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Pilotprojekt: Kinder mit Behinderungen

Kinder mit Behinderungen erhalten gleichberechtigt Zugang zur Kita-Betreuung und damit die gleichen Chancen, soziale Kontakte zu pflegen und die Zeit mit gleichaltrigen Kindern zu verbringen, wie Kinder ohne Behinderungen.

Spielzeug in Kita

Der gleichberechtigte Zugang zu Förder- und Bildungsangeboten ist eine wichtige Voraussetzung für die tatsächliche Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen.

Die Betreuung von Kindern mit Behinderungen oder Entwicklungsauffälligkeiten kann für Eltern und Kitas besonders intensiv sein. Zudem benötigen die betreuenden Fachpersonen spezifisches Fachwissen oder fachliche Unterstützung, um den Kindern gerecht zu werden. Bisher war dafür mit den Betreuungsgutscheinen keine höhere Abgeltung an die Kitas möglich. Hingegen unterstützten Früherzieherinnen und -erzieher die Eltern und das Kita-Personal bei Bedarf in ihrer Aufgabe mit gezieltem Coaching.

Ein Pilotprojekt im Zeitraum August 2016 bis Juli 2018 gewährt nun Eltern und Kitas neben dem Coaching durch die Früherziehung zusätzlich eine erhöhte Abgeltung durch die Stadt für Kinder mit aufwändiger Betreuung, gleich wie dies bereits für Babys bis zwölf Monate praktiziert wird. Diese Zusatzabgeltung entspricht der Hälfte der Normkosten und wird an die betreuende Kita ausgerichtet.

Welches sind die Ziele?

  • Kinder mit Behinderungen erhalten gleichberechtigt Zugang zur Kita-Betreuung und damit die gleichen Chancen, soziale Kontakte zu pflegen und die Zeit mit gleichaltrigen Kindern zu verbringen, wie Kinder ohne Behinderungen;
  • Eltern von Kindern mit Behinderungen werden entlastet und können, wie andere Eltern, Familien- und Erwerbsleben oder Ausbildung besser kombinieren;
  • Kitas können Kinder mit Behinderungen ohne Nachteil aufnehmen.
  • Das Projekt wird laufend durch eine externe Begleitung ausgewertet, um eine definitive Einführung zu prüfen und vorzubereiten.
  • Auch Kinder mit Behinderungen sollen in Wohnortnähe eine Kita-Betreuung erhalten.

Wer hat Zugang?

  • Kinder mit körperlichen Einschränkungen;
  • Kinder mit Sinnesbeeinträchtigungen;
  • Kinder mit geistigen Beeinträchtigungen;
  • Kinder mit schweren Verhaltensauffälligkeiten mit Verdacht auf eine Beeinträchtigung;
  • Kinder mit Mehrfachbeeinträchtigungen (mit körperlicher und geistiger Beeinträchtigung oder in Kombination mit einer Sinnesbeeinträchtigung).

Auch wenn ein Kind keine Abgeltung für den zusätzlichen Betreuungsaufwand bekommt, kann es Früherziehung erhalten, und das Kita-Personal kann im Umgang mit der Auffälligkeit ein Coaching in Anspruch nehmen.

Welche Institutionen sind am Projekt beteiligt?

Auf dieser Liste der Projektbeteiligten finden Sie alle Kitas und die Früherkennungsdienste, die beim Pilotprojekt mitmachen.

Die Stellen mit dem Auftrag der Früherziehung von Kindern mit Beeinträchtigungen (FED, APD, Blindenschule Zollikofen) begleiten und fördern entwicklungsauffällige Kinder und Kinder mit Behinderungen bis zur Einschulung oder bis ins Erwachsenenalter (APD). Und sie unterstützen betroffene Familien sowie das soziale Umfeld. Die Förderung findet in der Regel im Elternhaus statt. Die Früherziehungsdienste klären im Auftrag des Jugendamts der Stadt Bern ab, ob die individuellen Teilnahmevoraussetzungen für das oben beschriebene Pilotprojekt erfüllt sind und ob ein deutlich erhöhter Betreuungsaufwand besteht. Sie stellen dann eine Fachstellenbestätigung für das Jugendamt aus.

Adressen:

Für Kinder mit Hörbeeinträchtigung:
Pädagogisches Zentrum für Hören und Sprache HSM
Audiopädagogischer Dienst APD
Eva Graf
Klosterweg / Postfach 404
3053 Münchenbuchsee
Tel. +41 31 868 90 50
audiopaed.dienst@gef.be.ch

Für Kinder mit einer Sehbeeinträchtigung:
Heilpädagogische Früherziehung für blinde und sehbehinderte Kinder
Isabelle Bobst
Kirchlindachstrasse 49
3052 Zollikofen
Tel. +41 79 865 46 80
i.bobst@blindenschule.ch

Für alle anderen Kinder:
Früherziehungsdienst des Kantons Bern 
Zweigstelle Bern
Alfred Scherer
Neufeldstrasse 7
3012 Bern
Tel. +41 31 301 07 01
bern@fed-be.ch

Was bedeutet das für die Eltern?

  • Für die Teilnahme muss das Kind bei einem Früherziehungsdienst oder einer privaten Früherziehung angemeldet sein.
  • Wenn Sie schon eine Kita haben, die am Projekt teilnimmt, teilen Sie dies der Früherzieherin oder dem Früherzieher mit. Kita, Früherziehungsdienst und Eltern schliessen eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit ab.
  • Der Früherziehungsdienst prüft, ob ein zusätzlicher Betreuungsaufwand gerechtfertigt ist, und schreibt eine Fachstellenbestätigung.
  • Die Kita erstellt eine Platzbestätigung, um das Gesuch für einen Betreuungsgutschein einreichen zu können.
  • Das Gesuch reichen Sie zusammen mit der Fachstellenbestätigung beim Jugendamt ein.
  • Das Jugendamt prüft das Gesuch. Der Betreuungsgutschein wird wie üblich verfügt und an die Kita ausbezahlt. Der Zusatzfaktor wird per Brief an die Eltern, den Früherziehungsdienst und die Kita eröffnet und separat monatlich an die Kita ausbezahlt.

Falls Sie keinen Anspruch auf einen Betreuungsgutschein haben, können Sie sich über die Teilnahmemöglichkeiten beim Jugendamt informieren.

Bei Fragen wenden Sie sich an eine der oben aufgeführten Stellen oder an das Jugendamt.

Weitere Informationen.

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