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9. November 2011 | Gemeinderat, Direktionen

Abstimmungsvorlage: Beteiligung von Energie Wasser Bern an Wasserkraftprojekt

Die Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) beabsichtigen im Rahmen des Investitionsprogramms KWO plus, die bestehenden Kraftwerke Handeck 2 und Innertkirchen 1 im Grimselgebiet aufzuwerten. Durch eine Kombination verschiedener Massnahmen kann ihre Leistung um über 60 Prozent gesteigert werden. Vor dem Hintergrund des Atomausstiegs unterstützt der Gemeinderat diese Bemühungen und empfiehlt deshalb, dass sich Energie Wasser Bern (ewb) an diesem Projekt beteiligt. Er hat gestern das entsprechende Ab-stimmungsgeschäft zuhanden des Stadtrates verabschiedet.

Die Stimmberechtigten der Stadt Bern haben im letzten Jahr den Atomausstieg der Stadt bis spätestens 2039 beschlossen. Um ihren Versorgungsauftrag weiterhin wahrnehmen zu können, muss Energie Wasser Bern (ewb) in den kommenden Jahren verstärkt in erneuerbare Energien investieren und geeignete Beteiligungen eingehen. Dabei bietet sich in der Schweiz insbesondere die Wasserkraft an. Nun liegt ein konkretes Projekt der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) vor, an dem sich das stadteigene Unternehmen ewb als Aktionärin der KWO beteiligen kann, und das der Gemeinderat deshalb den Stimmberechtigten zur Abstimmung vorlegt. Es handelt sich um ein Teilprojekt aus dem Investitionsprogramm KWO plus, wobei es bei dieser Abstimmung weder um den Bau des Pumpspeicherwerks Grimsel 3 noch um die Vergrösserung des Grimselsees und der damit einhergehenden Erhöhung der Staumauer geht.

Das Projekt im Überblick

Die KWO beabsichtigt, im Rahmen des Teilprojekts die Leistung der Kraftwerke Handeck 2 und Innertkirchen 1 zu erhöhen. Die Anlagen sind mehr als 60 Jahre alt und sollen an die heutigen Anforderungen angepasst werden. Dabei geht es vor allem um den Bau eines zweiten, grösseren Triebwasserweges, eines neuen Auffangbeckens, die Installation von zwei zusätzlichen Turbinen und die Sanierung der bestehenden Maschine. Durch die Massnahmen kann die Leistung der beiden Kraftwerke um über 60 Prozent (280 Megawatt) und die Produktion um 70 000 MWh erhöht werden. Die KWO investiert für die Aufwertung einen Betrag in der Grössenordnung von 305 Millionen Franken.

Energie Wasser Bern selbst wird keinen Beitrag an die Investitionskosten des Projekts leisten. Mit einer Beteiligung von einem Sechstel am Aktienkapital trägt das Unternehmen aber die jährlichen Betriebskosten mit. Mit der Inbetriebnahme der erneuerten Kraftwerke Handeck 2 und Innertkirchen 1 werden die Jahreskosten um 11,1 Millionen Franken steigen. Für Energie Wasser Bern fallen entsprechend Mehrkosten von 1,85 Millionen Franken an. Diese Mehrkosten werden jedoch durch entsprechende Mehrerträge kompensiert.

Wichtiger Baustein im Umbau der Stromproduktion

Der Gemeinderat erachtet die Beteiligung von Energie Wasser Bern am Projekt als sinnvoll. Dies umso mehr, als im Fall der KWO bereits eine Beteiligung vorliegt, welche durch zusätzliche Investitionen zu einer grossen Leistungssteigerung sowie einer Mehrproduktion führt und somit einen weiteren Schritt im Umbau der Stromproduktion darstellt. Zudem spielt die Wasserkraft eine wichtige Rolle bei der Substitution der Atomenergie: Sie liefert nicht nur wichtige Bandenergie für die konstante Energieproduktion, sondern auch die Energie, die zur Deckung der Spitzen bei höchster Nachfrage benötigt wird. Wasserkraft verfügt weiter über die nötige Speicherkapazität, um die unregelmässig anfallende Energie von Wind- und Solaranlagen auszugleichen. Die Aufwertung der beiden Kraftwerke gilt als unbestritten und ökologisch unbedenklich.

Das weitere Verfahren

Die Volksabstimmung für das Projekt „Aufwertung Kraftwerke Handeck 2 und Innertkirchen 1“ wird voraussichtlich am 11. März 2012 stattfinden. Unabhängig von diesem Projekt plant die KWO zwei weitere Projekte im Grimselgebiet: der Bau des Pumpspeicherwerks Grimsel 3 und die Vergrösserung des Grimselsees. Die beiden Geschäfte werden, sofern sie bewilligungsfähig sind, den Stimmberechtigten der Stadt Bern zu einem späteren Zeitpunkt zur Abstimmung vorgelegt werden.

 

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Titel Bearbeitet Grösse
Datei PDF documentKWO Factsheet (2.19 MB) 09.11.2011 2.2 MB
Datei PDF documentVortrag des Gemeinderats an den Stadtrat (310 KB) 09.11.2011 309.8 KB

Informationsdienst der Stadt Bern

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