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Wiederansiedlungen

Zur Flora von Bern gehören auch Pflanzenarten, die heute selten geworden oder bereits gefährdet sind. Ein Grund für ihr Verschwinden oder ihren Rückgang ist beispielsweise die Zerstörung oder Veränderung wichtiger Lebensräume. Stadtgrün Bern vermehrt gefährdete Arten gezielt und siedelt sie an geeigneten Standorten wieder an. Ausserdem setzen wir uns für den Schutz, die Förderung und Vernetzung vielfältiger Lebensräume ein.

Flussampfer (Rumex hydrolapathum) in der ARA Bern

Flussampfer in Holligen an der Huberstrasse

  
Die erste Pflanze, die Stadtgrün Bern offiziell wiederangesiedelt hat, war der «Schweizer Alant». Wir haben sie 2008 im Gäbelbachdelta gepflanzt. Die mehrjährige krautige Pflanze ist in Feuchtgebieten heimisch. Diese sind in der Schweiz jedoch seit dem 18. Jahrhundert stark zurückgegangen. Daher gilt die Pflanze heute als gefährdet. Der renommierte Botaniker Albrecht Haller hatte vor rund 300 Jahren noch verschiedene Standorte des Alants im engeren Berner Stadtgebiet festgestellt und aufgeschrieben: Eymatt, das Marzili («Inseli»), den Bodenacker und die Hunzigenau. Solche historischen Angaben liefern wichtige Grundlagen für heutige Artenschutzmassnahmen.

Stadtgrün Bern vermehrt heute mit Erfolg die unterschiedlichsten Pflanzenarten. Wir kultivieren Feuchtgebietspflanzen aus dem Gäbelbachdelta, gefährdete Pionierpflanzen und sehr seltene, historisch verbürgte Arten in der Elfenau. Jedes Jahr werden einige davon – so etwa der Grosse Merk, die Flussampfer oder der Strauss-Gilbweiderich  an geeigneten Stellen wieder angesiedelt. Dies können Ersatzflächen bei Bauprojekten, Ufer renaturierter Gewässer oder aufgewertete bestehende naturnahe Lebensräume sein.

Grosser Merk (Sium latifolium) in der ARA Bern

  
Der Weg zur Wiederansiedlung

Wenn seltene oder gefährdete Pflanzen in Bern an einzelnen Stellen in guter Population vorhanden sind, entnehmen die Mitarbeitenden von Stadtgrün Bern Pflanzenteile oder Saatgut und pflanzen dieses direkt an anderen geeigneten Stellen neu ein (zum Beispiel Wilder Reis, Flussampfer). Wenn nur wenige Pflanzen vorhanden sind oder es sich um Pionierpflanzen handelt, gewinnen wir von diesen Pflanzen das Saatgut, vermehren die Pflanzen in den Betrieben Elfenau und säen sie später gezielt aus (zum Beispiel Schmalblättriger Hohlzahn, Kriechendes Leinkraut, Färberresede). Kommen die Arten heute in Bern nicht mehr vor, sammeln wir mit der Bewilligung der jeweiligen kantonalen Abteilung für Naturförderung deren Samen. Anschliessend werden sie in der Elfenau vermehrt und wieder angesiedelt (zum Beispiel Grosser Merk). Die Wiederansiedlungen werden mit Koordinaten festgehalten und ihr Erfolg regelmässig kontrolliert. Ziel der Projekte ist, dass sich seltene Arten mit der Zeit selbstständig in neu geschaffenen naturnahen Flächen verbreiten können.

Weitere Informationen.

Kontakt

Stadtgrün Bern / Fachstelle Natur und Ökologie Telefon +41 31 321 75 28

Ihre Ansprechperson: 

Sabine Tschäppeler
Leiterin Fachstelle Natur und Ökologie

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