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Die Innovationskraft des Schwabguts ist aus sich selbst heraus gewachsen

27. Juni 2017

ABSCHIED EINES SCHULLEITERS - Nach 28 Jahren wird sich Gerhard Kupferschmid nach den Sommerferien Neuem zuwenden. Der Co-Schulleiter im Schwabgut geht per Ende des Schuljahres 2016/2017 in Pension. Er schaut auf eine reiche und bewegte Schulentwicklung im «Wilden Westen» zurück und wünscht dem Schwabgut, dass es seine Innovationskraft beibehält.

Bild Legende:

Während 28 Jahren war ich nun Schulleiter am Standort Schwabgut. Zu Beginn meiner Laufbahn sammelte ich während dreier Jahre Erfahrung als Praxis- und Oberlehrer für die 5.-9. Klassen in Bühl im Berner Seeland. Danach war ich während elf Jahren Übungslehrer (Oberstufe) des Staatlichen Lehrerseminars Bern. Der Wechsel nach Bern kam mir gelegen, da man mich 1977 mit Bühl praktisch «verheiraten» wollte, nachdem man mir übliche Gemeindefunktionen anvertraut hatte. Leitende Funktionen in der Schule, der Berufsbildung, im Bernischen Lehrerinnen- und Lehrerverein, im Sport und Militär machten mich erfahrener.

Aus geplanten zehn wurden 28 Jahre
1989 wurde ich seitens der Schuldirektion der Stadt Bern für die Stelle als Vorsteher der Primarschule Schwabgut-Stöckacker angefragt. Ich meinte, zehn Jahre im «Wilden Westen» Berns zu bleiben. Es wurden daraus letztlich 28.

Zu Beginn erhielt ich ein Diktiergerät, aber keine Sekretärin! Aus heutiger Sicht ein doch äusserst bescheidenes, eindimensionales Angebot. Der Krieg in Ex-Jugoslawien belastete die Schule sehr. Denn die am Bürgerkrieg beteiligten Ethnien verhielten sich teilweise auch in der Schule und im Quartier feindschaftlich zueinander. 1990 erhielt ich Morddrohungen, hatte Polizeischutz, wurde von den Medien bestürmt.

Das Bedürfnis nach Betreuung, nach Tagesstruktur, nach individueller Förderung war gross. Nach über zehn Jahren Aufgabenhilfe, Hort und «Löntsch-Träff» konnten wir unsere Tagesschule eröffnen und werden wohl 2018/19 im Schulhaus Stöckacker das städtische Pilotprojekt einer Ganztagesschule starten können. Die herausfordernde Schulsituation schweisste unser Kollegium zusammen, machte uns erfinderisch. Das Bewusstsein, als Schule nicht alleine dazustehen, bei den Schülerinnen und Schülern sowie Eltern Vertrauen aufzubauen, löste das Streben nach Öffnen und Vernetzen der Schule aus.

Das Schwabgut steht für einen gelebten Lern- und Begegnungsstandort. So freut es uns, dass unsere Bildungslandschaft «futurina» das Ausserschulische und Schulische professionell verbindet. In der ehemaligen Hauswartwohnung befindet sich neu der Quartiertreff und das Quartierbüro.

Kunst und Sport verbinden 52 Nationen
Sowohl das institutionalisierte Arbeiten mit Kunstschaffenden als auch der geförderte Mannschaftssport verbinden unsere 52 Nationen. Die Angebote verschaffen den Jugendlichen die Möglichkeit, gemeinsam aufzutreten, das nötige Selbstvertrauen zu gewinnen und bildet die Basis für erfolgreiches Lernen, miteinander und voneinander.

Ruth Bielmann, meiner Schulleitungskollegin seit zwanzig Jahren und meiner Nachfolgerin, sowie dem Schwabgut wünsche ich, dass die aus sich herauswachsende, innovative Schulentwicklung weiter erfolgreich verlaufen kann. Auch wünsche ich allen, dass die Herzlichkeit der Schülerinnen und Schüler, die Dankbarkeit der Eltern dem Schwabgut weiterhin Ansporn verleihen werden.

 

Text: Gerhard Kupferschmid
Co-Schulleiter Schwabgut (ab Schulbeginn 2017/18 in Pension)

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