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Matzenriedstrasse 113a
Westfassade mit dem rückseitig später angebauten zweiten Gebäudeteil
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Baugeschichtliche Hintergründe
Der zweigeschossige Putzbau unter Krüppelwalmdach an der Matzenriedstrasse 113a gehört zu den architekturgeschichtlich bedeutendsten Gebäuden im Westen der Stadt Bern und ist Teil eines grösseren Gehöfts. In seinem Kern befindet sich wohl ein spätgotischer Stock, dessen Umfassungsmauern aufgrund bauarchäologischer Untersuchungen in die Zeit vor 1500 datiert werden. Bei diesem Ursprungsbau handelte es sich um ein zwei Räume tiefes, anderthalbgeschossiges Gebäude mit gemauerten Aussenwänden aus Bollensteinen, kleinen Lichtöffnungen und einer unbekannten Dachkonstruktion. Die Ähnlichkeit mit der aus dieser Zeit bekannten Frühform des Speichers, dem so genannten Heidenstock, ist offensichtlich. Diese Bauform war vor dem Auftreten des Holzspeichers im frühen 16. Jahrhundert im gesamten bernischen Mittelland verbreitet. Ein Jahrhundert später (1584?) wurde das Erdgeschoss umgestaltet: Neben neuen Decken erhielt der nördliche Raum einen Ofen und grössere Fenster, u.a. das heute noch bestehende Drillingsfenster auf der Nordseite. Nach 1650 wurde der Südraum mit einer neuen Decke ausgestattet und gleichzeitig wohl die urkundlich nachgewiesene Schmiede eingebaut. Das heutige Aussehen des Hauptgebäudes stammt gemäss dendrochronologischer Untersuchungen aus den Jahren um 1700. Unter Beibehaltung der alten gemauerten Kniewand wurde der Obergaden mit Fachwerkwänden (Rieg) zum Vollgeschoss erweitert und mit einem Satteldach mit Gehrschild überdeckt. Die grossen Kästen im neu geschaffenen Obergeschoss dienten fortan der Lagerung von Korn. Das Gebäude wurde somit als Wohnhaus, Speicher und Lagergebäude zum Vielzweckbau. Schliesslich kamen 1796 der Anbau des Wohnhauses auf der Südseite sowie eines Ofenhauses auf der östlichen Traufseite hinzu. Über die Datierung der nordseitigen Laube mit Klebedach gab die bauarchäologische Untersuchung keine definitive Auskunft.
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Vielfältige Renovationsarbeiten
Ausgelöst wurden die jüngsten Arbeiten durch anstehende dringende Reparaturen am undichten Dach. Im Januar 2002 fand eine erste Besprechung mit der Denkmalpflege statt, bei der die Ausführung der Dachkonstruktion besprochen wurde, abgeschlossen wurde die Sanierung 2004. Leider ersetzte die Eigentümerschaft den gesamten Dachstuhl von 1700 durch neue Hölzer. Übernommen wurden die aussen sichtbare Konstruktion sowie die Dacheindeckung mit Biberschwanzziegeln. Den Kalkputz der Fassade erstellte die Bauherrschaft in Eigenleistung nach der Rezeptur der Denkmalpflege. Im Erdgeschoss erfolgte eine Rekonstruktion der Fenster in Nord- und Westfassade nach vorhandenen Elementen und anhand von Vergleichen mit anderen Objekten; sie wurden grau gestrichen. Im Innern stattete die Eigentümerschaft den nördlichen Raum mit einem neuen Bretterboden und Wandverkleidungen mit unterschiedlich breiten Brettern aus, die restlichen Wände wurden ebenfalls mit einem Kalkanstrich versehen.
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Ausschnitt aus der Fassade des restaurierten Stocks.
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Vor dem Zerfall gerettet
Mit den erwähnten baulichen Massnahmen konnte das architekturgeschichtlich wertvolle Gebäude dank dem Einsatz der Eigentümerschaft vor dem drohenden Zerfall gerettet werden. Das nördliche Zimmer im Erdgeschoss dient dieser seither als willkommener Raum für Versammlungen, Zusammenkünfte und Feste, wodurch das Gebäude innerhalb des Gehöfts wieder eine wichtige Funktion erhalten hat.
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Text: Roland Flückiger Bilder: Denkmalpflege der Stadt Bern, 2009
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Denkmalpflege
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