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29. August 2013 | Gemeinderat, Direktionen

Stromtarife 2014

Strom wird teurer und der Grundtarif abgeschafft

Die Stadtbernerinnen und Stadtberner werden 2014 im Durchschnitt 7,7 Prozent mehr für den Strom bezahlen als im Vorjahr. Grund sind höhere Netznutzungs- und Stromliefertarife sowie steigende Bundesabgaben. Um einen zusätzlichen Anreiz zum Energiesparen zu schaffen, wird zudem der Grundtarif abgeschafft. Der Gemeinderat hat die von Energie Wasser Bern (ewb) beantragten Stromtarife genehmigt.

Auswirkungen auf die Haushaltskunden

Insgesamt resultiert für die ganze Stromlieferung inkl. Abgaben eine Preiserhöhung von durchschnittlich 7,7 Prozent. Für einen Beispielhaushalt mit 5 Zimmern, Elektroherd und Trockner (ohne Elektroboiler) mit einem Jahresverbrauch von 4500 kWh sind dies 92 Franken pro Jahr. Tiefer fällt die Preiserhöhung bei kleineren Haushalten aus: Eine 4-Zimmerwohnung mit Elektroherd und einem Jahresverbrauch von 2500 kWh zahlt 30 Franken mehr.

Die Tariferhöhung im Detail

Die höheren Stromtarife für 2014 setzen sich wie bereits erwähnt aus drei Komponenten zusammen. Nachfolgend die Gründe für die Tariferhöhung im Detail:

1. Steigende Netznutzungstarife
Swissgrid erhöht die Tarife, bestehend aus den Kosten für Systemdienstleistungen und für die Netznutzung. Auf den regulären SDL-Tarif muss die Nationale Netzgesellschaft im Jahr 2014 einen sogenannten Rückabwicklungszuschlag verrechnen. Dieser wird zum regulären SDL-Tarif von 0,34 Rp./kWh hinzugeschlagen. Die Tarife für die Netznutzung steigen um rund 19 Prozent aufgrund dringend notwendiger Investitionen in das Übertragungsnetz. Zudem hat das UVEK zur Sicherstellung der zukünftig nötigen Investitionen den kalkulatorischen Zinssatz für das in den Stromnetzen gebundene Kapital WACC für das Jahr 2014 von 3,83 auf 4,7 Prozent erhöht.

2. Höhere Gestehungskosten
Energie Wasser Bern stellt sich mit grossem Engagement der Herausforderung des beschlossenen Atomausstiegs. Als weiterer Schritt auf dem Weg zur Berner Energie-wende plant der städtische Energieversorger auf die Energie aus dem Kernkraftwerk Fessenheim zu verzichten. Der entsprechende Anteil Strom wird zukünftig durch teurer produzierten Strom aus erneuerbaren Energieträgern kompensiert. Hinzu kommen kostenintensive Investitionen in den Um- und Ausbau des Produktionsportfolios im In- und Ausland, um den Anteil der Atomenergie in der Stadt Bern mittel- bis langfristig vollständig zu ersetzen. Daraus resultiert eine Erhöhung der Gestehungskosten von durchschnittlich 0,3 Rp./kWh.

3. Der Zuschlag zur Finanzierung der KEV wird erhöht
Gemäss dem Entscheid des Bundesrates vom 27. Juni 2013 werden die Bundesab-gaben zur kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) und die Abgabe zum Schutz der Gewässer und Fische (SGF) von total 0,45 auf 0,6 Rp./kWh erhöht. Der Bundesrat begründet diesen Entscheid mit der Absicht, dank einer Initialhilfestellung anstelle eines Förderbeitrags je kWh, auch Kleinstanlagen zu fördern. Sowohl die KEV wie auch die SGF sind in der Bundesabgabe enthalten, weshalb diese 2014 steigt.

Jede Kilowattstunde zählt

Die erfolgreiche Umsetzung des Atomausstiegs bedingt nicht nur den konsequenten Ausbau des Schweizer Stromnetzes und des Produktionsportfolios für erneuerbare Energien, sondern auch eine konsequente Erhöhung der Energieeffizienz. Einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten auch die Kundinnen und Kunden, indem sie ihren Stromverbrauch senken. Deshalb erhöht Energie Wasser Bern den Anreiz zum Stromsparen zusätzlich und schafft den Grundtarif per 2014 ab. Nach dem Motto «jede Kilowattstunde zählt», lohnt sich Energiesparen in Zukunft noch mehr, da die gesamte Stromrechnung konsumabhängig ist und mit jeder eingesparten kWh reduziert werden kann. Zugleich verzichtet Energie Wasser Bern auf die Weiterführung des Stromspar-bonus, dessen Stromsparpotential sich nach drei Jahren erschöpft hat.

Um den von den Stimmberechtigten beschlossenen Atomausstieg zu realisieren, sind kostenintensive Investitionen in den Ausbau der Netzinfrastruktur und das Produktionsportfolio notwendig. Daraus resultieren höhere Netznutzungs- und Gestehungskosten, die sich 2014 auf die Tarife auswirken: Die steigenden Netznutzungskosten erklären sich hauptsächlich durch höhere Tarife für Systemdienstleistungen (SDL) und das Übertragungsnetz, die den Netzbetreibern durch die Nationale Netzgesellschaft Swissgrid AG in Rechnung gestellt werden sowie durch die Erhöhung des Kapitalkostensatzes WACC (Weighted Average Cost of Capital) durch das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK). Die steigenden Gestehungskosten für Strom in der Stadt Bern sind eine Folge des geplanten Verzichts auf die Energie aus dem Kernkraftwerk Fessenheim und den damit verbundenen höheren Produktionskosten von Strom aus erneuerbaren Energieträgern.

Informationsdienst der Stadt Bern

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