergesellschaft zeichnet. „Die letzte Nacht der alten Zeit“ (2007) schildert anhand von drei Flüchtlingsschicksalen den Wendepunkt der bernischen Politik und Gesellschaft nach dem Einmarsch der Franzosen im Jahr 1798. Von Bern weg verweisen individuelle Schicksale auch immer wieder auf die Weltgeschichte und in exotische Fernen, wo sich das Eigene und das Fremde auf ungeahnte Weise miteinander verstricken (u.a. „Bis ans Ende der Meere“, 2009).

Hartmanns Romane gehen über die facettenreiche Darstellung historischer Gemälde hinaus. Die im historischen Gewand geschilderten Phänomene wie Machtausübung, Unterwerfung, Sieg und Niederlage im privaten, sozialen und politischen Kontext regen dazu an, Strukturen in der eigenen Gegenwart zu analysieren und Positionen neu zu überdenken.

Neben seinem literarischen Werk hat Hartmann auch zahlreiche bekannte Werke für Kinder und Jugendliche verfasst, u.a. „Gib mir einen Kuss, Larissa Laruss“ (1996), „Anna und Anna“ (2009).

Stadt und Kanton gemeinsam

Der Grosse Literaturpreis wurde von der Stadt und dem Kanton Bern gemeinsam geschaffen. Die Auszeichnung für ein herausragendes literarisches Gesamtwerk mit starker Verbundenheit mit Stadt und Kanton Bern wird voraussichtlich alle vier Jahre verliehen. Die Fachjury setzt sich aus Mitgliedern der städtischen und der kantonalen Literaturkommission zusammen. Die neu geschaffene Auszeichnung ist Teil einer koordinierten und kohärenten Förderungspolitik in der Sparte Literatur von Stadt und Kanton: Während die kantonale Literaturkommission jährlich Buchpreise vergibt, unterstützt die städtische Kommission Schriftstellerinnen und Schriftsteller mittels Stipendien an der Weiterarbeit an ihrem literarischen Werk.

Öffentliche Preisverleihung am 26. August 2010 in Bern

Die Preisverleihung findet statt am Donnerstag, 26. August 2010 um 20 Uhr im Rahmen des 3. Berner Literaturfests im Progr Bern. Der Anlass mit anschliessendem Apéro ist öffentlich, der Eintritt ist frei. Es wirken unter anderen mit: Regierungsrat und Erziehungsdirektor Bernhard Pulver, Stadtpräsident Alexander Tschäppät, und die Historikerin und Germanistin Sibylle Birrer.

 

Informationsdienst der Stadt Bern

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