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Referat Franziska Teuscher anlässlich der Einladung zum Neupensioniertenanlass

16. Oktober 2018

Referat von Gemeinderätin Franziska Teuscher, Direktorin für Bildung, Soziales und Sport, anlässlich der Einladung zum Neupensioniertenanlass, 16. Oktober 2018©

Es gilt das gesprochene Wort

Liebe Anwesende

Ich freue mich sehr, Sie zum heutigen Neupensioniertenanlass begrüssen zu dürfen. Sie alle sind kürzlich pensioniert worden oder werden es demnächst. Die Pensionierung ist ein wichtiges Ereignis, das grosse Veränderungen mit sich bringt und sicher auch mit zwiespältigen Gefühlen verbunden ist. Gehöre ich nun zum «alten Eisen»? Ist meine Meinung, mein Wissen und Können nicht mehr gefragt? Solche und ähnliche Fragen können auftauchen. Doch: Alter ist relativ. Ein Kind, das die 1. Klasse besucht, findet ein anderes Kind, das schon in der 8. Klasse ist, auch irgendwie alt. Und es findet die eigenen Eltern bestimmt sehr alt und die Grosseltern ururalt. Dann wird dieses Kind irgendwann selber 20 Jahre alt und findet 30-Jährige immer noch einigermassen alt, aber nicht mehr so alt, wie 30-Jährige waren als es noch in der Primarschule war. Ebenso relativ ist das Alter oder das Altern, wenn wir an die Geschichte der Menschen denken. Der Homo sapiens ist, wie Fossilien belegen, seit 300'000 Jahren bekannt. Doch wann genau ist die Erde entstanden? Das wissen oder errechnen wir aufgrund geologischer Hinweise, Untersuchungen von Meteoriten, setzen physikalische und astronomische Daten ein, um da Altersangaben zu bekommen, die wir uns letztlich gar nicht vorstellen können.

In den Herbstferien war ich mit meiner Familie einige Tage am Wandern. Auch da ist mir bewusstgeworden, wie schöne Belege zum Thema Zeit uns Landschaften, die Alpenfaltung oder auch Pflanzen geben. So waren wir im Unterengadin und haben den Tamangur-Wald besucht, wo Arven stehen, die bis zu 800 Jahre alt sind. Wenn ich mir das vor Augen führe, wird mir bewusst, wie ultrakurz mein Leben im Vergleich ist. Dennoch ist ein Leben einer jeden Person, gerade mit so viel Erfahrung, wie es Pensionierte haben, ein kurzes, aber einmaliges Leben. Und von daher ist es schön, wenn wir jeden Lebensabschnitt bewusst wahrnehmen, auch wertschätzen und wie heute Abend feiern können. Mit dem Feiern am heutigen Abend verbunden ist ein herzliches Dankeschön an Sie alle, für alles, was Sie in den vergangenen Jahrzehnten im Beruf, in der Familie, in der Freiwilligenarbeit vielleicht und an der Gesellschaft geleistet haben.

Ob und wie positiv Sie den neuen Lebensabschnitt sehen, hängt im Wesentlichen davon ab, wie selbstbestimmt Sie Ihren Alltag gestalten können. Und da will ich nicht einfach ein rosarotes Bild an die Wand malen. Denn entlastet von beruflichen Verpflichtungen, kommen aber vielleicht die Angst vor Langeweile, vor dem Alleinsein, vor finanziellen oder gesundheitlichen Einschränkungen auf. Das Kompetenzzentrum Alter der Stadt Bern kann Ihnen sicher bei der einen oder anderen Frage Unterstützung bieten oder Tipps geben.

Wenn Sie selber nicht erwerbsstätig waren, ist es vielleicht weniger die eigene Pensionierung als diejenige des Partners, der Partnerin, welche die Veränderung in Ihr Leben bringt. Endlich liegen der Haushalt, soziale Verpflichtungen nicht mehr allein auf Ihren Schultern. Nun müssen aber auch eingespielte Arbeitsteilungen diskutiert, vielleicht liebgewonnene Momente des Für-sich-Alleinseins geteilt, das Zusammenleben neu ausgehandelt werden.

Wir sind Gewohnheitstiere und doch bin ich davon überzeugt, dass das Schöne an Veränderungen ist, dass sie Raum für Neues zulassen. Das können Kleinigkeiten sein. Zum Beispiel, dass Sie die Morgenstunden ganz neu geniessen. Vielleicht bleiben Sie noch etwas länger im Bett und lassen den Wecker Wecker sein. Oder Sie nehmen sich die Zeit, in der Zeitung mehr als nur die Schlagzeilen zu lesen. Vielleicht holen Sie sich zum Frühstück frisches Brot? Die Confi, die wir Ihnen zum Schluss mit auf den Heimweg geben, soll Ihnen ein solches Zmorge versüssen und symbolisch für die Süsse der Freiheit stehen. Sie wurde produziert und verpackt von Jugendlichen, die im Kompetenzzentrum Arbeit der Stadt ein sogenanntes Motivationssemester durchlaufen. Sie bereiten sich auf den Einstieg in eine Ausbildung oder Anstellung vor und stehen ganz am Anfang der Berufsphase. Die Confi steckt in einer Art Wundertüte und ich wünsche Ihnen, dass Ihre nachberufliche Phase oder die Pensionierung Ihres Partners, ihrer Partnerin sich ebenso als eine bunte Wundertüte entpuppt.

Auch die Stadt Bern steckt voller Überraschungen und Möglichkeiten, die Sie nun aus einem neuen Blickwinkel entdecken können. Seien es Gratissportangebote wie beispielsweise der Outdoor-Fitnesspark an der Aare, der BärnParcours oder andere Fitnessangebote des Sportamts. Vielleicht haben Sie Lust neue Bekanntschaften zu schliessen, zum Beispiel an einem der vielen Mittagstische, die unter anderem von Quartierinstitutionen oder Kirchgemeinden angeboten werden. Wenn Sie gerne Kultur geniessen, ist vielleicht die unkomplizierte Konzertreihe «Jeudredi» im Generationenhaus eine Möglichkeit für Sie, mit anderen Kulturinteressierten ins Gespräch zu kommen.

Ich erwähne diese Beispiele einerseits deshalb, weil sie zwei für ein gutes Alter wesentlich Aspekte bedienen: Im Kontakt mit anderen Menschen zu sein und sich körperlich fit zu halten. Ich möchte Sie ermuntern, solche Angebote zu nutzen. Probieren Sie alles aus, was Ihnen begegnet und Sie interessiert!

Andererseits habe ich die Beispiele auch deshalb ausgewählt, weil diese Angebote und Möglichkeiten günstig oder kostenlos sind. Für viele bringt die Pensionierung eine empfindliche Reduktion der finanziellen Möglichkeiten mit sich. Unter Umständen haben Sie Anspruch auf Ergänzungsleistungen zur AHV. Das städtische Alters- und Versicherungsamt informiert regelmässig an Infoveranstaltungen über die Anspruchskriterien, das nächste Mal gleich am nächsten Dienstag, am 23. Oktober, um 14h im Kirchgemeindehaus Markus. Die Informationen dazu finden Sie auf der Website der Stadt.

Nun wünsche ich Ihnen einen ganz guten Start in die neue Lebensphase, viele neue Ideen und den Mut und die Energie, diese umzusetzen. Im Moment wünsche ich uns allen viel Vergnügen mit dem Slam-Poeten und Sänger Peter Heiniger sowie beim anschliessenden Sofagespräch. Nun wünsche ich Ihnen einen ganz guten Start in die neue Lebensphase, viele neue Ideen und den Mut und die Energie, diese umzusetzen. Im Moment wünsche ich uns allen viel Vergnügen mit dem Slam-Poeten und Sänger Peter Heiniger sowie beim anschliessenden Sofagespräch. Leider musste sich die angekündigte Gesprächsteilnehmerin Elsbeth Wandeler aus gesundheitlichen Gründen entschuldigen. Stattdessen wird neben dem ehemaligen Münsterpfarrer Jürg Welter Elisabeth Schneller teilnehmen. Frau Schneller war ehemals in der Immobilienbranche tätig, Gerontologin und heute Künstlerin. Beide werden erzählen, wie sie die Pensionierung und das Pensionsalter erleben. Moderieren wird das Gespräch die selber pensionierte frühere Fernseh- und Radiomoderatorin Ursula Hürzeler.

Viel Vergnügen!

Referat von Gemeinderätin Franziska Teuscher, Direktorin für Bildung, Soziales und Sport, anlässlich der Einladung zum Neupensioniertenanlass, 16. Oktober 2018©
Titel
Einladung Neupensionierte, Referat Franziska Teuscher, 16.10.2018 (PDF, 23.5 KB)

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