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Biodiversität

Unter Biodiversität versteht man die Vielfalt an Arten, Sorten und Lebensräumen. In der Stadt Bern sind in naturnahen Flächen, an Kleinstandorten, an Randstellen, in Gärten, auf Brachland und im Gleisareal rund 700 wild wachsende Pflanzenarten zu finden. Rund 20 % davon sind auf der Roten Liste mit einem Gefährdungsgrad versehen. Bei den Tieren ist es schwieriger, eine Übersicht zu gewinnen. Insbesondere bei den wirbellosen Tieren fehlen entsprechende Grundlagen. Besser dokumentiert sind die geschützten oder seltenen Amphibien-, Reptilien-, Vogel- und Fischarten.

Seltene und gefährdete Pflanzenarten, welche eigentlich zur natürlichen Artengarnitur von Bern gehören, werden in sogenannten Wiederansiedlungsprojekten gezielt gestützt oder wiederangesiedelt (s. dazu auch Naturkonzept).

Der Startschuss für diese erste Wiederansiedlung wurde im September 2008 mit dem „Schweizer Alant“ im Gäbelbachdelta vorgenommen. Der „Schweizer Alant“ wurde vom Botaniker Albrecht Haller im 18. Jahrhundert an verschiedenen Standorten im engeren Berner Stadtgebiet festgestellt und beschrieben. Als Fundort gab der renommierte Botaniker die Eymatt, das Marzili („Inseli“), den Bodenacker und die Hunzigenau an. Derartige historische Angaben liefern wichtige Grundlagen für heutige Artenschutzmassnahmen. Die Pflanzung des „Schweizer Alant“ steht daher auch in Zusammenhang mit dem berühmten Berner Wissenschaftler Albrecht Haller. Zu Ehren seines 300. Geburtstags soll der „Schweizer Alant“ im Gäbelbachdelta wieder heimisch werden.

Schweizer Alant
Der „Schweizer Alant“, botanisch Inula helvetica, ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die in Feuchtgebieten wächst. Weil die Schweizer Feuchtgebiete seit dem 18. Jahrhundert stark zurückgegangen sind, gilt die Pflanze heute als gefährdet.

Der Weg zur Wiederansiedlung
Wenn seltene oder gefährdete Pflanzen in Bern an einzelnen Stellen in guter Population vorhanden sind, werden Einzelpflanzen oder Saatgut entnommen und an anderen geeigneten Stellen neuangesiedelt (z.B. Wilder Reis, Nickender Zweizahn, Flussampfer). Wenn nur wenige Pflanzen vorhanden sind oder es sich um Pionierpflanzen handelt, wird von diesen Pflanzen das Saatgut gewonnen. Daraufhin werden sie in der Gärtnerei Elfenau kultiviert und später an geeigneten Stellen angesiedelt (z.B. Schmalblättriger Hohlzahn, Kriechendes Leinkraut, Färberresede). Bei historisch verbürgten Arten, welche in Bern selbst nicht mehr aber in der Umgebung noch vorkommen, werden Einzelpflanzen oder Saatgut entnommen, in der Elfenau vermehrt und an geeigneten Standorten wiederangesiedelt (z.B. Grosser Merk, Shuttelworth’s Rohrkolben, Sibirische Schwertlilie).

Kontakt:
Sabine Tschäppeler, Telefon 031 321 75 28, E-Mail sabine.tschaeppeler@bern.ch

Stadtgärtnerei
Monbijoustrasse 36
Postfach 8332
3001 Bern

031 321 69 11
031 321 72 88

Öffnungszeiten:

Montag bis Donnerstag
08.00-12.00 Uhr und 14.00-17.00 Uhr
Freitag
08.00-12.00 Uhr und 14.00-16.00 Uhr

Anfahrt:

Tramlinie Nr. 9 oder Bus Nr. 10 bis Haltestelle Monbijou.

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