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Referat Ursula Wyss anlässlich der VCS Fachtagung «Das E-Bike boomt – sind wir darauf vorbereitet? Sicherheit – Koexistenz – Infrastruktur»

6. April 2016

Referat von Ursula Wyss, Direktorin für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün, anlässlich der VCS Fachtagung «Das E-Bike boomt – sind wir darauf vorbereitet? Sicherheit – Koexistenz – Infrastruktur»©

Es gilt das gesprochene Wort

Sehr geehrte Damen und Herren

Herzlich willkommen zum zweiten Teil der VCS Fachtagung zum Thema E-Bike. Ich freue mich sehr, dass Bern Tagungsort dieser Veranstaltung ist – denn ich bin überzeugt, dass unsere Stadt ideale Voraussetzungen bietet, um sich mit dem Velo fortzubewegen: Die Wege sind kurz; im innerstädtischen Verkehr ist das Velo oft das schnellste Verkehrsmittel; die Höhenunterschiede sind bewältigbar. Zudem begünstigen zahlreiche Tempo 30 Zonen in den Quartieren ein sicheres Vorankommen.

Mais cela ne suffit pas pour que la circulation des vélos et les transports publics compensent l'augmentation prévue du trafic dans notre ville. C’est pour cette raison que nous avons lancé l’Offensive Vélo. Avec un bouquet multicolore de différentes mesures, nous voulons doubler la part cycliste à l’horizon 2030, le faisant passer de 11 à 20%. Berne ne doit pas seulement être la capitale politique, mais devenir la capitale du vélo.

Au coeur de ce projet, le boom actuel des vélos à assistance électrique est évidemment entre nos mains. Car :

  • Le vélo à assistance électrique s’adresse activement à de nouveaux groupes d’utilisateurs - par exemple les séniors.
  • Les vélos à assistance électrique augmentent le confort par rapport à un vélo classique, ce qui convient tout à fait à la topographie de notre ville.
  • Avec un vélo à assistance électrique, on peut venir à bout de distances plus longues sans problème
  • Au lieu de transporter les enfants à la crèche en voiture, on peut les y emmener grâce aux vélos cargos à assistance électrique ou encore rapporter ses achats à la maison. Grâce à l’Académie de la mobilité, un passionnant projet-pilote a vu récemment le jour dans la ville de Berne. Carvelo2go est la première plateforme publique de location de vélos avec remorque de Suisse. Le concept se distingue par le fait que l’e-mobilité est encouragée aussi bien dans un contexte privé qu’entrepreneurial.

Das E-Bike hat also grosses Potential – die Herausforderung besteht für uns als Stadt nun darin, dieses Potential für die städtische Mobilität auch tatsächlich auszuschöpfen. Dabei geht es aber nicht darum, „normale“ Velos gegen E-Bikes auszuspielen. Vielmehr müssen wir E-Bikes in die Gesamtvelostrategie einbetten und diese konsequent bei der Infrastruktur-planung „mitdenken“.

„Mitgedacht“ haben wir das E-Bike nun auch bei der Velo-Offensive. Denn unser Ziel, den Veloanteil am Stadtverkehr zu verdoppeln, erreichen wir nur, wenn wir auch für die E-Bike Fahrerinnen und Fahrer die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen.

Eine sichere und attraktive Veloverkehrs-Infrastruktur ist die zwingende Voraussetzung dafür, dass mehr Bewohnerinnen und Bewohner aus der Region und der Stadt aufs Velo oder E-Bike umsteigen. Selbstverständlich sind hierfür auch entsprechende Inves-titionen nötig. Die Stadt Bern rechnet bis 2030 mit rund 70 Millionen Franken an velo-spezifischen Investitionen.

Folgende Infrastrukturprojekte der Stadt Bern bilden denn auch das Rückgrat der Velo-Offensive:

1. Wir bauen mit Hochdruck neue Velohauptrouten. Diese garantieren ein sicheres, schnelles und unterbruchfreies Vorankommen von den Aussen-Quartieren ins Zentrum. Das Ziel ist, dass Velofahrende mit durchschnittlich Tempo 20 km/h vom Stadtrand ins Zentrum gelangen. Die erste von elf Velohauptrouten wollen wir bereits im Sommer 2016 in Betrieb nehmen. Sie führt vom Wankdorf via Bollwerk bis zum Bahnhof Bern.
Parallel dazu nehmen wir als Stadt auch an einem Pilotprojekt des ASTRA teil. Dabei werden wir auf zwei längeren Abschnitten Fahrradstrassen durchs Quartier testen, auf denen Velos konsequent Vortritt haben und auf denen das kommunikative Neben-einanderfahren explizit erlaubt ist.

Mit der Fuss- und Veloverbindung Breitenrain-Länggasse über die Aare, wollen wir eine wichtige Lücke im regionalen und städtischen Velonetz schliessen.

2. Wer Velo fährt, will dieses auch an einem sicheren, möglichst überdachten und zentralen Ort abstellen können. Die Bereitstellung von genügend Veloabstellplätzen gehört denn auch zu einem Schwerpunkt unserer Velo-Offensive. Anfang März konnten wir die neue Velostation Schanzenpost im PostParc mit 1000 neuen Abstellplätzen in Betrieb nehmen. Diese Velostation ist speziell auch für E-Bikes, Lastenvelos und Veloanhänger konzipiert. Doch um die steigende Nachfrage zu befriedigen, werden wir – vor allem im Grossraum Bahnhof – noch weitere Veloparkplätze schaffen dürfen. Ich sage explizit „dürfen“, denn es ist uns eine Freude – und nicht auszumalen, wenn auch nur ein Teil der Pendler anstatt mit dem Velo oder dem öV stattdessen mit dem Auto unterwegs wären.

3. Doch was wir heute noch besitzen, sind wir morgen froh, wenn wir es nur noch brauchen können – und putzen, flicken, pumpen andere für uns übernehmen. Mit dem geplanten Veloverleihsystem der Stadt Bern sind 200 Verleihstationen mit 2400 Fahrrädern vorgesehen – die Hälfte davon E-Bikes. Ich bin zuversichtlich, dass wir dieses Veloverleihsystem trotz hängiger Beschwerde bald in Betrieb nehmen können. Das Geschäftsmodell sieht vor, dass der Aufbau und der Betrieb für die Stadt Bern kostenlos sind. Und schon jetzt melden sich umliegende Gemeinden, welche ebenfalls am System teilhaben wollen.

Denn eines ist zentral: Mit dem Boom von E-Bikes wird die Zusammenarbeit über die Stadtgrenzen hinaus immer wichtiger. Dasselbe gilt für ein qualitativ hochstehendes Velonetz zwischen Stadt und Agglomeration – und diese umfasst mittlerweile einen immer grösseren Radius. Hierfür bietet das Agglomerationsprogramm des Bundes die richtige Unterstützung, denn nur mit der Unterstützung von Bund und Kanton können grössere Projekte realisiert werden. Dass die Langsamverkehrsprojekte dazu ein grös-seres Gewicht erhalten sollen, ist nichts als richtig.

Einen weiteren Impuls für die überregionale Zusammenarbeit erhoffe ich mir durch die kürzlich zustande gekommene Velo-Initiative, welche die Förderung des Veloverkehrs in der Verfassung verankern und dadurch stärken möchte.

Für mich ist klar: Die Chancen, die das E-Bike mit sich bringt, müssen wir nutzen. Hierfür bildet eine sichere und bedarfsgerechte Infrastruktur sicherlich eine zentrale Voraussetzung. Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, dass wir uns den negativen und her-ausfordernden Aspekten dieser neuen Mobilitätsform annehmen. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit, die E-Bikes erreichen können, muss der Fokus zwingend auch auf die Sicherheit gelegt werden. Auf die Sicherheit der E-Bike Fahrenden einerseits und anderseits auch auf die Sicherheit der übrigen und schwächeren Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer.

Tagungen wie die heutige leisten dazu einen wichtigen Erkenntnisgewinn. Ich danke darum den Organisatorinnen und Organisatoren und dem VCS für ihr grosses Engagement für eine zukunftsorientiere Mobilität – wir Städte brauchen Ihre nationale Unterstützung.

Ich wünsche Ihnen einen spannenden und angeregten Nachmittag und freue mich nun auf die Ausführungen von Gianantonio Scaramuzza zum Thema Sicherheit des E-Bikes im Strassenverkehr.

 

Referat von Ursula Wyss, Direktorin für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün, anlässlich der VCS Fachtagung «Das E-Bike boomt – sind wir darauf vorbereitet? Sicherheit – Koexistenz – Infrastruktur»©
Titel
Tagung VCS EBike, Referat Ursula Wyss, 06.04.2016 (PDF, 150.9 KB)

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