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Postulat Fraktion GB/JA! (Hasim Sancar, GB): Denkmal für 780 Spanienfreiwillige aus der Schweiz (eingereicht 18.6.09)

Im Spanienbürgerkrieg (1936-1939) haben 780 Schweizerinnen und Schweizer die spanische Republik gegen den Militärputsch von General Franco mitverteidigt. Unter Führung von General Francisco Franco führten rechte Militärs im Juli 1936 einen Staatsstreich gegen die im Februar 1936 demokratisch gewählte republikanische Regierung Spaniens durch. Auch Hitler griff in den Spanischen Bürgerkrieg ein, mit dem Ziel den Faschismus in Europa zu stärken.

Die 780 Spanienfreiwilligen aus der Schweiz, die im Spanischen Bürgerkrieg und in der Résistance für die Demokratie kämpften, verteidigten mit ihren Handlungen auch die demokratischen Prinzipien der Schweiz. Dennoch waren sie in der Schweiz nicht willkommen. Die meisten mussten sich nach ihrer Rückkehr einen Lebensweg durch politische Enttäuschungen, Kriegstraumata, Gefängnis und soziale Diskriminierung freikämpfen. Sie vertraten unterschiedliche Berufsgruppen und stammten aus verschiedenen Kantonen. Rund 50 SpanienkämpferInnen haben einen biografischen Bezug zum Kanton Bern (siehe: Peter Huber in Zusammenarbeit mit Ralph Hug, Die Schweizer Spanienfreiwilligen. Biografisches Handbuch, Rotpunkverlag Zürich 2009).

Die neueste Forschung zu den Schweizer Spanienfreiwilligen (www.spanienfreiwillige.ch) zeigt auf, dass diese durchaus pluralistische Bewegung zwar proletarisch geprägt war, das Spektrum aber bis in die bürgerliche Mitte reichte, und allen war eine mehr oder weniger ausgeprägte antifaschistische Einstellung gemeinsam.

Nach einem langen Weg haben der Nationalrat, am 12. März 2009 auch der Ständerat die ungerechten Militärurteile gegen die Schweizer SpanienkämpferInnen aufgehoben: Eine Rehabilitation und eine Entkriminalisierung nach 70 Jahren! Sie hätten sich für Freiheit und Demokratie eingesetzt, heisst es heute.

Die freiwilligen KämpferInnen aus der Schweiz, die sich gegen den Faschismus im spanischen Bürgerkrieg einsetzten, haben eine besondere Bedeutung in der Geschichte der Solidarität und des Kampfes für Demokratie. Wie die offizielle Schweiz mit ihnen umging, ist ungerecht. Die Schweiz müsste für diesen Einsatz der Freiwilligen zur Verteidigung der Demokratie geradestehen und entsprechende Anerkennung zeigen. Dafür kommt der Stadt Bern als Bundeshauptstadt eine besondere Rolle zu. Bern ist Ort der politischen Entscheide, wo die damalige Politik der Eidgenossenschaft geprägt wurde, und wäre somit zweifellos die richtige Stadt für ein solches Denkmal, das diese Rolle symbolisch untermauern würde. Bisher gibt es in der deutschen Schweiz nur ein Denkmal, das an die SpanienkämpferInnen erinnert, nämlich eine am Volkshaus Zürich angebrachte Gedenktafel. Weitere Gedenkstätten gibt es in Genf (das Denkmal der Brigadisten) und im Tessin (Monte Ceneri).

Wir beantragen, dass der Gemeinderat mit dem Bund und der IG-Spanienfreiwilligen Kontakt aufnimmt, um an zentraler Stelle in der Stadt Bern ein Denkmal für Spanienfreiwilligen zur errichten.

 

Bern, 18. Juni 2009

 

Postulat Fraktion GB/JA! (Hasim Sancar, GB): Natalie Imboden, Stéphanie Penher, Christine Michel, Lea Bill, Rahel Ruch, Cristina Anliker-Mansour, Regula Fischer, Rolf Zbinden, Luzius Theiler, Urs Frieden, Aline Trede

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