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7 Sonja Troicher

SONJA TROICHER flüchtete mit ihren Kindern 1994 aus Tschetschenien. An Bern schätzt sie die kulturelle Vielfalt.

Bild Legende:

 «Meine Eltern wurden von Tschetschenien nach Kasachstan deportiert. Dort haben sie sich kennengelernt und geheiratet. Ich wurde 1956 geboren. Als es später wieder erlaubt war, kehrten wir nach Tschetschenien zurück. Ich war damals neun Jahre alt. Ich erinnere mich, wie ich meinen Mitschülern erzählte, dass ich in den Kaukasus gehen würde. Das sei das Paradies, sagte ich ihnen. Dort würden Fruchtbäume an der Strasse wachsen, Äpfel und Birnen müsse man nicht kaufen, und das frische Quellwasser schmecke wie Honig. Das hatte ich von meinem Vater gehört. Als wir zurückgingen, war alles ganz anders. 1994 begann der Krieg. Als die Situation nicht besser wurde, bin ich mit meinen Kindern geflohen.

In Genf haben wir einen Asylantrag gestellt und wurden daraufhin nach Bern transferiert. Bern war von Anfang an ganz speziell für mich. Mich hat die kulturelle Vielfalt sehr erfreut und bis heute geprägt. Ich finde es wunderbar und bereichernd, dass Menschen aus verschiedenen Kulturen hier zusammenleben dürfen. Diese Vielfalt ist das Markenzeichen der Stadt. Aber besonders wichtig ist für mich, dass meine Enkel hier geboren wurden und in einer solch freien Gesellschaft aufwachsen dürfen. Ich bin so glücklich, wenn ich sehe, welche Möglichkeiten sie haben. Dafür haben sich all meine Leiden und all meine Sehnsucht gelohnt. »

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