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Roger Pfister berät und unterstützt Schulen in Sicherheitsfragen

27. Juni 2017

SICHERHEITSBEAUFTRAGTER DER STADT BERN - «Sicherheit» in Krisen- und Bedrohungssituationen baut auf einer Dreiecksbeziehung auf: Nötig sind bauliche, technische und organisatorische Massnahmen. In den Schulen der Stadt Bern sind die ersten beiden Punkte erfüllt, der dritte Punkt ist durch die Anstellung eines Sicherheitsbeauftragten der Stadt Bern in Erarbeitung. Wer ist der Mann, der diese Lücke schliessen wird?

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Der 48-jährige Roger Pfister machte sich Gedanken. Es beschäftigte ihn, was viele Menschen umtreibt, wenn der 50. Geburtstag nicht mehr weit ist: «Will ich mich beruflich noch einmal verändern? Bei welcher anderen Stelle könnte ich meine grosse Erfahrung und Fachkompetenzen im Bereich Sicherheit weiterhin sinnvoll einsetzen?» Mit diesen Gedanken schaute er sich auf dem Stellenmarkt um und eines Tages entdeckte er die Stellenausschreibung für eine/n «Sicherheitsbeauftragte/n für die Schulen in der Stadt Bern». Die Stadt Bern suchte eine Person «mit Fachkenntnissen im Bildungsbereich und im Bereich Sicherheit. Ideale Voraussetzung ist eine pädagogische Ausbildung mit Zusatzausbildung in Erwachsenenbildung sowie ausgeprägtes Fachwissen und Erfahrungen im Sicherheitsbereich wie Brandschutz und Arbeitssicherheit», hiess es in der Stellenausschreibung. Nicht gerade ein gängiges Profil. Doch Roger Pfister hatte alles vorzuweisen.

Der Mann war 20 Jahre lang im Polizeidienst in ganz unterschiedlichen Positionen und Funktionen tätig: Viele Jahre davon als Leiter Ausbildung für den Botschaftsschutz und für den Verkehrsdienst. Zur Volksschule hat er einen zweifachen Bezug, wenn auch privater Natur. In seinem Freundeskreis gibt es viele Lehrpersonen, auch seine Frau ist Lehrerin und die beiden Töchter sind im schulpflichtigen Alter. «Die Sicherheit an den Schulen liegt mir sehr am Herzen», sagt Pfister. Alles ideale Voraussetzungen für die Stelle, die bei der Direktion für Bildung, Soziales und Sport (BSS) angesiedelt ist.

Start im Mai dieses Jahres
Roger Pfister hat am 2. Mai 2017 sein Büro im Schulamt im Meerhaus bezogen. Man merkt ihm an, dass der Wechsel gross war und alles noch neu ist. Und dass er mit dem Weggang von der Polizei auch «eine grosse Familie» verlassen hat, wie er sagt. Davon zeugen auch Dienstgradabzeichen, Plaketten, Auszeichnungen, die seinen Arbeitsplatz zieren – alles Erinnerungen an seine Zeit bei der Polizei. Zusätzlich steht auf dem Schreibtisch eine Figur, ein Radfahrer, der kräftig in die Pedale tritt, der auf dem Gepäckträger eine Tasche mit der Aufschrift Police mit sich führt.

Roger Pfister wirkt ausgesprochen ruhig und überlegt. Er ist sicher ein guter Zuhörer und kann wohl auch die Aufmerksamkeit seiner Zuhörerinnen und Zuhörer leicht gewinnen – dank seiner verbindlichen und unaufgeregten Art. Er ist sich bewusst, dass viel Arbeit auf ihn zukommt: Alle Schulhäuser in der Stadt Bern sind seit 2015 mit Alarmeinrichtungen für den Brandfall und mit Alarmierungsgeräten bei Vorfällen von «zielgerichteter» Gewalt», sprich Amok, ausgerüstet. Die Schulen sind damit baulich und technisch auf dem neuesten Stand der Sicherheitsvorkehrungen. Doch die Schulleitungen, Lehrkräfte, die Kriseninterventionsteams (KIT) brauchen für die Erfüllung ihrer Aufgaben in der Prävention, in Notfallsituationen, bei der Krisenbewältigung etc. professionelle Unterstützung. (vgl. Text «Nicht nur Technik, auch Wissen ist nötig»).

Vorbereitet sein
Ich weiss, dass ich hier etwas bewegen kann, das Sinn macht, an einem Ort, bei einem Thema, das wichtig und sensibel ist.» Roger Pfister sagt, dass er vor allem das «Vorher und Nachher» schulen müsse, um den Lehrkräften und Hauswarten möglichst viel Sicherheit und Handlungskompetenz vermitteln zu können. Mit «Vorher» meint er: «Nach einem ausserordentlichen Ereignis sind die ersten Minuten, bis die Polizei, die Sanität oder Feuerwehr eintrifft, enorm wichtig.» Da müssten alle Verantwortlichen genau wissen, was zu tun ist. Nach dem Einsatz der Blaulichtorganisationen geht es um den richtigen Umgang mit dem «Nachher»: «Krisenereignisse müssen auch nach der Akutphase gut betreut und begleitet sein», erklärt der Sicherheitsbeauftragte.

«In der Schweiz gab es zum Glück noch nie einen Amoklauf», sagt Pfister, «aber solche Gewaltakte nehmen zu und es wäre schlimm, wenn ein solches Ereignis eintreffen würde und wir wären nicht vorbereitet, obschon wir uns hätten vorbereiten können.»

Mit dem Velo unterwegs
Roger Pfister fährt gerne Velo und ist daran, sich ein E-Bike für seine Schulhausbesuche zu organisieren. Er will nicht nur Konzepte schreiben und vom Schreibtisch aus mit den Schulen in Kontakt stehen: Er will vor Ort sein, mit den Leuten reden, sich von bestimmten Situationen selber ein Bild machen.

Roger Pfister hat Polizeipatrouillen mittels Fahrrädern nach amerikanischem Vorbild in der Schweiz etabliert. Damit könne die Polizei Präsenz und Bürgernähe zeigen. Auch er will Präsenz zeigen. Vielleicht wird das Gepäckstück des Radfahrers demnächst umbeschriftet: Statt «Police» wird vielleicht «Sicherheitsbeauftragter Schulen Bern» darauf zu lesen sein.

 

Text: Katharina Rederer

 

Sicherheitsbeauftragter soll die Schulen unterstützen

In den Jahren 2014 und 2015 wurden alle Schulhäuser der Stadt Bern mit modernen Alarmeinrichtungen für den Brandfall und im Falle eines Amoklaufs ausgerüstet. Diese Massnahmen gingen auf die Dringliche Motion Martin Schneider (BDP): «Sicherheit an Berns Schulen – nie mehr Feueralarm mit dem Posthorn» zurück. Mit der Anstellung eines Sicherheitsberaters Schulen haben die Schulen nun zusätzlich einen ausgewiesenen Profi als Ansprechperson in allen Belangen der Sicherheit.

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