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Brunn- und Herrengasse

Brunn- und Herrengasse beziehen das steil zur Aare abfallende Gelände der zähringischen Gründungsstadt ins städtische Siedlungsgebiet ein.

Brunngasse

Wahrscheinlich bereits um die Mitte des 13. Jahrhunderts entstand im Nordwesten der Zähringerstadt (Zähringerstadt) durch Aufschüttungen des steil zur Aare abfallenden Geländes die Brunngasse. Die Gasse erhielt ihren Namen von dem am östlichen Ausgang der Gasse gelegenen stettbrunnen.[1] Die beiden Häuserzeilen der Brunngasse verlaufen in weitem Bogen von der nördlichen Einmündung des Schaalgässleins in die Rathausgasse bis zu der gegen Ende des 13. Jahrhunderts erbauten steinernen Grabenbrücke der Dominikaner. Diese verband das nach 1269 westlich des ersten Mauerrings errichtete Dominikanerkloster (Dominikaner- und Inselkloster) mit der Zähringerstadt.[2]

Herrengasse

Zu einer weiteren Ausdehnung des nach 1191 ummauerten Stadtgebiets kam es, als das um 1255 in der Südwestecke der Zähringerstadt gegründete Franziskanerkloster (Franziskanerkloster) und das etwa zur gleichen Zeit am südlichen Ende des heutigen Münsterplatzes erbaute Deutschordenshaus durch die Errichtung der beiden Häuserzeilen an der Herrengasse architektonisch miteinander verbunden wurden (Erste Stadterweiterung nach 1255).[3] Bereits den Zeitgenossen schien das verstärkte Bevölkerungswachstum in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts aufgefallen zu sein. Schultheiss und Rat nutzten den stetigen Zustrom neuer Einwohner jedenfalls dazu, um die eigenen politischen Interessen gegen auswärtige Herrschaftsträger durchzusetzen. Als die Deutschherren von Köniz die Stadtkirche St. Vinzenz (Kirchgemeinde von St. Vinzenz) auf Druck von Schultheiss und Rat 1276 zu einer eigenständigen Pfarrkirche erhoben, wiesen sie in der zu diesem Zweck ausgestellten Urkunde ausdrücklich darauf hin, dass in der vorangegangenen Zeit eine deutliche Zunahme der Stadtbevölkerung stattgefunden habe.[4]

Roland Gerber, 13.11.2017



[1]    Zur Topografie der Brunngasse vgl. Kdm Bern II, S. 369-371.

[2]    Konrad Justinger bezeichnet die durch den Dominikanermönch Humbertus errichtete Steinbrücke als kunstvolles Bauwerk, das bis zur Aufschüttung des Stadtgrabens nach dem Stadtbrand von 1405 der schönste bu gewesen [sei], der in der stat waz; Gottlieb Studer (Hg.): Die Berner Chronik des Conrad Justinger, Bern 1871, Nr. 45, S. 28.

[3]    Zur Topografie der Herrengasse vgl. Kdm Bern II, S. 326-328.

[4]    Fetscherin, Rudolf, Die Gemeindeverhältnisse von Bern im 13. und 14. Jahrhundert (Abhandlungen des Historischen Vereins des Kantons Bern 2, Heft 1), Bern/Zürich 1851, S. 35.

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