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7. September 2015 | Gemeinderat, Direktionen

Führungen anlässlich der Europäischen Tage des Denkmals 2015

Baustellenbesuch im Bundeshaus Ost

Dieses Jahr finden die Europäischen Tage des Denkmals unter dem Motto «Einfluss und Austausch» statt. Die Denkmalpflege der Stadt Bern nimmt Besucherinnen und Besucher am 12. September mit auf einen Streifzug durch das Bundeshaus Ost. Die gemeinsam mit dem Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) und der Architektengemeinschaft alb organisierten Führungen bieten Einblicke in die aussergewöhnliche Baustelle, die im 2016 abgeschlossen wird.

«Die Bundeshäuser in Bern stellen wohl das bedeutendste bauliche Ensemble des
19. Jahrhunderts in der Schweiz dar», sagte Regula Hug, stellvertretende Denkmalpflegerin der Stadt Bern, am Montag vor den Medien. Als politisches Zentrum des Landes kommt ihnen zudem eine eminente symbolische Bedeutung zu. Zurzeit wird die Gesamtsanierung der Bundeshäuser mit dem Umbau des Bundeshauses Ost abgeschlossen. Das Gebäude ist ein symbolträchtiger Ort, an welchem regelmässig Austausch stattfindet und dessen Architektur von vielerlei Einflüssen geprägt ist. Nach einem Projekt von Hans Wilhelm Auer wurde das Bundeshaus Ost in den Jahren 1888 bis 1892 – noch vor der Errichtung des Parlamentsgebäudes – im Stil der Neurenaissance erstellt. Gestalterisch orientiert es sich am 30 Jahre älteren «Bundes-Rathaus», dem heutigen Bundeshaus West. Auf den ersten Blick identisch, unterscheiden sich die Bundeshäuser Ost und West dennoch erheblich: Viel reicher und detailverliebter zeigt sich der Ostflügel, fast schmucklos und streng ist der Bau im Westen. Der äusseren Erscheinung entspricht die Innenausstattung, die beim Bundeshaus Ost viel aufwendiger ist. Marmore und andere Natursteine, Stuckmarmor und eine differenzierte Farbgebung machen die repräsentativen Räume zu einem Erlebnis.

Im Fokus der aktuellen Sanierungsarbeiten stehen primär Haustechnik, Medienversorgung, Sicherheitsfragen sowie die Energieeffizienz. Die von der Bauherrschaft (BBL) definierten Bedürfnisse wurden in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege von der Architektengemeinschaft alb in ein Projekt eingearbeitet. «Dabei galt es, die neuen Anforderungen möglichst geschickt, das heisst ohne Beeinträchtigung der wertvollen Bausubstanz, in das komplexe Gebäude zu integrieren», erklärte Regula Hug. Die Setzung der neuen Liftanlagen, die Einrichtung von zusätzlichen Arbeitsplätzen und Sitzungszimmern sowie die Schaffung von neuen Technikräumen, die auch den übrigen Bundesbauten zugutekommen sollten, stellten Architekten und Denkmalpflege vor besondere Herausforderungen. Der Umbau des Dachgeschosses und ein neues Technikgeschoss unterhalb des originalen Kellers brachten schliesslich die Lösung.

Neben diesen strukturellen Eingriffen waren restauratorische und konservatorische Fragen zu klären. Die aufwendige Innenausstattung, die viele Materialien und Farbfassungen aufweist, musste fachgerecht saniert werden. Wie sah das Bundeshaus Ost bei seiner Fertigstellung im Jahre 1892 genau aus und welche der verschiedenen Farbschichten sollte erhalten werden? Diese Fragen wurden zusammen mit den Fachleuten fallweise beantwortet. «Viele störende Eingriffe konnten entfernt und verlorene Teile wieder in ihren Originalzustand versetzt werden», bilanzierte die stellvertretende Denkmalpflegerin.

 

Führung
Die Baustellenbesichtigung im Bundeshaus Ost findet am 12. September 2015 statt. Die Führungen beginnen jeweils um 9:00, 11:00, 14:00 und 16:00 Uhr. Der Treffpunkt befindet sich beim Haupteingang des Bundeshauses Ost (Kochergasse 9). Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

An den Europäischen Tagen des Denkmals bieten zahlreiche Denkmalpflegefachstellen und Institutionen Führungen und Exkursionen an. Informationen zu den Denkmaltagen und sämtlichen Veranstaltungen finden sich unter www.hereinspaziert.ch. und unter www.be.ch/denkmalpflege.


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