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Referat Ursula Wyss anlässlich der Medienkonferenz «Legislaturrichtlinien 2017-2020»

28. Juni 2017

Referat von Ursula Wyss, Direktorin für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün, anlässlich der Medienkonferenz «Legislaturrichtlinien 2017-2020» vom Mittwoch, 28. Juni 2017©

Es gilt das gesprochene Wort

LEGISLATURZIELE 5 UND 10

Geschätzte Medienschaffende

Was macht attraktives Leben in der Stadt aus? Solche und ähnliche Fragen stellen sich im Zeitalter der Reurbanisierung für alle Städte rund um die Welt. Grundsätzlich ist es die Vielfalt, insbesondere die soziale Vielfalt. Monokultur gefällt nicht. Damit Vielfalt möglich ist, brauchen wir nebst einer aktiven Wohnbaupolitik einen attraktiven öffentlichen Raum für alle. Dabei stellen wir eine klare Entwicklung weg von der repräsentativen
Funktion von Plätzen und Parkanlagen fest, weg von Zeiten, als das Rasenbetreten noch verboten war, hin zu einer nutzerorientierten Gestaltung und schliesslich hin zum öffentlichen Raum, den sich die Leute selber aneignen. Diese Aneignung bedeutet nicht Laissez-faire, sondern verlangt von der Stadtverwaltung viele neue Kompetenzen. Planungen finden nicht mehr auf dem Reissbrett statt, sondern in der gegenseitigen
Auseinandersetzung mit einer Bevölkerung, die den öffentlichen Raum zunehmend als erweitertes Wohnzimmer nutzt. Zwischennutzungen sind dabei ein wichtiges Anliegen: mit ihnen können wir Erfahrungen sammeln. Künftig werden sich Partizipationsprozesse zunehmend weg vom Reden hin zum Ausprobieren entwickeln. Die alte Feuerwehrkaserne ist der Berner Leuchtturm dafür; die Zwischennutzung des ehemaligen
Entsorgungshofs Egelsee, in dem diese Woche ein Cafébetrieb eröffnet, ein weiteres Beispiel.

Der Gemeinderat begrüsst diese Entwicklung und will in der kommenden Legislatur noch mehr Raum für Begegnungen schaffen. Diese Begegnungsräume sollen dort entstehen, wo die Menschen gerne verweilen. Entsprechend wollen wir grosse Plätze wie den Bären- und Waisenhausplatz oder den Breitenrainplatz umgestalten. Zudem möchten wir in möglichst jedem Stadtteil unter engem Einbezug der Bevölkerung kleine Quartierplätze so herrichten, dass daraus neue attraktive Begegnungsräume entste-hen. Mit der Sanierung von weiteren 20 Spielplätzen und Bewegungsangeboten wie Pumptracks sorgen wir dafür, dass auch Kinder und Jugendliche sowie ihre Familien attraktive Treffpunkte im Quartier vorfinden. Damit Begegnungsräume in Bern für alle zugänglich sind, wollen wir beim hindernisfreien Bauen Vorbild sein.

Damit der öffentliche Raum wirklich zum erweiterten Wohnzimmer der Stadtbevölkerung werden kann, sind weitere Verkehrsberuhigungen wie grossflächige Begegnungszonen in den Quartieren notwendig. Überhaupt muss der Verkehr in Zukunft noch stadtverträglicher werden. Immer mehr Menschen bewegen sich in Bern. Deshalb hat sich der Gemeinderat auch eine nachhaltige Mobilität für alle als Legislaturziel gesetzt. Nur so können wir die hohe Lebensqualität erhalten. Konkret heisst das: Wir bleiben ÖV-Hauptstadt, indem wir etwa das Projekt Tram Bern-Ostermundigen baureif machen. Wir werden Velohauptstadt und fangen einen grossen Teil des erwarteten Mehrverkehrs durch das Velo auf. Dafür bauen wir unter anderem das Veloroutennetz mit drei neuen Velohauptrouten aus. Mit dem Ziel einer nachhaltigen Mobilität wollen wir den Verkehr auch für Fussgängerinnen und Fussgänger sicherer machen. Gerade sie profitieren davon, wenn wir mehr Platz für Begegnungen im öffentlichen Raum schaffen – womit sich der Kreis zum eingangs erwähnten Legislaturziel wieder schliesst.

Die Zukunft gehört den Städten mit attraktiven öffentlichen Räumen – und das werden die Fussgänger- und Velostädte sein.

Besten Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Referat von Ursula Wyss, Direktorin für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün, anlässlich der Medienkonferenz «Legislaturrichtlinien 2017-2020» vom Mittwoch, 28. Juni 2017©
Titel
«Legislaturziele 2017 bis 2020», Referat Ursula Wyss, 28.06.2017 (PDF, 115.6 KB)

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