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29. Mai 2012 | Gemeinderat, Direktionen

Konzert Theater Bern

Projektphase abgeschlossen – Benedikt Weibel löst Hans Lauri als Stiftungsratspräsident ab

Im ersten Jahr nach der Gründung der Stiftung Konzert Theater Bern (KTB) konnten grosse Fortschritte verzeichnet werden. Dem Projektteam ist es innerhalb des befristeten Mandats gelungen, das Stadttheater Bern und das Berner Symphonieorchester unter einem Dach zu vereinigen, die Strukturen zu vereinfachen, die Kosten zu senken sowie das Klima und die Zusammenarbeit über die vier Sparten hinweg zu verbessern. Bei in der Tendenz unveränderten Besucherzahlen wird Konzert Theater Bern in der Spielsaison 2011/2012 mit einem finanziellen Überschuss abschliessen. Wie vereinbart wird Hans Lauri, der Konzert Theater Bern in den letzten 20 Monaten in der Gründungs- und Übergangsphase zusammen mit Marcel Brülhart als interimistischem Geschäftsführer führte, per Ende Juni 2012 von seiner Funktion zurücktreten. Sein Nachfolger wird Benedikt Weibel.

Am 1. Juli 2012 tritt Benedikt Weibel die Nachfolge von Hans Lauri als Präsident des Stiftungsrats von Konzert Theater Bern an. Als zuständiges Organ hat ihn der Regierungsrat des Kantons Bern für eine Amtszeit von zwei Jahren gewählt. Benedikt Weibel ist Honorarprofessor für praktisches Management an der Universität Bern, Publizist, Präsident und Mitglied verschiedener Verwaltungsräte. Von 1993 bis 1998 war er Präsident der SBB-Generaldirektion und von 1999 bis 2006 Vorsitzender der Geschäftsleitung der SBB. Er wird im Stiftungsrat seine langjährige und breite Erfahrung als Führungskraft, als Dozent und in der Kommunikation einbringen können.

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er ehemalige Berner Stände- und Regierungsrat Hans Lauri tritt wie von Anfang an vereinbart nach Abschluss der Gründungs- und Aufbauphase zurück. Er hatte das Präsidium des Stiftungsrats im September 2010 übernommen und die Stiftung Konzert Theater Bern aufgebaut. Unter seiner Leitung zeichnete der Stiftungsrat für den Zusammenschluss des Symphonieorchesters mit dem Stadttheater zur neuen, einheitlichen Organisation des KTB verantwortlich. Unter dem Dach der neuen Stiftung haben am 1. Juli 2011 die vier Sparten Symphonieorchester, Musiktheater, Schauspiel und Tanz ihre Arbeit aufgenommen. Stephan Märki wurde vom Stiftungsrat zum Direktor der beiden zusammengeführten Kulturbetriebe gewählt.

Neben Hans Lauri verlässt auch Vizepräsident Herbert Binggeli den Stiftungsrat. Sein Nachfolger wird Marcel Brülhart, der KTB während der Saison 2011/2012 interimistisch führte. Die weiteren fünf Mitglieder des Stiftungsrates sind für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt, was die Kontinuität sicherstellt.

Mit seiner Wahl zum Vizepräsidenten des Stiftungsrats übergibt Marcel Brülhart die operative Leitung von Konzert Theater Bern in die Hände von Direktor Stephan Märki, der ab der Saison 2012/13 zusätzlich zur künstlerischen Verantwortung auch für die Geschäftsführung zuständig ist.

Der Stiftungsrat von Konzert Theater Bern setzt sich ab 1. Juli 2012 aus sieben Mitgliedern zusammen. Die drei Finanzierungsträger Kanton Bern, Stadt Bern sowie Regionalkonferenz Bern-Mittelland bestimmen je ein Mitglied. Der Kanton Bern als grösster Finanzierungsträger definiert als zusätzliches Mitglied in Absprache mit den beiden anderen Finanzierungsträgern das Präsidium. Der Stiftungsrat von Konzert Theater Bern setzt sich ab 1. Juli 2012 wie folgt zusammen:

  • Benedikt Weibel, Stiftungsratspräsident (neu), gewählt vom Kanton Bern
  • Marcel Brülhart, Stiftungsratsvizepräsident (neu), gewählt vom Kanton Bern
  • Peter Stämpfli, (bisher), gewählt von der Stadt Bern
  • Dominique Folletête (bisher), gewählt von der Regionalkonferenz Bern Mittelland

Die oben aufgeführten vier von den Finanzierungsträgern Kanton, Stadt und Regionalkonferenz gewählten Vertreter im Stiftungsrat haben in eigener Kompetenz folgende drei Personen für zwei weitere Jahre im Stiftungsrat bestätigt:

  • Guy Jaquet, Stiftungsratsvizepräsident
  • Katrin Diem
  • Monique Jametti Greiner


Der Auftrag und seine Umsetzung
Hans Lauri durfte an der Medienkonferenz vom 29. Mai gesamthaft ein positives Fazit ziehen. Die entscheidenden Punkte der Projektvereinbarung konnten umgesetzte werden: die Gründung einer neuen Stiftung, das Zusammenführen von BSO und STB, die neue strategische Ausrichtung, das Ausarbeiten des künstlerischen Programms sowie der Aufbau einer neuen strategischen und operativen Führung. Das Vorhaben umzusetzen habe sich jedoch als wesentlich anspruchsvoller und aufwendiger herausgestellt, als ursprünglich gedacht. Mit vielen Gesprächen und grosser Geduld sei es indessen gelungen, den Veränderungsprozess einzuleiten, beide Institutionen zusammenzuführen und neue organisatorische Grundlagen zu schaffen. Rasch sei man zur Erkenntnis gelangt, dass nicht eine Führungspersönlichkeit aus der Wirtschaft mit künstlerischer Affinität, sondern nur eine künstlerisch ausgewiesene Persönlichkeit mit Erfahrung und Erfolg in einem Mehrspartenhaus die Anerkennung bei den Mitarbeitenden und beim Publikum erreichen würde und damit Erfolg haben könne. Dies kombiniert mit ausgesprochenen Führungsfähigkeiten und einem starken kaufmännisch-unternehmerischen Talent. Die bei Projektbeginn erhaltenen zweckmässigen Vorgaben erlaubten eine proaktive, gestaltungsoffene Kulturpolitik. Erfreulich sei auch der Umstand, dass das Projektbudget im Umfang von 2,5 Mio. Franken nur zu rund 70 Prozent ausgeschöpft werden musste.

Im ersten Betriebsjahr 2011/2012 konnte das noch von den bisherigen Teams konzipierte und realisierte Programm erfolgreich mit im Vorjahresvergleich gehaltenen Besucherzahlen abgeschlossen werden. Zusätzlich rechne der Stiftungsrat mit einem namhaften Einnahmenüberschuss von mehreren hunderttausend Franken. Dieses Ergebnis sei wichtig, gehe es doch darum, die neue Institution mit ihren teils neuen künstlerischen Ideen und dem Konsolidierungsbedarf mit einer angemessenen Reserve auszustatten.

Mit Blick auf die Zukunft bezeichnete Hans Lauri als unabdingbare Erfolgsfaktoren steigende Besucherzahlen, den Abschluss des eingeleiteten Kulturwandels im Verhältnis zwischen Orchester und Theater, eine optimale betriebswirtschaftliche Führung der neuen Institution Konzert Theater Bern und die in der Projektphase steckende umfassende Renovation des Theatergebäudes. Sein Credo: „Es geht um einen kraftvollen Neustart – von der Projektphase in die Konsolidierung und die künstlerische sowie betriebliche Bewährung.“

Zusammenführung und finanzielle Stabilität
Marcel Brülhart informierte über die operativen Entscheide, welche mit Blick auf die Fusion der beiden Institutionen getroffen wurden. Ziel war es, die heterogenen, teilweise verselbständigten Belegschaften des Stadttheaters und des Symphonieorchesters zusammenzuführen. Alle wesentlichen Prozesse wurden überprüft, teilweise neu geordnet und die dazu gehörenden Strukturen neu festgelegt. «Mit transparenten, nachvollziehbaren Entscheiden haben wir die Belegschaft motiviert, sich hinter eine gemeinsame Vision zu scharen und damit ein Wir-Gefühl zu entwickeln.» In der Übergangsphase hätten 28 Personen die Stelle gewechselt. Zehn Stellen wurden abgebaut. Durch Synergien, Prozessoptimierungen und Budgetanpassungen konnten Verbesserungen von rund 1,7 Mio. Franken (-3,6 Prozent) realisiert werden. Dies erlaubt nebst einer finanziell stabilen Ausgangslage für die Zukunft die Bereitstellung von zusätzlichen Mitteln für das Schauspiel und die Vermittlungsarbeit, wie Marcel Brülhart ausführte. 

Die Besucherentwicklung werde in der laufenden Saison unterschiedlich ausfallen. Schauspiel und Tanz könnten voraussichtlich einen markanten Zuwachs verzeichnen. Das Symphonieorchester liege marginal über dem Vorjahresergebnis, während die Oper einen weiteren merklichen Rückgang hinnehmen müsse. In letzterer Hinsicht seien neue Ideen gefordert.

Soweit als möglich wurden in Bezug auf die Infrastruktur Konzentrationen vorgenommen, eine weitere Konzentration der technischen Standorte und der Probebühnen werde angestrebt. Es sei zudem geplant, den Ticketverkauf wieder in die Haupthäuser zu verlegen. Die Spielstätte in den Vidmarhallen solle als visionäres Projekt tendenziell ausgebaut werden.

Marcel Brülhart bedankte sich ausdrücklich beim Personal, das massgeblich zum guten Projektabschluss beigetragen habe.

Die Stadt ist in der Pflicht
Für Stadtpräsident Alexander Tschäppät ist die Institution Konzert Theater Bern das wichtigste Haus im Kulturleben der Stadt. Er zeigte sich befriedigt, dass es in kurzer Zeit gelungen ist, die beiden Häuser organisatorisch zusammenzubringen. Eine grosse finanzielle und politische Herausforderung stelle nun die dringende und zwingende Renovation des Stadttheaters am Kornhausplatz dar. «Die Stadt ist in der Pflicht dafür zu sorgen, dass das Theatergebäude auch in zwanzig Jahren noch bespielbar ist», sagte Alexander Tschäppät. Der Stadtpräsident betonte, wie umsichtig der politische Prozess ablaufen muss, um die verschiedenen Finanzierungsträger von Konzert Theater Bern vom Vorhaben zu überzeugen und in den demokratiepolitischen Prozess einzubinden. Ziel sei es, im Herbst 2013 den Baukredit beantragen zu können. Spätestens 2015 soll dann die Sanierung beginnen. Mit dem Gesamtbudget von 45 Mio. Franken soll neben Technik und Back-Stage auch der für die Öffentlichkeit sichtbare Teil renoviert werden. 

Die Grenzen zwischen den Disziplinen ausloten
Die dringlichste Aufgabe der drei Finanzierungsträger bestehe darin, die Entwicklung einer eigenständigen und reflexionsfähigen Institution zu fördern und zu begleiten, betonte Thomas Hanke, der die Kulturkommission der Regionalkonferenz Mittelland präsidiert. Die Finanzierungsträger wollten sicherstellen, dass für das Konzert Theater Bern die nötige Zeit blieb, um die Grenzen zwischen den Disziplinen und den beiden Institutionen auszuloten, um das Ganze dann fruchtbar zu nutzen. «So konnte ein Profil entstehen, in welchem das Konzert Theater Bern nicht nur das Dach zweier wichtiger Kulturinstitutionen darstellt, sondern vielmehr als eine starke Institution auftritt, die auf einer reichen Vergangenheit und Tradition Neues baut», sagte Thomas Hanke. Die Qualität der kreativen Leistung bleibe das Mass aller Dinge – und an ihr werde beim Konzert Theater Bern mit grosser Überzeugung unermüdlich weitergearbeitet. 

Viele Gräben bereits überbrückt
Regierungspräsident Bernhard Pulver, als Erziehungsdirektor für die kantonale Kulturpolitik verantwortlich, dankte dem Stiftungsrat und dem abtretenden Führungsteam für das umsichtige Vorgehen beim Umsetzen des Zusammenschlusses der beiden Institutionen, der grössten Reorganisation in ihrer über hundertjährigen Geschichte. Es sei zu erwarten gewesen, dass dieser anspruchsvolle Prozess, ein Vier-Sparten-Haus zu schaffen, wo Tanz, Schauspiel, Symphonieorchester und Musiktheater auf hohem künstlerischem Niveau mit nationaler Ausstrahlung aufgeführt werden, nicht ohne Nebengeräusche über die Bühne gehen würde. Konzert Theater Bern habe aber die ersten Hürden genommen und das erste Betriebsjahr mit Bravour gemeistert, so Bernhard Pulver: «Von aussen nehme ich bereits nach einem Jahr Einheit wahr, wo vor kurzem noch Gräben existierten». Er machte aber keinen Hehl daraus, dass die Bewährungsprobe für das Konzert Theater Bern und das neue Team noch bevor steht, weil der Prozess noch nicht abgeschlossen ist. Der Regierungsrat sei überzeugt, mit Benedikt Weibel den idealen Nachfolger von Hans Lauri für das Präsidium des Stiftungsrats gefunden zu haben. Zusammen mit den bisherigen Mitgliedern sei die nötige Kontinuität sichergestellt: «Ziel ist es, ein Vier-Sparten-Haus zu schaffen, das nicht nur in Bern, sondern in der ganzen Schweiz wahrgenommen wird.» Das Konzert Theater Bern müsse künftig mit den gesprochenen finanziellen Mitteln auf hohem künstlerischem Niveau überzeugen und mit Eigenproduktionen auch die «kulturelle Grundversorgung» in der Region Bern sicherstellen.

Konzert Theater Bern als lebendiges Zentrum der Stadt
In seiner Stellungnahme zur strategischen künstlerischen Ausrichtung von Konzert Theater Bern wies Direktor Stephan Märki darauf hin, dass auf Seiten der strukturellen Konsolidierung insbesondere die innere Zusammenführung der Häuser zu bewerkstelligen sei. Dass sich alle als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Konzert Theater Bern fühlten, sei die Voraussetzung für gelingende künstlerische Arbeit und für den Erfolg des Hauses damit von grosser Wichtigkeit – «von der künstlerischen Ensemblebildung bis zu den Mitarbeiterinnen an der Loge». So könne der Weg dahin beschritten werden, «dass Stadt und Region das Konzert Theater als das ihrige wahr- und annehmen und spätestens in drei Jahren nicht mehr von Bern gesprochen werden kann, ohne von seinem Orchester, seinem Theater, seinem Tanz, seiner Musik zu sprechen». Um diesen Ansprüchen und auch den öffentlichen Erwartungshaltungen zu genügen, erläuterte Märki, hätten alle Sparten künstlerische Strategien erarbeitet. Denn als Subventionsempfänger seien sie selbstverständlich «dazu verpflichtet, unsere Förderung zu legitimieren». Es sei ihr kulturpolitischer Auftrag, «das Publikum mitzunehmen und neugierig darauf zu machen, auf Erkundigung danach zu gehen, was an allen Spiel-Orten von Konzert Theater Bern geschieht.» Deshalb setzten alle Spartenleiter vier Schwerpunkte: Ausbau, Pflege und Weiterentwicklung der Ensembles, Aufbau eines breiten Repertoires für alle Räume von Konzert Theater Bern, spartenübergreifendes Selbstverständnis und Arbeiten und breite Kommunikation und Vermittlung. «Die Ensembles sind der Star des Hauses», so Märki. Neben einem qualitativ hochwertigen Spielplan, der alle Möglichkeiten und Kapazitäten des Hauses ausschöpfe, stehe die Öffnung nach aussen auf verschiedene Weisen im Vordergrund. So würde nicht nur an unterschiedlichen Formaten von Stückeinführungen, Diskussionsforen und pädagogischen Programmen gearbeitet, sondern verstärkt auf die Kraft der Kooperation gesetzt. Dies zeige sich deutlich im Spielplan, zum Beispiel an der programmatischen Zusammenarbeit mit der Reithalle, der Camerata, der Hochschule der Künste. Es sei, so Märki, «für ein Haus mit so zentraler Funktion überlebenswichtig, sich als offener Partner der anderen bernischen Kulturinstitutionen zu beweisen» und so dafür zu sorgen, dass sich Konzert Theater Bern tief im öffentlichen kulturellen Bewusstsein verankere.

 

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Datei PDF documentReferat Stephan Märki (PDF 168 KB) 29.05.2012 168.2 KB
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