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Interfrakt Motion SP/JUSO,SVPplus,FDP,GLP,BDP/CVP,GFL/EVP,GB/JA!(B. Zobrist,SP/P. Bernasconi,SVP/D. Dana,FDP/J. Flückiger,GLP/K. Hirsbrunner,BDP/B. Wertli,CVP/N. Omar,GFL/A. Trede,GB): Organischer Abfall zur Energiegewinnung einsammeln! (einger. 26.3.09)

Zur Gewinnung von Bioethanol-Treibstoff wird heute in der Schweiz Holz und Raps, weltweit vor allem Mais und Zuckerrohr angebaut und verarbeitet. In Bern fallen an vergleichbaren Rohstoffen (Gartenabraum, Rüstabfälle und Speiseresten) pro Kopf im Durchschnitt pro Jahr rund 80 bis 90 kg an. Aber nur 28,5 kg davon werden in der Stadt Bern zurzeit separat ein- gesammelt. Rund 60 kg pro Kopf und Jahr (vor allem Speisereste und Rüstabfälle) werden in der KVA verbrannt.

In der Stadt Bern wohnen ca. 128'000 Personen. Wenn die Stadt alle organischen Rohstoffe einsammeln würde, so entspräche dies einer zusätzlichen Biomasse von 7'680 Tonnen pro Jahr. Diese Biomasse entspricht 614'400 Liter (80I/t x 7680t) Diesel-Treibstoff oder 1,54 Mio. kWg (200kWh/tx7680t) Strom.

Die Verarbeitung in einer Kompostieranlage oder Vergärungsanlage kostet die Stadt ohne Einsammeln und Transportieren zwischen 90 und 110. Fr./t. Eine Tonne in der KVA zu verbrennen kostet nicht ganz das Doppelte. Dies entspricht in etwa einer Summe von 800'000 Franken, die bei einer Vergärung eingespart werden könnte.

Anerkannte Studien belegen, dass das Verbrennen von Speiseresten und Rüstabfällen energetisch nicht sinnvoll ist, da diese Abfälle zu nass sind, um gut zu brennen. Ökonomisch und ökologisch gesehen, macht die Verbrennung deshalb keinen Sinn. Die Schlacke, die bei der Verbrennung zurückbleibt, muss zu guter letzt auch noch als Sondermüll in eine Reaktordeponie gebracht werden.

Beim Vergärungsprozess dagegen entstehen drei wertvolle Produkte: Biogas, Kompost und Flüssigdünger. Damit wird ein sinnvoller Öko-Kreislauf geschlossen.

In seiner Antwort vom 19. Januar 2009 auf das Postulat Krummen (SP) teilte der Gemeinde- rat mit, dass er die Beteiligung an einer Vergärungsanlage prüfe und „zu gegebener Zeit“ auch die Rüstabfälle und Speisereste sammeln wolle. Die Umsetzung des Zieles werde mit- tel- bis langfristig verfolgt. Da es zurzeit im Umkreis von Bern genügend Vergärungsanlagen mit freien Kapazitäten gibt, sollte aber sofort mit der Einsammlung organischer Stoffe begonnen werden.

Der Gemeinderat wird deshalb aufgefordert:

1.    Die Bevölkerung aufzuklären, zu instruieren und anzuhalten organisches Material wie Gartenabraum, Rüst- und Küchenabfälle sowie Speisereste zur Verwertung in einem separaten Gebinde bereit zustellen.

2.    Mit der energetischen Nutzung der anfallenden Biomasse im Hauskehricht nicht zuzuwarten bis die Stadt Bern alleine oder mit Partnern eine eigene Biogasanlage betreibt.

3.    Die biogenen Wertstoffe spätestens ab August 2010 mit möglichst wenig Aufwand mit den bestehenden Kehrichtwagen einzusammeln.

4.    Diese organischen Wertstoffe ab einer auf Stadtboden oder einer Bern nahen Umladestation zur Weiterverarbeitung in einer Biogasanlage bereit zu stellen.

5.    Dem Stadtrat einen Investitionskredit zur Umsetzung dieses Vorhabens vorzulegen.

6.    Dem Stadtrat eine Vorlage zu unterbreiten, die den entsprechenden Artikel des Abfallreglementes (ARF vom 25. September 2005) der Stadt Bern ergänzt, damit das Einsammeln und Vergären von Biomasse ab August 2010 erfolgen kann.

 

Bern, 26. März 2009

 

Interfraktionelle Motion SP/JUSO, SVPplus, FDP, GLP, BDP/CVP, GFL/EVP, GB/JA! (Beat Zobrist, SP/Peter Bernasconi, SVP/Dolores Dana, FDP/Jan Flückiger, GLP/Kurt Hirsbrunner, BDP/Béatrice Wertli, CVP/Nadia Omar, GFL/Aline Trede, GB): Manfred Blaser, Rahel Ruch, Hasim Sancar, Natalie Imboden, Cristina Anliker-Mansour, Emine Sariaslan, Rolf Schuler, Patrizia Mordini, Ruedi Keller, Hasim Sönmez, Annette Lehmann, Daniela Schäfer, Beni Hirt, Stéphanie Penher, Andreas Flückiger, Miriam Schwarz, Thomas Göttin, Giovanna Battagliero, Ursula Marti, Nicola von Greyerz, Gisela Vollmer, Ueli Haudenschild, Thomas Weil, Peter Bühler, Ueli Jaisli, Peter Wasserfallen, Beat Gubser, Edith Leibundgut, Martin Schneider, Dieter Beyeler, Jimy Hofer, Claudia Meier, Thomas Begert, Philippe Cottagnoud, Vinzenz Bartlome, Kurt Hirsbrunner, Erich J. Hess, Peter Künzler, Conradin Conzetti, Martin Trachsel, Barbara Streit-Stettler, Susanne Elsener, Daniel Klauser, Daniela Lutz-Beck, Claude Grosjean, Tanja Sollberger, Kathrin Bertschy, Urs Frieden, Rolf Zbinden, Luzius Theiler, Regula Fischer, Pascal Rub, Christoph Zimmerli, Hans Peter Aeberhard, Bernhard Eicher, Mario Imhof, Rania Bahnan Büechi, Lea Bill, Philippe Müller, Anna Magdalena Linder

 

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