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Stopp Mobbing in der Schule – was Schulen tun können

25. Oktober 2018

BERATUNG UND HILFE BEI MOBBING - Das Kinderparlament der Stadt Bern fordert den Gemeinderat per Postulat auf, obligatorische Informationsveranstaltungen zum Thema Mobbing für alle Schülerinnen und Schüler anzubieten. Für die Leiterin der Schulsozialarbeit der Stadt Bern, Sandra Geissler, hat das KiPa ein wichtiges Thema aufgegriffen: «Jede Schule kennt das Phänomen Mobbing.»

Porträtfoto von Sandra Geissler, der Leiterin der Schulsozialarbeit der Stadt Bern
Bild Legende:
Sandra Geissler (Bild: zvg)

Sandra Geissler, Leiterin Schulsozialarbeit in der Stadt Bern, wie definieren Sie Mobbing?

Beim Thema Mobbing muss zwischen einem «normalen» Konflikt unter Kindern und den über längere Zeit anhaltenden, erniedrigenden und verletzenden Angriffen einer Gruppe, die sich immer gegen das gleiche Kind richten, unterschieden werden. Ersteres ist «normal und darf sein» und Zweiteres muss gestoppt werden.

Was ist das Schlimme an Mobbing?

Beim Mobbing wird ein einzelnes Kind «entmenschlicht». Was ich damit meine, ist, dass die Täter beim Mobben ein Kind auf eine Art und Weise behandeln und abwerten, wie sie es mit keinem andern Kind tun würden. Bei diesem einen Opfer ist das aber in der Gruppe «erlaubt», weil dieses eine Kind aus Sicht der Gruppe «nichts wert» ist.

Wieso wird gemobbt?

Beim Aufwachsen stehen über längere Zeit die immer gleichen Fragen für Kinder und Jugendliche im Vordergrund: Wer bin ich? Was zeichnet mich aus? Welchen Platz habe ich in der Gruppe? Bin ich beliebt? Kann ich mich behaupten? etc. Unsicherheit in diesen Fragen können Kinder dazu bringen, andere zu mobben.

Ist Mobbing ein neues Thema oder gab es das schon immer?

Mobbing gab es wohl schon immer. Die Terminologie und das Wissen über die Ursachen, die Wirkung und Lösungsmodelle sind (eher) neu. Trotz besserer Kenntnisse bezüglich Mobbing: Mobbing ist sehr verbreitet und findet häufig in Schulen statt.

So haben die KiPa-Kinder also mit ihrem Postulat ein wichtiges Thema angestossen?

Ja, auf jeden Fall. Nicht nur wegen der Mobbingopfer, sondern auch deshalb, weil Eltern oder Lehrpersonen, die Mobbing beobachten, sich ebenfalls hilflos fühlen können. Eltern fühlen sich schlecht oder haben Schuldgefühle, weil ihr Kind gemobbt wird oder mobbt bzw. Lehrpersonen leiden darunter, dass Schülerinnen und Schüler in der Klasse gemobbt werden und es nicht gelingt, das zu stoppen. Mobbing würde ich als Phänomen bezeichnen, das oft Gefühle der Ohnmacht auslöst. Mobbing muss im Verbund mit Schulleitungen, Lehrpersonen, Eltern, Fachpersonen sowie Schüler und Schülerinnen angegangen werden.

Können Sie einen rudimentären Lösungsansatz gegen Mobbing skizzieren?

Ja, es hat sehr viel mit einer klaren Haltung zu tun. Wenn eine Schule oder eine Lehrperson unmissverständlich klarmachen kann, dass «in unserer Schule, unserer Klasse» Mobbing keinen Platz hat, dann ist schon viel gewonnen. Wenn Mobbing trotzdem auftritt, wird sofort Stopp gesagt und dem oder den Mobbenden die Konsequenzen bei Nichteinhalten aufgezeigt. Zudem werden die Kinder und die Eltern ermutigt, sich bei der Schule zu melden, wenn ihnen ein Mobbing auffällt.

Wer könnte solche Veranstaltungen, wie das KiPa es sich wünscht, durchführen?

Da gibt es verschiedene Möglichkeiten: stadtintern könnte sicher die Schulsozialarbeit Angebote machen oder die Fachstelle für schulische Gesundheitsförderung und Prävention des Gesundheitsdienstes oder aber die Stiftung Berner Gesundheit.

Interview: Katharina Rederer

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