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Referat Ursula Wyss anlässlich von Voix des Femmes „Einfluss nehmen und gestalten. Was engagierte Frauen antreibt“

2. Juni 2015

Referat von Ursula Wyss, Direktorin für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün anlässlich von Voix des Femmes „Einfluss nehmen und gestalten. Was engagierte Frauen antreibt“ vom 2. Juni 2015©

Es gilt das gesprochene Wort

„Die Gleichstellung der Frau, die zum Grundgerüst von Sozialismus und Kommunismus gehört, hat (…) zahlreiche Gesellschaften an den Rand des Zusammenbruchs geführt.“ Dieses Zitat aus dem Jahr 2006 von Eva Herman zeigt vor allem eines: Gleichstellung ist keine Selbstverständlichkeit. Gleichstellung ist ein Prozess, der immer wieder erkämpft und verteidigt werden muss.

Sehr geehrte Damen und Herren,
Sehr geehrte Organisatorinnen,
Dear Mrs. Irene Santiago

On behalf of the city of Bern government I would like to extend a warm welcome to all of you at this event. It is a great honour to have you, Mrs. Santiago, here with us in Bern; 10 years after you were nominated as one of the "1000 Women for Peace" for the Nobel Peace Prize. An initiative that began here in Bern, under the leadership of former national councillor Ruth-Gaby Vermot. 20 years after you organized, in your capacity as Secretary General, the NGO Forum for the 4th. UN World Conference on Women in Beijing.

Beijing steht für vieles in Sachen Gleichstellung von Frauen und Männern:

• für die Aktionsplattform und deren Ziele, die damals nahezu 200 Mi tgliedstaaten an der Weltfrauenkonferenz verabschiedet hatten. Die
Aktionsplattform beeinflusst bis heute die staatliche und nichtstaatliche Gleichstellungspolitik bis hin zur kommunalen Ebene.

• Beijing steht aber auch für ein beispielloses Zusammenspiel von Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen um gemeinsame Ziele und Lösungen.

• und es steht auch für 30‘000 Frauen, die damals an der Konferenz oder am parallel statt findenden NGO-Forum teilgenommen und sich eingebracht haben.

• Und Beijing steht für Tausende, die sich seither einsetzen für
- die Rechte von Frauen,
- Frieden und
- eine gerechtere Gesellschaft.

Eine kleine Auswahl dieser Frauen sitzt heute auf unserem Podium und wird Gelegenheit haben mit Frau Santiago ins Gespräch zu kommen. Es sind Frauen dreier Generationen, denen eines gemeinsam ist: sie engagieren sich in ihrem jeweiligen Einflussbereich für die Gleichstellung der Geschlechter – und somit für eine gerechtere Gesellschaft für alle.
Dabei haben wir ja schon vieles erreicht. Dies gilt vor allem für die rechtliche Gleichstellung. Im Fall der faktischen, der tatsächlichen Gleichstellung sind wir immer noch auf dem Weg. Auch 2015 gibt es immer noch eine Diskriminierung der Löhne von Frauen gegenüber denjenigen der Männer.

Wir müssen also auch künftig einstehen für Gleichstellung – damit wir auch Selbstverständlichkeiten wie die Lohngleichheit durchsetzen können. Darüber hinaus gilt es aber auch Rückschritten entgegenzutreten.
Dass die Anzahl gewählter weiblicher Parlamentsmitglieder in verschiedenen Kantonen und auch auf nationaler Ebene jüngst wieder rückläufig ist, muss uns zu denken geben. Es soll uns aber vor allem anspornen, die jüngeren Generationen für die Gleichstellung stärker zu sensibilisieren.

Wie wichtig diese Sensibilisierung ist, weiss ich aus eigener Erfahrung. 1991, zwanzig Jahre nach Einführung des Frauenstimmrechts in der Schweiz, war ich am Frauenstreiktag aktiv und gründete zusammen mit anderen jungen Mitstreiterinnen die JUSO-Frauen. Gerade 18-jährig geworden, schärfte der Frauenstreiktag mein Bewusstsein für Gleichstellungsfragen enorm.
Zwei Jahre später erlebten wir 1993 eine erneute eindrückliche Frauenmanifestation: Anlass war die Nichtwahl von Christiane Brunner in den Bundesrat.

Beide Momente haben das Bewusstsein geschärft, dass Emanzipation und Gleichstellung kein ein für alle Mal erreichter Zustand ist, sondern ein anhaltender Weg, auf dem wir uns immer noch mitten drin befinden. Gerade auch deshalb sind Veranstaltungen wie diese hier sehr wichtig.

Ich wünsche allen einen anregenden Abend und spannende Diskussionen.

Referat von Ursula Wyss, Direktorin für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün anlässlich von Voix des Femmes „Einfluss nehmen und gestalten. Was engagierte Frauen antreibt“ vom 2. Juni 2015©
Titel
«Voix des femmes», Referat Ursula Wyss, 02.06.2015 (PDF, 79.1 KB)

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