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Zum ersten Mal auf Skis: «Sie haben unermüdlich geübt»

6. April 2018

SCHNEESPORTLAGER - In der Stadt Bern organisieren zahlreiche Lehrpersonen jedes Jahr mit grossem Engagement Wintersportlager. Dieses Jahr führte, nach fast zwei Jahrzehnten Pause, auch das Brunnmattschulhaus wieder ein Skilager durch. Viele Jugendliche waren zum ersten Mal überhaupt in den Bergen und auf Skiern. Und sie sind begeistert.

Bild Legende:

Für Gien, Sayime Gül, Suvenan und Mohammed ist klar: Wird Anfang 2019 im Brunnmattschulhaus wieder ein Skilager angeboten, sie alle sind dabei. Die 14- bis 15-Jährigen erzählen beschwingt vom ersten Skilager in ihrem Leben, von ihren ersten Erfahrungen auf Skis. Es hat grossen Spass und Eindruck gemacht. Obschon: «Ich hatte vor dem Lager Angst, dass es im Schnee total kalt ist», sagt eines der Mädchen, «ich habe praktisch alle Pullover mitgenommen, die ich habe.» Bis auf einen Tag hatten die 49 Jugendlichen des Brunnmattschulhauses aber Glück mit dem Wetter. Es war sonnig und der Schnee in Saas-Grund (VS) perfekt. «Meine Eltern hatten ziemlich Angst, dass ich mich verletzen könnte», sagt eine andere Schülerin. Sie habe jeden Tag eine sms nach Hause geschrieben, dass alles gut gehe. Auch riefen besorgte Eltern die Lehrer im Vorfeld des Lagers an und fragten nach, wie es mit der Lawinensituation aussehe und ob die Betreuerinnen und Betreuer denn auch aufpassen würden, damit nichts passiere.

«Löffellift» fahren und anderes mehr

Im Berner Brunnmattschulhaus ist der Anteil von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund gross. Von den 49 Schülerinnen und Schülern der 7. bis 9. Klassen, die am Lager teilgenommen haben, hatten gerade mal sieben oder acht schon etwas Erfahrung mit Skis oder Snowboards. «Viele hatten überhaupt keine Vorstellung von Wintersport», sagt Alexander Gerber, Klassenlehrer der 8B, «und eine grosse Zahl war noch nie in den Bergen.» Entsprechend gab es für die Lehrpersonen immer mal wieder erstaunliche und auch lustige Szenen zu beobachten: «Die Schülerinnen und Schüler wussten nicht, was eine Gondel ist und wie sie funktioniert.» Manche hätten wissen wollen, ob dann oben auf dem Berg wieder alles flach sei? Oder ein Junge erzählte beim Abendessen, dass seine Skigruppe das «Löffelliftfahren» schon gut im Griff habe. Gemeint hat er den «Tellerlilift» und gemerkt hatte er sich, dass die Bezeichnung des Anfängerschlepplifts irgendetwas mit Geschirr zu tun hat.

Unermüdlich geübt

Beat Gehring, Klassenleher der 8A, ist voll des Lobes für die Jugendlichen: Er habe gestaunt, mit welchem Willen und Einsatz die Schülerinnen und Schüler geübt und wie zügig sie alle Fortschritte gemacht hätten. «Am Donnerstag konnten alle einigermassen fahren, das war grossartig.» Auch das abwechslungsreiche Programm, wie beispielsweise erste Erfahrungen auf Langlaufskis oder das Eisstockschiessen, wurde von den Schülerinnen und Schüler sehr geschätzt und hat ihnen grossen Spass gemacht.

Die beiden jungen Lehrpersonen Alexander Gerber und Deborah Martin, die zusammen die 8B führen, haben das Projekt Skilager im Spätsommer 2017 angepackt. Im Brunnmattschulhaus gab es 18 Jahre lang keine Skilager mehr. In den 90er-Jahren liessen sich immer weniger Lehrpersonen finden, die bereit waren bei der Organisation und Durchführung des Lagers mitzumachen, erinnert sich Beat Gehring. «Wir fanden das schade, da wir selber sehr gute Erinnerungen an unsere eigenen Schullager haben und wollten deshalb ein Skilager für unsere Jugendlichen anbieten», sagt Gerber. Auch ist er überzeugt davon, dass Jugendliche in einer Schullagerwoche sehr viel lernen können – oft mehr als im regulären Unterricht in der Schule.

Sehr geschätzt haben Gerber und Martin das Angebot der Schneesportinitiative Go Snow, die Schulen bei der Organisation von Wintersportlagern und der Materialbeschaffung professionell unterstützt. Dank einem Unterstützungsbeitrag der Stadt Bern von 75 Franken pro Kind und weiteren 30 Franken pro Schülerin und Schüler aus dem Fonds der Brunnmattschule konnte das Lager den Eltern für 220 Franken kostengünstig angeboten werden. Das ist sogar günstiger als in den 90er-Jahren, als ein Skilager pro Kopf um die 240 Franken (ohne Miete der Skiausrüstung) gekostet hat.

Und wie gesagt: An Interessierten für ein Skilager 2019 würde es im Brunnmattschulhaus bestimmt nicht fehlen.


Text: Katharina Rederer

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