Laut Bund-Artikel vom 3. April wurde die Fertigstellung des Projektes „Feuerwehrstützpunkt Forsthaus West“ an die Firma Itten&Brechbühl AG vergeben. Der vorsitzende Geschäftsführer (und Mehrheitsaktionär) der Itten&Brechbühl AG ist Nick Gartenmann. Nick Gartenmann ist aber auch Partner (und Mehrheitsaktionär) von GWJ Architekten. GWJ Architekten und das Berner Büro von itten&Brechbühl teilen sich denn auch den gemeinsamen Bürostandort am Nordring 4A.
Zudem wurde GWJ Architekten wiederum einbezogen als es darum ging die mittlerweile der Realität angepassten Kosten bzw. die massive Kostensteigerung 2009 unter die Lupe zu nehmen. GWJ Architekten hatte zu diesem Zeitpunkt vollen Einblick in die Pläne und Unterlagen der Architekten Ralph Bänziger (RBAG).
Das Beurteilungsgremium für die Neuausschreibung zur Realisierung des Feuerwehrstützpunktes besteht mehrheitlich aus denselben Leuten, die zuvor der RBAG gekündigt hatten:
- Stefan Dellenbach Stadtbauten Bern, Mitglied GL Vorsitz, Mitglied Lenkungsausschuss
- Franz Bachmann Feuerwehr, Zivilschutz u. Quartieramt, Mitglied Lenkungsausschuss
- Manuel Suter Feuerwehr, Zivilschutz u. Quartieramt, Projektleitung Betrieb
- Andreas Mathez SBS Stadtbauten Services AG, Fachleiter BEW, Mitglied Lenkungsausschuss
- Beat Gafner Stadtbauten Bern, neuer Projektleiter
(Quelle: Dienstleistungsausschreibung für Architekturleistungen und Gesamtleitung vom 25. Juni 2009)
Es handelt sich hier um eine unfaire Kündigung mit nachfolgender Alibi-Vergabe, die einer Rufschädigung für die RBAG gleich kommt. Viel schlimmer ist aber für die Stadt Bern, dass ihr immer mehr der Ruf der intransparenten, unfairen, unrechtmässigen und nicht wettbewerbskonformen Vergabe von Bauprojekten zukommt.
Wir bitten deshalb den Gemeindrat, folgende Fragen zu beantworten:
1. Was hält der Gemeinderat von der Vergabe des Projekts an die Itten&Brechbühl AG, die ein enger Partner der GWJ Architekten ist, die gleiche Firmenadresse hat und mit GWJ durch die Person von Nick Gartenmann (als Mehrheitsaktionär beider Firmen) auch eng verbunden ist?
2. Empfindet der Gemeinderat das mehrheitlich aus Laien bestehende StaBe-Gremium, das wegen Vorbefasstheit und Befangenheit eigentlich hätte in Ausstand treten müssen, als das richtige Gremium für die Vergabe des Projekts?
3. Wieso wurde nicht die ursprüngliche, hochkarätige Wettbewerbsjury wieder zur Ausschreibung und Beurteilung eingesetzt?
4. Befürchtet der Gemeinderat nicht, dass durch diese Vorkommnisse das Wettbewerbswesen in der Stadt Bern definitiv der Lächerlichkeit preisgegeben wird?
Bern, 08. April 2010
Kleine Anfrage Fraktion GLP (Jan Flückiger, GLP), Tanja Sollberger, Claude Grosjean, Michael Köpfli, Daniel Klauser, Claude Grosjean, Gisela Vollmer, Luzius Theiler, Regula Fischer