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Floreninventar

Im Gemeindegebiet Bern gibt es viele wild wachsende Pflanzenarten. Jetzt wird diese Pflanzenwelt erfasst: Das Projekt «Floreninventar der Stadt Bern» (FLIB) startete im März 2013. Es wird wichtige Erkenntnisse für die Erhaltung der Biodiversität in Bern sowie Grundlagen für Bildung und Wissenschaft liefern. Stadtgrün Bern leitet das Projekt.

Am 1. März 2013 startete das Projekt «Floreninventar der Stadt Bern» (FLIB). Es hat eine flächendeckende Erfassung der wild wachsenden Pflanzenwelt Berns zum Ziel. Fast 100 ehrenamtliche Kartiererinnen und Kartierer mit guten botanischen Kenntnissen erfassen während dreier Jahre alle Pflanzenarten vor Ort.

Weshalb werden die Pflanzen erfasst?

Ein sogenanntes Floreninventar, in dem die gesamte Pflanzenwelt eines Gebietes festgehalten ist, liefert Kenntnisse über das Vorkommen gefährdeter Arten. Dieses Wissen dient der Erhaltung und Förderung der Artenvielfalt. Und zwar dann, wenn es in städtische Planungen oder die Umgebungsgestaltungen einbezogen werden kann. Zudem lassen sich Rückschlüsse auf die Bedeutung der städtischen Lebensräume für verschiedene Tierarten ziehen. Die erhobenen Daten sind ausserdem eine wichtige Grundlage für Bildung und Forschung.

Erste Saison lieferte erstaunliche Ergebnisse

In der ersten Saison im Jahr 2013 wurden von den Projektbeteiligten mehr als 17‘700 Fundmeldungen in die Datenbank eingetragen. Waren vor wenigen Jahren rund 800 Arten verzeichnet, wurden jetzt bereits mindestens 1‘335 Wildpflanzenarten auf Berner Gemeindegebiet entdeckt. Nicht nur die Vielfalt ist bemerkenswert: Über 200 dieser Arten sind gefährdet, 80 zählen gar zu den sogenannten National Prioritären Arten. Dabei handelt es sich um Pflanzen, für deren Überleben die Schweiz international verantwortlich ist. So ist beispielsweise das sehr seltene Entferntährige Rispengras im Bremgartenwald verbreiteter als bisher angenommen. Und die Wilde Tulpe, die laut Albrecht von Haller im 18. Jahrhundert im Altenberg verbreitet war, wurde an zwei Stellen in Bern erstmals wieder gefunden. Dabei sind interessanterweise städtische Quartiere artenreicher als rein landwirtschaftliche oder bewaldete Flächen.

Auch negative Entwicklungen lassen sich durch die Pflanzenkartierung aufzeigen. Der als invasiv bekannte Kirschlorbeer hat sich beispielsweise bereits in 60 Prozent der untersuchten Kilometerquadrate verbreitet. Und auch andere Zierpflanzen könnten künftig invasiv werden. Dies zeigt das Beispiel der aus Nordamerika stammenden Schneebeere, die mittlerweile sogar im Wald auftritt.

Das Projekt FLIB wird getragen von Stadtgrün Bern und der Bernischen Botanischen Gesellschaft in Partnerschaft mit dem nationalen Datenzentrum Info Flora. Die Parrotia Stiftung und die Stiftung zur Förderung der Pflanzenkenntnis unterstützen das Projekt finanziell. Die Fachstelle Natur und Ökologie von Stadtgrün Bern leitet das Projekt.

Das Floreninventar FLIB veranstaltete 2013 und 2014 je einen Fotowettbewerb.

Bild Legende:

Gewinnerbild 2013 «Pflanzen in der Stadt» von André Strauss

Bild Legende:

Gewinnerbild 2014 «Pflanzenbild» von Willy Müller

Weitere Informationen.

Kontakt

Stadtgrün Bern / Fachstelle Natur und Ökologie Telefon +41 31 321 75 28

Ihre Ansprechperson:

Sabine Tschäppeler
Leiterin Fachstelle Natur und Ökologie

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