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12 Dania Murad

«Muslima, Frau, Flüchtling. Das ist alles zwar ein Teil von mir und ich bin ein Echo von all diesen starken Begriffen. Aber ich möchte nicht auf irgendeinen dieser Begriffe reduziert werden.»

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«Meine Grosseltern sind in Palästina geboren und mussten 1948 ihre Heimat verlassen. Sie haben dann in Syrien im Exil gelebt. Ich habe meine Heimat Palästina nie gesehen und kann auch nicht dorthin reisen. Wegen dem Krieg in Syrien mussten wir ein zweites Mal flüchten. Seit drei Jahren lebe ich in Bern und studiere an der Universität Rechtswissenschaften. Ich fühle mich wohl hier. Ich bin stolz auf meine Herkunft und darauf, Muslima zu sein. Meine Mutter, meine Cousinen und viele meiner Freundinnen sind auch Muslima, aber sie sehen ganz anders aus. Kleiden sich anders. Denken anders. Wir sind alle Muslima, wir alle sind aber sehr verschieden. Was viele von ihnen auf dem Kopf tragen, ist nicht nur ein Tuch oder ein Kopftuch, sondern sie leben damit auch eine Form des Hijab. ‹Hijab› bedeutet für mich Bescheidenheit, es ist ein Lebensstil und ein Entscheid, sich anders und in bestimmter Art zu äussern. Hijab gilt sowohl für Frauen als auch für Männer.

Hier in Bern können mich viele nicht einordnen. Woher kommt sie? Vielleicht liegt es daran, dass sie sich muslimische Frauen in einem schwarzen Kleid mit Kopftuch vorstellen. Doch ich möchte mich nicht in eine Kategorie einordnen lassen. Ich möchte nicht in eine Schublade gesteckt werden. Muslima, Frau, Flüchtling. Das ist alles zwar ein Teil von mir und ich bin ein Echo von all diesen starken Begriffen. Aber ich möchte nicht auf irgendeinen dieser Begriffe reduziert werden. Ich möchte als Mensch und als Individuum wahrgenommen werden. Ich bin, wer ich bin, und ich habe meine eigene Persönlichkeit».

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