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Kleine Anfrage Michael Köpfli (GLP): Stadttheater und Symphonieorchester: Weiter wie bisher, die Stadt zahlt und die Agglomeration konsumiert? (eingereicht 15.10.09)

Wie der gestern veröffentlichten Medienmitteilung des Gemeinderates zu entnehmen ist, ist dieser bereit, für die neue Kulturinstitution welche voraussichtlich aus Stadttheater und Symphonieorchester entsteht, für Subventionsperiode 2012-2015 von Seiten der Stadt gleich viel Subventionen zu sprechen, wie bis anhin für die beiden Kulturinstitutionen zusammen.

Die Stadt Bern bezahlt derzeit jeweils 39% der Subventionen für das Stadttheater und das Symphonieorchester, die Agglomerationsgemeinden zusammen gerade einmal 11%.

Anlässlich des Interviews mit Stadtpräsident Alexander Tschäppät in der Berner Zeitung vom 20. Juni 2009, wurden zudem folgende Zahlen publiziert: Bei den Besuchern stellen die Stadtbernerinnen und Stadtberner einen Anteil von 31% (Stadttheater) und 36% (Symphonieorchester), während dies bei den Agglomerationsgemeinden 48% (Stadttheater) und 37% (Symphonieorchester) sind. Gesamthaft betragen die durchschnittlichen Kulturausgaben pro Einwohner in der Stadt Bern 251 Franken, in den Agglomerationsgemeinden 23 Franken.

Besucherzahlen und Finanzierung stehen offensichtlich in einem krassen Missverhältnis. Eine gerechte Finanzierung sieht wahrlich anders aus! Alexander Tschäppät sagte im Interview denn auch richtig: „Eigentlich müsste man den Verteilschlüssel zwischen Stadt, Kanton und Gemeinden anpassen. Die Agglogemeinden und vor allem der Kanton sollten ihre Beiträge aufstocken.“

Aus aktuellem Anlass möchte ich vom Gemeinderat und insbesondere vom Stadtpräsidenten wissen:

1.  Ob der Gemeinderat bzw. der Stadtpräsident beim Kanton und den Agglomerationsgemeinden (bzw. der RKK) vorstellig wurde, um seinen Unmut über die offensichtlich nicht gerechte Verteilung der Subventionen kund zu tun?

2.  Wenn ja: Wie geschah dies konkret? Wie waren die Reaktionen darauf? Warum soll sich an der ungerechten Verteilung der Subventionen offensichtlich dennoch nichts ändern?

3.  Wenn nein: Wird er dies noch tun oder belässt er es bei gut gemeinten Aussagen in den Medien, welche nichts daran ändern, dass weiter massive Zentrumsleistungen für die Agglomerationsgemeinden geleistet werden.

 

Bern, 15 Oktober 2009

Kleine Anfrage Michael Köpfli (GLP), Tanja Sollberger, Jan Flückiger, Pascal Rub, Bernhard Eicher, Mario Imhof, Lea Bill, Rahel Ruch, Dolores Dana, Jimy Hofer, Christoph Zimmerli

 

 

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