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6. März 2013 | Gemeinderat, Direktionen

Vernehmlassung zum kantonalen Berufsbildungsgesetz

Gemeinderat befürchtet Schwächung der Berufsfachschulen

Die geplante Teilrevision des kantonalen Berufsbildungsgesetzes schwächt die Berner Berufsfachschulen gegenüber ausserkantonalen Schulen. Das schreibt der Gemeinderat in seiner Vernehmlassungsantwort. Er fordert den Kanton auf, die neue Finanzierung der höheren Berufsbildung noch einmal zu überdenken.

Der Regierungsrat des Kantons Bern will die Angebote der höheren Berufsbildung neu steuern und finanzieren. Studierende und die Bildungsinstitutionen sollen künftig Pauschalbeiträge erhalten. Weil diese die Kurs- und Studienkosten nicht decken, müssten die Studierenden den Restbetrag der Gebühren selber finanzieren. Mit diesem Modell will der Regierungsrat den Kostenanstieg der letzten Jahre bremsen und für mehr Wettbewerb unter den Berufsfachschulen sorgen.

Freie Schulwahl wichtig

Der Gemeinderat findet diese Pläne grundsätzlich zwar richtig und notwendig, wie er in der Vernehmlassung zum Gesetz über die Berufsbildung, die Weiterbildung und die Berufsberatung schreibt. Der Kanton Bern solle seine finanzielle Beteiligung besser steuern können. Ausserdem solle er der interkantonalen Vereinbarung über die Beiträge an die Bildungsgänge der höheren Fachschulen beitreten können. Damit werde den Studierenden der Weg geöffnet für die volle freie Schulwahl.

Kritik an Vorfinanzierung durch Studierende

Problematisch ist die Teilrevision für den Gemeinderat allerdings deswegen, weil die  Berufsleute ihre Weiterbildung für die eidgenössischen Berufsprüfungen oder die eidgenössischen höheren Fachdiplome künftig selber finanzieren sollen. Zwar bezahlt ihnen der Kanton eine Pauschale zurück. Doch diese deckt die Gesamtkosten nicht. Hinzu kommt, dass die Berufsleute mit dem vorgeschlagenen Modell genau dann für ihre Weiterbildung tief in die Tasche greifen müssen, wenn sie mit Familie und Beruf ohnehin in einer kostenintensiven Lebensphase stecken.

Damit droht laut Gemeinderat eine kontraproduktive Entwicklung: Die höhere Berufsbildung in vielen Berufen werde sich massiv verteuern und dazu führen, dass sich immer weniger Berufsleute solche Ausbildungen leisten können. Auch weist er darauf hin, dass ausser dem Kanton Aargau kein anderer Kanton ein solches Finanzierungsmodell kennt und auch der Bund ein anderes Finanzierungsmodell anwendet.

Mehrere Berner Berufsfachschulen betroffen

Der Gemeinderat der Stadt Bern befürchtet, dass Berner Berufsfachschulen, welche für ihre Berufsleute Vorbereitungskurse auf Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen anbieten, gegenüber ausserkantonalen Schulen geschwächt werden. Betroffen wären in der Stadt Bern insbesondere die Gewerblich-Industrielle Berufsschule Bern (gibb), die Berufs-, Fach- und Fortbildungsschule Bern (BFF), die Lehrwerkstätten Bern (LWB) und die Schule für Gestaltung. Es bestehe die Gefahr, dass die bernischen Berufsleute ihre Weiterbildungen vermehrt in ausserkantonalen Bildungsinstitutionen absolvieren würden oder – statt dem berufspraktischen Weg – Vollzeitausbildungen, beispielsweise an Fachhochschulen besuchten.

Alternative Lösungen nötig

Der Gemeinderat sieht darin eine Schwächung der berufspraktischen Weiterbildung im Kanton Bern. Er verlangt deshalb, dass das Finanzierungsmodell für die höhere Berufsbildung nochmals überdacht wird und alternative Lösungen gesucht werden. Der berufspraktische Weg ist nach Ansicht des Gemeinderates für die Rekrutierung des gewerblichen Kaders ein Erfolgsmodell, das nicht geschwächt werden darf, sondern gestärkt werden muss.

 

Informationsdienst Stadt Bern

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