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9. Dezember 2014 | Gemeinderat, Direktionen

Mechanische Lüftung und teilweiser Ersatz der Böden

Naphthalin: Sanierung der Räume Schulhaus Manuel

Mit dem geplanten Um- und Ausbau der Schulanlage Manuel soll auch die Schadstoffbelastung durch Naphthalin bekämpft werden. Der Gemeinderat sieht dazu eine Lösung mit mechanischer Lüftung und einem teilweisen Rückbau der Böden vor. Damit können die WHO-Grenzwerte für Naphthalin ausnahmslos eingehalten werden.

Die Volksschule Manuel soll in den Jahren 2016 bis 2019 saniert und erweitert werden. Untersuchungen haben gezeigt, dass verschiedene Schulzimmerböden Teeröl enthalten, das den Schadstoff Naphthalin ausdünstet. In den letzten Jahren führte die Stadt Bern deshalb in der Schule Manuel Testsanierungen durch. Die Resultate zeigten unter anderem, dass die Naphthalin-Raumluftkonzentration durch konsequentes Lüften vor und nach der Schulstunde unter den WHO-Richtwert I (siehe Kasten) gesenkt werden kann.

Grenzwerte können ausnahmslos eingehalten werden
Aufgrund dieser Erkenntnisse hat sich der Gemeinderat entschieden, eine mechanische Lüftung einzubauen. Eine Probesanierung unter Begleitung der Bau- und Umweltchemie AG hat im Frühjahr 2014 gezeigt, dass die Naphthalin-Konzentration mit einer kontrollierten mechanischen Lüftung mit Wärmerückgewinnung deutlich gemindert und unter den WHO-Richtwert I von 10 Mikrogramm pro Kubikmeter reduziert werden kann. Bei Räumen, die ohne Massnahmen einen Naphthalinwert von über 25 Mikrogramm pro Kubikmeter aufweisen, will der Gemeinderat zusätzlich zur Lüftung die Böden sanieren. Dieses Vorgehen entspricht dem Nachhaltigkeitsprinzip und stellt sicher, dass der strenge WHO-Grenzwert ausnahmslos in allen Räumen eingehalten wird. Damit ist das Wohl der Kinder und der Lehrpersonen als oberstes Ziel gesichert. Die geschätzten Kosten für das gewählte Vorgehen liegen bei rund 500'000 Franken.

Alternative Varianten überzeugten nicht
Der Einbau einer mechanischen Lüftung ist eine von drei verschiedenen Varianten: Eine Alternative wäre der Rückbau bis auf den Rohbau gewesen, die andere der vollständige Abbruch und Neubau des Gebäudes. Bei der Variante Totalsanierung ergaben die Nachmessungen, dass die Schadstoffkonzentration nach gewisser Zeit wieder zunahmen, weil Naphthalin-Rückstände im Rohbau verblieben. Eine Raumluftkonzentration unter dem WHO-Richtwert I konnte daher nicht garantiert werden. Die Totalsanierung der Böden wurde aus Kostengründen nicht weiterverfolgt.

Von einem Ersatzneubau für das Schulhaus wurde abgesehen, weil die Gebäudestruktur grundsätzlich gesund und intakt ist. Das Manuel-Schulhaus ist zudem eine typische Pavillonschulanlage, wie sie in der Zeit zwischen 1945 und 1960 entstanden und deshalb denkmalgeschützt.

Alle Schulanlagen, Kindergärten und Kindertagesstätten untersucht
Aufgrund der Naphthalinvorkommen wurden im Jahr 2012 alle Schulanlagen, Kindergärten und Kindertagesstätten durch Experten untersucht. In der Folge wurden in der Schule Hochfeld Sanierungsarbeiten vorgenommen und der Kindergarten Haspelweg wurde durch einen Neubau ersetzt. Im Bethlehemacker ist eine Gesamtsanierung vorgesehen.

 

Was ist Naphthalin?

Naphthalin ist unter anderem in Teeröl enthalten, das während Jahrzehnten als Baustoff eingesetzt wurde. Bis in die 1980er-Jahre wurden Teeröle als Feuchtschutz in Gebäuden verwendet, häufig in Fussböden. Auch in Mottenkugeln war früher Naphthalin enthalten. Ab einer gewissen Konzentration verströmt der Stoff einen charakteristischen Geruch nach Mottenkugeln oder Teer. Heute ist es verboten, Naphthalin in Innenräumen zu verwenden. Naphthalin kann in sehr hohen Konzentrationen (zum Beispiel bei der Verwendung in Tierversuchen oder bei Unfällen wie dem Schlucken von Mottenkugeln) Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Ob der Schadstoff in hohen Konzentrationen bei Menschen Krebs erregen kann, ist nicht abschliessend gesichert. Die WHO hat 10 Mikrogramm pro Kubikmeter als Richtwert I definiert. Unter diesem Jahresmittelwert sind bei lebenslanger Exposition keine gesundheitlichen Schäden zu erwarten. Der Richtwert II liegt bei 30 Mikrogramm pro Kubikmeter: ab diesem Richtwert besteht laut WHO Handlungsbedarf.

 

Titel Bearbeitet Grösse
Datei PDF documentUntersuchungsbericht Schulhaus Manuel 09.12.2014 1.3 MB

Informationsdienst der Stadt Bern

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