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KiPa-Co-Präsidentin: «Mobbing ist ein absolutes No-Go»

25. Oktober 2018

POSTULAT DES KINDERPARLAMENTS DER STADT BERN - An der 45. Session des Kinderparlaments (KiPa) der Stadt Bern haben die Kinder ein Postulat an den Gemeinderat überwiesen. Das KiPa wünscht, dass «Eine obligatorische Infoveranstaltung gegen Mobbing für alle Schülerinnen und Schüler der Stadt Bern» angeboten wird. Wie es dazu kam, erzählt Lynn Balmer, KiPa-Co-Präsidentin, im Gespräch.

Foto aus dem Rathaus. Darauf zu sehen sind die Teilnehmenden des KiPa in den Sitzbankreihen, auf denen auch die erwachsenen Mitglieder des Gross- und Stadtrats tagen
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Beim Festlegen des Hauptthemas für die 45. Session von Ende Mai hatte sich die 8. Klässlerin Lynn Balmer zusammen mit anderen Kindern des KiPa-Ratsbüros für das Thema Mobbing stark gemacht. «Ich beschäftige mich schon recht lange mit dem Thema», sagt die 13-Jährige. Zum einen kennt sie Kinder aus ihrem Umfeld, die gemobbt worden sind. Und zum andern war sie letztes Jahr an der Nationalen Kinderkonferenz im Kinderdorf Pestalozzi dabei, wo Mobbing ebenfalls ein Tagungsthema war. Für Lynn Balmer ist klar: «Mobbing ist ein absolutes No-Go.» Denn Kinder, die gemobbt werden, fühlen sich «elend und machtlos», weiss sie. Und fast schlimmer noch: «Oft schämen sich die Kinder, dass sie ein Mobbingopfer sind.» Sie denken, dass etwas an ihnen «falsch ist, dass sie selber schuld sind, dass andere Kinder so hässlich und gemein zu ihnen sind». Daher ist für Lynn klar, dass sich ein Mobbingopfer selten selber Hilfe holen oder sich selber wehren kann. Für sie ist klar, dass das Umfeld, d.h. wer auch immer das Mobben bemerkt, in der Pflicht steht, zu reagieren. Sei es, dass einige Kinder sich zusammenschliessen und mit dem Mobbingopfer sprechen und Hilfe anbieten, sei es, dass eine Gruppe von Kindern, die mobbenden Täter, Täterinnen zur Rede stellen und ihnen deutlich sagen, dass das erniedrigende Verhalten aufhören muss. Für Lynn ist überdies klar, dass Erwachsene miteinbezogen werden müssen – Lehrpersonen, Schulsozialarbeiterinnen, Schulsozialarbeiter, Eltern, Sporttrainer, -trainerinnen etc. Denn sie hat beobachtet, dass Kinder, die mobben, auf jeden Fall zusätzlich von Erwachsenen hören müssen, dass das Verhalten «mehrere gegen einen/eine» nicht toleriert wird und dass das Mobben aufhören muss. Und zwar sofort.

Doch was ist zu tun, wenn die Erwachsenen nicht reagieren? Wenn Lehrpersonen eine Mobbingsituation beispielsweise als einfachen Streit untern Kindern herunterspielen. Lynn sagt, dass es in einem solchen Fall sehr hilfreich sei, dass die Schülerinnen und Schüler auch von sich aus mit der Schulsozialarbeit Kontakt aufnehmen können – auch schriftlich und anonym.

Szenen aus dem Workshop "Mobbing" im Kinderparlament der Stadt Bern
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Szenen aus dem Workshop Mobbing im Kinderparlament der Stadt Bern (Bilder: KiPa)

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