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Editorial Ausgabe April 2018

6. April 2018
Bild Legende:

Liebe Eltern
Liebe Lehrerinnen und Lehrer
Liebe Schulinteressierte

Kürzlich kam ich an einer Veranstaltung mit einer älteren Frau ins Gespräch. Sie erzählte aus ihrem Leben und dabei fiel der Satz: «Ich hätte so gerne ein Instrument spielen gelernt, aber das konnten sich meine Eltern nicht leisten.»

Das war früher so und ist noch heute so, dass die Möglichkeit zu musizieren unter anderem abhängig vom verfügbaren Geld ist. Das ist schade, denn Musik spielt im Leben aller Menschen, ob aktiv oder passiv, eine wichtige Rolle. Die Forschung hat die vielfältigen Auswirkungen von Musik, vom Singen, Instrumente Spielen, gemeinsam Musizieren untersucht und hat einen breiten Katalog von erstaunlichen Wirkungen entdeckt und beschrieben. Gerade im Kindesalter kann Musizieren die körperliche und geistige Entwicklung positiv unterstützen und ungeahnte Talente und schlummerndes Potenzial wecken.

In Bern West ist das Jeki-Programm seit 2012 am Laufen. Ein Programm, das allen Kindern unabhängig ihrer sozialen Herkunft die Möglichkeit zum Singen und zum Erlernen eines Instruments gibt. Eine Evaluation der Uni Bern hat erstaunliche Effekte vorgefunden. Was mich über den offensichtlichen Erfolg des immensen Zuwachses an Sing- und Instrumentalklassen hinaus sehr freut, ist, dass die Studie aufzeigt, dass sich das Jeki-Programm auf die Kinder auch ausserschulisch auswirkt. Positiv auswirkt. Es konnte eine verstärkte Aktivität ihres Freizeitverhaltens nachgewiesen werden, indem sich die Jeki-Kinder vermehrt auch an Sportaktivitäten oder anderen Freizeitangeboten in den jeweiligen Quartieren beteiligten. Das ist genau das, was wir wollen. Dass Kinder sich in ihren Wohnquartieren verankern, vernetzen, aktiv sind und zugehörig fühlen. Das ist die beste Prävention, wenn es um Fragen der Integration und um die Kinder von armutsbetroffenen Familien geht.

Die ältere Dame, die ich eingangs erwähnt habe, hätte übrigens gerne Klavier oder noch lieber Harfe spielen gelernt... Letzteres sagte sie ganz verträumt. Ich wünsche mir für viele Kinder, dass Träume keine Träume bleiben, sondern diese Wirklichkeit werden. Ganz egal, ob die Kinder gerne musizieren, malen, Sport treiben, Theater spielen oder sich sonst wie im Quartier verwurzeln wollen.

Ihre
Franziska Teuscher
Direktorin

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