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Jugendprojekt LIFT: vom Anfänger zum Profi

6. April 2018

INTEGRATIONS- UND PRÄVENTIONSPROGRAMM - Mit LIFT geht es aufwärts. LIFT steht für «leistungsfähig durch individuelle Förderung und praktische Tätigkeit» und ist ein unter anderem durch den Bund getragenes Programm, das Jugendliche beim Einstieg in die Berufswelt und Lehre unterstützt. Und wie sieht LIFT im Alltag aus? Pascal Dussex, Wochenarbeitsplatz-Koordinator bei LIFT, erzählt.

Bild Legende:

Eigentlich bin ich ein Anfänger. Vor einem guten halben Jahr wurde ich von der Geschäftsstelle LIFT angefragt, ob ich beim Jugendprojekt LIFT als Wochenarbeitsplatz-Koordinator (WAP-Koordinator) für die Stadt Bern einsteigen möchte. Ich war von Anfang an begeistert, aber eben eher ein Amateur als ein Profi.

Brücke zur Arbeitswelt

LIFT ist ein Integrations- und Präventionsprogramm an der Nahtstelle zwischen der Volksschule und dem Übertritt in die Berufswelt. Zielgruppe für die Teilnahme sind Jugendliche ab 7. Schuljahr mit erschwerter Ausgangslage bezüglich späterer Integration in die Arbeitswelt.

Kernelemente des Programms sind regelmässige Kurzeinsätze in Gewerbebetrieben der jeweiligen Region – im Rahmen von Wochenarbeitsplätzen, sogenannten WAP. Die Einsätze in den lokalen Betrieben erfolgen auf freiwilliger Basis in der schulfreien Zeit und die Jugendlichen verdienen sich ein kleines Sackgeld. Die Schülerinnen und Schüler werden von den zuständigen Klassenlehrpersonen für die Aufnahme in das Projekt empfohlen und durch Fachpersonen auf ihre Einsätze in den Betrieben vorbereitet und individuell begleitet.

Sich entwickelnde Anfänger

Für meine Person war der Begriff einer Fachperson etwas hoch gegriffen. Ich war aber bei weitem nicht der einzige Anfänger, auch die Betreuungspersonen an meinen ersten WAP und natürlich die Jugendlichen, die im Rahmen von LIFT ihre ersten Erfahrungen in der Wirtschafts- und Arbeitswelt sammelten, waren Anfänger. Doch der Einstieg ist geglückt. Ein schönes Beispiel aus meinem Portfolio möchte ich hier schildern.

Jatushan Jeyakumar (*2003), ein tamilischer Schüler aus dem Schulhaus Brunnmatt, ist ein scheuer, eher wortkarger Junge, ein durchschnittlicher Schüler. Ich konnte ihn – auf seinen Wunsch hin – für einen Wochenarbeitsplatz an die Berner Elektrounternehmung «Bolliger & Söhne» vermitteln.

Firmeninhaber Peter Kiener, in Sachen LIFT ebenso ein Anfänger wie ich, hat sich bereit erklärt, Jatushan jeweils am Mittwochnachmittag zu betreuen und ihn für einfache Arbeiten im Lager einzusetzen. Jatushan hat sehr schnell «den Knopf aufgemacht» und sich in der Firma als unentbehrlich erwiesen. Als ich ihn nach drei Monaten an einen anderen WAP schicken wollte, teilte mir Peter Kiener mit, dass er ihn nicht mehr hergebe: Er sei der Sonnenschein des ganzen Teams!

Jatushan absolvierte in der Folge eine Theorieprüfung für die Elektrikerlehre, bei der er die Anforderungen im Fach Mathematik leider bei weitem verfehlt hatte. Nun kann er jedoch, dank der Vermittlung des Verbands Stadtbernischer Elektroinstallationsfirmen (VSTEI), einen Mathematikkurs an der Gewerblich-Industriellen Berufsschule Bern (gibb) besuchen. Mehr noch: Er hat bereits einen Lehrvertrag bei der «Friedli Elektro Bern AG» in der Tasche. Er ist sehr stolz! Und ich auf ihn.

Meine persönliche Lehre aus der ersten LIFT-Erfolgsstory: Wir Anfänger mutieren langsam aber sicher zu Fachkräften!

Wo gibt es LIFT?

Das Jugendprojekt LIFT wird an folgenden Schulstandorten der Stadt Bern durchgeführt: Schulhäuser Bethlehemacker, Brunnmatt und Spitalacker.
www.jugendprojekt-lift.ch

Welche Wirkung hat LIFT?

220 Schulen in der Schweiz führen derzeit LIFT-Angebote. Vielerorts ist das Jugendprojekt LIFT noch im Aufbau – so auch in der Stadt Bern.

Prof. Dr. Lars Balzer, Leiter der Fachstelle Evaluation am Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB) Zollikofen, nennt als wichtigstes Projektziel von LIFT Folgendes: «Das Hauptziel ist, dass die LIFT-Jugendlichen eine gute Anschlusslösung nach der Schulzeit finden.» Und weiter: «Die Zahlen für 2017 stimmen hier optimistisch: So viele wie noch nie, nämlich 58,8 Prozent der Jugendlichen, die das Jugendprojekt LIFT vollständig durchlaufen, 2017 die Schule abgeschlossen haben und bei denen eine Anschlusslösung bekannt ist, haben eine Lehrstelle gefunden.» Etwas mehr als Dreiviertel der gefundenen Lehrstellen sind auf Niveau Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ), knapp ein Viertel sind Eidgenössische Berufsattest-Ausbildungen (EBA). Eines der Projektziele aus den kantonalen Leistungsvereinbarungen, nämlich eine Quote von 50 – 60 Prozent direkte Anschlusslösungen in eine EFZ/EBA-Lehrstelle vermitteln zu können, wurde 2017 erreicht. kre

 

Text: Pascal Dussex, Wochenarbeitsplatz-Koordinator bei LIFT

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