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30. März 2015 | Gemeinderat, Direktionen

Veloverkehr fördern

Massnahmen für eine velofreundlichere Stadt Bern

Der Gemeinderat hat Massnahmen für eine velofreundlichere Stadt beschlossen. Unter anderem hat er die Eckwerte für die Einführung eines öffentlichen Veloverleihsystems festgelegt und zuhanden des Stadtrats einen Planungskredit verabschiedet. Weiter hat er entschieden, im öffentlichen Raum kurzfristig rund 500 zusätzliche Veloabstellplätze zu realisieren. Rund die Hälfte davon im erweiterten Perimeter des Bahnhofs. Dazu kommen rund 230 Abstellplätze an Schulen. Andere aktuelle Massnahmen sind der Ausbau von Velodienstleistungen, die Verbesserung der Verkehrssicherheit, eine neue Velo-zufahrt zum «PROGR» und zusätzliche Velozählstellen.

Gemeinderätin und Verkehrsdirektorin Ursula Wyss sowie Verkehrsplaner Karl Vogel präsentierten am Montag an einer Medienkonferenz einen bunten Strauss unterschiedlichster Massnahmen zur Förderung des Veloverkehrs. Darunter finden sich grössere, komplexere Projekte wie das Veloverleihsystem, aber auch kurzfristige Massnahmen wie zusätzliche Veloparkplätze in Bahnhofsnähe oder weitere rote Sicherheitsradstreifen. Letztere werden bereits in den kommenden Wochen realisiert.

Anteil des Veloverkehrs steigern
Ziel der Massnahmen ist es, den Anteil des Velos am Gesamtverkehr bis 2030 von aktuell elf auf 20 Prozent zu steigern. Dazu hat der Gemeinderat Ende 2014 die verwaltungsinterne Vorstufe für eine Velo-Offensive ausgelöst. Im Anschluss soll ein öffentlicher Partizipationsprozess lanciert werden. «Bis dahin wollen wir aber nicht zuwarten. Wir realisieren erste Massnahmen wo möglich und sinnvoll bereits jetzt. Klar ist aber auch, dass die Umsetzung grösserer Projekte erst in den nächsten Etappen folgen wird», sagte Verkehrsdirektorin Ursula Wyss an der Medienkonferenz. Weiter betonte sie, dass die Massnahmen zur Förderung des Veloverkehrs kein Selbstzweck sind, sondern im Gesamtverkehrszusammenhang zu sehen sind: «Nur wenn wir den ÖV und den Veloverkehr gleichzeitig massiv ausbauen, können wir die prognostizierte starke Zunahme beim Gesamtverkehr weiterhin mit nachhaltiger Mobilität abwickeln. Das ist für den Wohnstandort und die Lebensqualität in Bern enorm wichtig.»

Öffentliches Veloverleihsystem für die Stadt Bern
Der Gemeinderat hat beschlossen, dem Stadtrat einen Antrag für einen Planungskredit zur Einführung eines Veloverleihsystems für die Stadt Bern zu unterbreiten. Damit erfüllt er einen entsprechenden Stadtratsvorstoss. Dank dem Veloverleihsystem sollen in der ganzen Stadt künftig im Abstand von jeweils rund 300 Metern einfach gehaltene Stationen zur Verfügung stehen, an welchen Velos ausgeliehen werden können. Damit soll das Mobilitätsangebot für die Wohn- und Arbeitsbevölkerung, für Unternehmungen sowie für Touristinnen und Touristen erweitert und das attraktive ÖV-Angebot ergänzt werden. Die Einführung eines Veloverleihsystems unterstützt aber auch sozialpolitische Ziele: Der Betrieb bietet ausbildungs- und arbeitslosen Menschen eine sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeit und unterstützt ihre berufliche und soziale Integration. Deshalb wird es eine zwingende Vorgabe sein, das Verleihsystem in Zusammenarbeit mit dem städtischen Kompetenzzentrum Arbeit anzubieten.

Um die finanziellen Risiken zu minimieren, wird die Stadt das Veloverleihsystem nicht selber betreiben, sondern damit einen Gesamtdienstleister beauftragen. Dieser Auftrag wird öffentlich ausgeschrieben, sobald der Stadtrat dem beantragten Planungskredit von 300‘000 Franken zugestimmt hat. Nach erfolgter Ausschreibung wird das Veloverleihsystem zusammen mit dem Anbieter definitiv ausgearbeitet und dem Stadtrat ein Umsetzungskredit beantragt. Die Inbetriebnahme erfolgt frühestens im Mai 2017.

Veloabstellplätze im öffentlichen Raum und bei Schulgebäuden
Eine wichtige Massnahme für die Förderung des Veloverkehrs ist der Ausbau an Abstellplätzen. Der Gemeinderat hat sich deshalb dafür ausgesprochen, noch in diesem Jahr neue Veloabstellplätze an Standorten mit hohem Bedarf zu realisieren. Im Fokus steht dabei vorab der Bahnhof und dessen Umgebung. Dort werden in den kommenden Wochen insgesamt 240 zusätzliche Plätze geschaffen. Parallel dazu wird der Veloordnungsdienst des Kompetenzzentrums Arbeit intensiviert, welcher im Perimeter des Bahnhofs dafür besorgt ist, dass die Fahrräder möglichst platzsparend und ohne Behinderung des Fussverkehrs parkiert werden. An insgesamt 16 weiteren Standorten im öffentlichen Raum der Stadt Bern werden zudem bis im Herbst 2015 weitere 250 zusätzliche Veloabstellplätze geschaffen.

Bedarf an besseren Veloparkierungsmöglichkeiten besteht jedoch auch bei städtischen Gebäuden. Nach dem Willen des Gemeinderats sollen deshalb in einer ersten Etappe bei zehn Schulhäusern insgesamt 230 überdachte Veloabstellplätze errichtet werden. Im Rahmen von weiteren Etappen ist sodann geplant, in den kommenden Jahren – in der Regel im Rahmen von Sanierungsprojekten – die Veloparkierung bei 21 weiteren Schul- und Verwaltungsgebäuden zu verbessern.

Bessere Velosituation für den «PROGR»
Der gut besuchte «PROGR» ist heute wegen des Einbahnverkehrs in der Speichergasse mit dem Fahrrad nur aus Richtung Bollwerk erreichbar. Zudem hat es vor Ort zu wenig Veloparkplätze. Ein vom Stadtrat überwiesener Vorstoss verlangt deshalb Massnahmen zur Verbesserung dieser Situation. Sofern diese Lösung im Stadtrat eine Mehrheit findet, ist der Gemeinderat gemäss seiner Antwort auf den Vorstoss bereit, auf dem öffentlichen Trottoir vor dem «PROGR» zusätzliche Veloabstellplätze einzurichten und in der Speichergasse den Velogegenverkehr einzuführen. Dies erfordert unter anderem die Verlegung von Anlieferplätzen von der Speichergasse in die Hodlerstrasse.

Weitere aktuelle Massnahmen für eine velofreundlichere Stadt
Andere Massnahmen, die in Kürze umgesetzt werden, sorgen für mehr Sicherheit der Velofahrenden: Dazu gehören Sofortmassnahmen eingangs Bollwerk-Lorrainebrücke (breitere rot markierte Velostreifen) sowie ein neuer Velostreifen auf der Könizstrasse. Ab April wird zudem das Monitoring des Veloverkehrs verbessert. Zusätzliche Zählgeräte an neuen Standorten ermöglichen es, die Auswirkungen von Veloförderungsmassnahmen und die langfristige Entwicklung des Veloverkehrs besser abzuschätzen. Einen aktuellen Überblick über Ziele und Stand der Massnahmen zur Förderung des Veloverkehrs bietet die Website www.bern.ch/fuss-velo.

Informationsdienst Stadt Bern

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