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Begabtenkurse

Erste Schritte in die richtige Richtung

Besonders begabte Schülerinnen und Schüler der Volksschule haben im Kanton Bern die Möglichkeit, spezielle Angebote während des regulären Unterrichts zu besuchen. In der Stadt Bern sind dies die «Begabtenkurse Bern», kurz BeKuBe. Sie werden vom städtischen Schulamt organisiert und in zwei Formen angeboten.

Der Weg in die Begabtenkurse ist klar geregelt: Sie stehen Schülerinnen und Schülern offen, die den Regellehrpersonen durch ausserordentliche Fähigkeiten auffallen und sich in Zusammenarbeit mit den Eltern auf der Erziehungsberatung auf Hochbegabung abklären lassen. Erreichen sie im Testverfahren einen IQ-Wert von über 130, sind sie berechtigt, am Programm der Begabtenförderung teilzunehmen. Zur Verfügung stehen ihnen entweder die sogenannten Pull-Out-Angebote oder die integrierte Begabtenförderung.

Jedes Kind hat ein Projekt
Bei Ersteren leiten und führen Begabungsexpertinnen den Unterricht an zwei Standorten (Schulhaus Höhe und Schulhaus Wankdorf). Sie tragen die Verantwortung für die Kurse und pflegen einen engen Kontakt mit Eltern und Klassenlehrerpersonen. Was sie dabei lernen, beschreiben Maylin und Elin, Meret und Flurin aus dem Kurs im Schulhaus Höhe folgendermassen: «Im BeKuBe hat jedes Kind ein Projekt. Am Anfang sitzen wir im Kreis, und Frau Kolly sagt, was am Morgen abläuft. Die Themen dürfen wir selbst auswählen. Wir können auch am Computer arbeiten und auch Experimente haben wir bereits gemacht. So haben wir beispielsweise aus einer Tomate die DNA herausgenommen. Jedes halbe Jahr wechseln wir unsere Themen. Immer einmal pro Jahr halten wir einen Vortrag zu unserem Projekt. Dazu laden wir die Eltern ein. Manchmal unterrichten uns Experten. Einmal kam ein Maler und lehrte uns, beim Malen Formen in Tieren zu sehen. Wir machen auch Ausflüge – unter anderem in das Atomkraftwerk Mühleberg, in ein Museum oder an den Bach. Im Team Challenge müssen wir in der Gruppe eine Aufgabe lösen, zum Beispiel ein Weltraum-Spiel, bei dem es um die Suche nach Lösungen ging.»

Hochbegabte brauchen Unterstützung
In der integrierten Begabtenförderung werden die Kinder vor Ort im eigenen Schulhaus unterstützt. Die Begabungsexpertin berät und begleitet die Schülerinnen und Schüler wie auch die Lehrperson in regelmässigen Abständen. Hauptaugenmerk sind der aktuelle Schulstoff und die Frage, wie dieser verkürzt und/oder vertieft oder sogar durch ein anderes Projekt ersetzt werden kann. «Wozu diese Unterstützung?», mag man sich beim Lesen fragen. «Gerade den Hochbegabten geht das Lernen doch leicht von der Hand.» Aber dem ist eben nicht so. Lehrpersonen und Begabungsexperten fordern bereits seit Längerem, dass auch besonders begabte Schülerinnen und Schüler spezifische Unterstützung erhalten müssen. Ansonsten besteht aufgrund der permanenten Unterforderung die Gefahr, dass sie sich zurückziehen, zum Klassenclown werden oder beginnen, bewusst weniger zu leisten als sie könnten. Der Kanton Bern hat auf diese Forderung reagiert und stellt den Gemeinden seit 2009 Lektionen für die Begabtenförderung zur Verfügung. Zwar befindet sich die Begabtenförderung immer noch ein wenig in den Kinderschuhen. Aber sie ist auf dem Weg in die richtige Richtung.

Text: Martin Häberlin (Fachspezialist Integration im Schulamt)

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