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Vom Leben und Unterrichten im Provisorium

6. Dezember 2016

Lorraine: Schulweg ins Provisorium Enge

Kinder auf dem Schulweg
Bild Legende:

Das Schulhaus Lorraine wird derzeit saniert. Daher haben der Kindergarten Lorraine 3, die Klassen 3 bis 9 und die Tagesschule Anfang Juli ihre sieben Sachen gepackt und sind in verschiedene Provisorien gezogen. Diese Umstellung war für alle Beteiligten eine Herausforderung – vor allem zu Beginn des Schuljahres.

Kindergarten Lorraine 3 am Randweg 15
Eigentlich ist es ja gar kein Kindergarten, sondern eine 5-Zimmerwohnung, in der es sich die Lehrpersonen und Kinder des Kindergartens Lorraine 3 gemütlich gemacht haben. Wie würde sich der Kindergartenalltag gestalten, wenn die Raumaufteilung plötzlich so anders wäre? Ist es ein Vorteil oder eher schwierig, wenn sich die Kinder in so vielen kleineren Räumen verteilen können? Wie sollen wir es ohne Aussenraum zum Spielen machen? Wie soll das gehen, so nahe an den Zug-Gleisen? Viele Fragen, und trotzdem: Es geht. Und es geht recht gut. Natürlich musste sich der Kindergarten daran gewöhnen, in einem Wohnhaus untergebracht zu sein, und nicht alle Hausbewohner haben sofort begriffen, dass ein Ausstellungsobjekt im Korridor nicht einfach zum Mitnehmen dort steht. Mittlerweile hat sich vieles eingespielt, die Lehrpersonen haben sich anders organisiert. Wichtig war die Bewilligung der zusätzlichen Ressourcen, welche es möglich machen, dass eine zusätzliche Person die Klasse am Waldmorgen begleitet. Hilfreich war auch das schnelle Handeln der Stadt, als es um einen zusätzlichen Zebrastreifen im Quartier ging, der die Schulwegsicherheit der Kinder verbessert.

Tagesschule Lorraine im Dachsaal des Schulhauses Steckgut
Es ist oft laut und ein wenig chaotisch, wenn in den Spitzenzeiten am Dienstag und Donnerstag um die 30 Kinder in der Tagesschule spielen und arbeiten. Täglich werden auf diese Weise auch Rücksichtnahme und Konfliktlösung geübt. Es ist eng und die fehlende Turnhalle lässt alle hoffen, dass das Wetter gut ist, sodass die Kinder draussen spielen können. Not macht aber auch erfinderisch. So probieren die Kinder zum Beispiel neue Formen von Bewegung aus, sind kreativ und nutzen alles Mögliche und Unmögliche zum Spielen. Mit dem Beginn der Winterzeit sind die Mitarbeitenden zusätzlich gefordert, um mit dem Bewegungsbedürfnis der Kinder umzugehen, ohne ihre eigene Flexibilität zu stark zu strapazieren. Die Tagesschulleiterin zählt jedenfalls schon die Wochen, bis es zurückgeht ins neu sanierte Schulhaus.

3.-9. Klassen im Schulhaus Enge
Es ist ein schönes, altehrwürdiges Schulhaus am Rande des Viererfelds in leicht erhöhter Lage über der Stadt Bern. Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen fühlten sich von Beginn weg sehr wohl im Schulhaus Enge mit seinen grosszügigen, hellen Korridoren und der prächtigen Aussicht in den Schulzimmern, die etwa gleich gross sind wie in der Lorraine.

Etliche Kinder haben jetzt zum ersten Mal einen «richtigen» Schulweg und einige von ihnen bewältigen ihn täglich zu Fuss oder mit dem Trotti. Anderen ist der Weg über das Aarewehr bis zur Studerstrasse hinauf dann doch zu lang. Sie nehmen den Direktbus (3.-6. Kl.) oder die öffentlichen Linien (7.-9. Kl.). Pünktlichkeit wird damit auf einmal auf eine ganz andere Art trainiert, als wenn das Schulhaus ganz nah liegt. Ist am Nachmittag Unterricht, essen alle in der Schule, entweder im Klassenzimmer oder im Korridor. Die Eltern haben ihre Kinder für den Mittagstisch angemeldet (wie in der Tagesschule) oder geben ihnen ein Picknick mit. Die warmen Mahlzeiten werden von der Quartierküche Wyleregg zubereitet und täglich warm angeliefert. Die Mittagsbetreuung wird von Lehrpersonen und von Mitarbeitenden des Tagi Lorraine geleistet und dauert eine gute Stunde. Um 13 Uhr geht der Unterricht weiter.

Die vielen neuen Abläufe und die veränderten Rahmenbedingungen sind für uns sehr herausfordernd und anspruchsvoll. Durch die neue Situation haben wir wieder viel gelernt, und es sind neue, bereichernde Kooperationen entstanden. Es erfüllt mich mit Freude und Stolz, die Lehrpersonen und alle anderen Mitarbeitenden so anpackend und nach Lösungen suchend zu erleben. Ich danke euch von Herzen.

 

Jürg Lädrach, Schulleitung

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