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2 Rohit Jain

Rohit zog mit 30 weg von Bern nach Zürich. Dort forschte er zu Rassismus und Humor. Heute lebt er wieder in Bern und will die Stadt mitgestalten.

«Bern ist eine Heimat, die ich nicht gewählt habe. Ich bin hier, weil meine Eltern hierhergekommen sind. Als Kind aus der Zeit der «Schweizermacher» habe ich gemerkt, dass ich irgendwie nicht dazu passte. Das kann man als Kind nicht in Worte fassen. Ich war fast immer der Einzige mit dunkler Haut.

Später musste ich mich auch immer erklären, warum ich über Rassismus und Humor forsche. Als ich mit 30 nach Zürich zog, war das eine Art Befreiung. Zürich ist viel kosmopolitischer. Es ist nicht eine Frage der Demographie, sondern der Kultur: Der Stolz Secondo zu sein und die Selbstverständlichkeit, verschiedene Welten in sich zu vereinen sind dort spürbar.

Als ich aus familiären Gründen nach 8 Jahren zurück nach Bern kam, wollte ich etwas davon mitnehmen. Ich konnte nicht in das Bern zurück, indem ich aufgewachsen war. So habe ich Initiativen wie den Berner Rassismusstammtisch oder das Café CosmoPolis mitentwickelt. Ich wollte mit anderen zusammen öffentliche Nischen schaffen, in denen die Geschichten aus dem Migrationsuntergrund die Hauptrolle spielen. So baute ich eine neue aktivere Beziehung zur Stadt auf. Der Wunsch nach Veränderung ist in Bern überall spürbar, aber man will nicht ‚aneggen’. Mir ist klar geworden, eine postmigrantische Heimat muss Mensch sich selbst machen – gerade im gemütlichen Bern.» 

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