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Gemeinsam für bessere Bildungschancen

25. Oktober 2018

BILDUNGSLANDSCHAFT FUTURINA IN BERN-WEST - Wenn im Quartier alle am gleichen Strick ziehen, können Kinder und Jugendliche ihr Potential besser entfalten. Mit dem Projekt «futurina» fördert die Stadt Bern in den Quartieren Untermatt, Stöckacker und Schwabgut die lokale Zusammenarbeit, um die Chancengerechtigkeit zu verbessern.

Abbildung des Plakats für futurina. Darauf zu sehen sind spielende und Sport treibende Kinder als Cartoon gezeichnet
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Kinder lernen in der Schule, zuhause, im Quartier. Kinder lernen überall. Allerdings müssen Kinder, aber auch deren Eltern, Zugang zu diesen unterschiedlichsten «Lernorten» haben. Besonders fremdsprachige oder neuzugezogene Eltern müssen wissen, wo die Bibliothek ist und dass die Ausleihe gratis ist. Sie müssen darüber informiert sein, wo es Sportangebote gibt und wie man sich anmeldet. Um die Vernetzung unter all diesen «Lernorten» in den Quartieren zu stärken, wurde die Vereinigung Berner Gemeinwesenarbeit (VBG) im 2015 von der Stadt Bern beauftragt, in einer vierjährigen Aufbauphase die erste Bildungslandschaft (siehe Box) der Stadt Bern, «futurina», einzuführen und die erarbeiteten Massnahmen anschliessend in einen Regelbetrieb zu überführen. «futurina» ist eines von 22 Projekten des nationalen Programms «Bildungslandschaften Schweiz» der Jacobs Foundation.

Der offizielle Startschuss für «futurina» erfolgte 2016 mit einem öffentlichen Forum, an dem rund fünfzig Personen in der Aula Schwabgut teilnahmen. In der Folge bildeten sich entlang von sechs Schwerpunktthemen Projektgruppen, welche sich an die Bearbeitung der Themen machten. Dank Ideenworkshops und Bedürfnisabklärungen bei Familien wurden Lücken aufgespürt und gemeinsam mit Eltern Massnahmen und Lösungsansätze entwickelt. Dies immer mit dem Ziel, den Zugang für Kinder und Jugendliche zu den verschiedenen Lernorten im Quartier zu verbessern.

Foto des Elterncafés
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Drehscheibe Elterncafé

Das Elterncafé ist das erste Angebot, welches im Rahmen von «futurina» im Herbst 2016 umgesetzt wurde. Innert Kürze ist das Elterncafé zu einem beliebten Treffpunkt für Eltern, Lehrpersonen und Quartierorganisationen geworden. In den eineinhalb Jahren konnte das Vertrauen der Eltern in die Schule durch den informellen Kontakt zu Lehrpersonen dank dem Elterncafé wesentlich gestärkt werden. Das Angebot «Tandem Bern West» startete 2017 ebenfalls erfolgreich und konnte bereits vierzig deutsch- und fremdsprachige Quartierbewohnende zu Tandempaaren zusammenführen. Weiter boten Mütter aus dem Quartier in den Sportferien Kreativkurse in der Schule an und organisierten einen arabisch-albanischen Koch- und Sprachaustauschabend.

Um die Väter aktiv in die Bildungslandschaft einzubeziehen, wurde eine Veranstaltung von Vätern für Väter zum Schulübertritt organisiert. Für solche Elternbildungsveranstaltungen hat eine «futurina»-Projektgruppe spezifisches Moderationsmaterial für fremdsprachige Eltern zu schulischen Themen erstellt.

Alle Vereins- und Freizeitangebote online abrufbar

Im Vergleich zu anderen Stadtteilen weist Bern-West eine ausserordentlich hohe Dichte an Vereins- und Freizeitangeboten auf. Viele Familien kennen die meisten Angebote aber kaum. Diese geringe Bekanntheit der Angebote gab den Anstoss, die Online-Angebotsübersicht www.futurina.ch ins Leben zu rufen, welche mittels Stichwortsuche und einer Kartenübersicht die Suche nach einem geeigneten Angebot für Kinder und Jugendliche erleichtert. Damit die vielen attraktiven Angebote und Lernorte in Bern-West für Familien erlebbar werden, steht ab Frühling 2019 ein «Quartierentdeckungsspiel» im Angebot.

Der Boden für bessere Teilhabemöglichkeiten für Kinder und Jugendliche ist mit «futurina» gut vorbereitet. Die Arbeit ist aber noch nicht zu Ende. Deshalb sind wir sehr froh darüber, dass die Stadt auch weiterhin die Bildungslandschaft «futurina» finanziert, damit sie weiter gedeihen und wachsen kann.

Text: Stephanie Schär, Projektleiterin «futurina» und VBG-Quartierarbeiterin Bern-West

Mehr Informationen zu futurina und zu den einzelnen Projektgruppen finden Sie unter: www.futurina.ch.

Was ist eine Bildungslandschaft?

«Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen», lautet ein bekanntes Sprichwort. Diese Idee vertritt der Ansatz Bildungslandschaft: Alle Akteure und Lernfelder, die zur Bildung eines Kindes beitragen, sollen vernetzt werden. Insbesondere gilt es, neben der formalen Schulbildung auch die non-formale Bildung (Sportvereine, Musikschule, Mittagstisch, Bibliothek usw.) und die informelle Bildung in Alltag und Familie mit einzubeziehen. Eine Bildungslandschaft soll ein gemeinsames konkretes Ziel verfolgen. In Bern-West ist dieses Ziel die Förderung von Kindern im Alter von 4 bis 12 Jahren.

Nachdem das Konzept Bildungslandschaft in Deutschland erfolgreich war, unterstützt die Jacobs Foundation mit dem Programm «Bildungslandschaften Schweiz» den Aufbau von lokalen Bildungslandschaften auch hierzulande. Die Bildungslandschaft futurina entstand mit finanzieller Beteiligung der Jacobs Fondation und der Stadt Bern.
Mehr Informationen zum nationalen Programm «Bildungslandschaften Schweiz»: www.bildungslandschaften.ch

Weitere Informationen.

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