Navigieren auf Stadtgalerie

Benutzerspezifische Werkzeuge

Sprachwechsler

Deutsch

Content navigation

Aktuelle Ausstellung

16.8. – 12.10.19
Maximiliane Baumgartner
Viele Vampire sind Vögel

Dem Esel wird ein Diplom überreicht, weil er das Lesen gelernt hat. Das Motiv des Ausstellungsplakats zeigt die Künstlerin Maximiliane Baumgartner im Wald stehend in der Rolle des Esels, der die Prüfungskommission von seiner Lesefähigkeit überzeugt hat, nur weil er konditioniert im richtigen Moment «iah» sagen kann. Die Szene entstammt einem Schwank aus Till Eulenspiegel. Es ist eine frühe Satire über die Leerläufe eines rationalisierten Bildungssystems. Das Spiel mit verschiedenen Rollen zieht sich durch Baumgartners Malerei und performative wie pädagogische Praxis; ist Aneignung männlicher Rollenbilder und Verunsicherung tradierter Verhaltensweisen innerhalb öffentlicher Räume.

Baumgartners Malereien sind keine abgeschlossenen Einheiten. Es sind szenische Elemente, die sich zu temporären Installationen formieren und Teil von Aktionsräumen werden. Sie sind Mittel, um verschiedene Räume, Rollen und Perspektiven zu verbinden und zu integrieren. Die Künstlerin versteht Malerei als soziales Handlungsfeld, das eng mit ihrer pädagogischen Praxis im Austausch steht. In unterschiedlichen Aktionen und in Komplizenschaft mit Kindern und Jugendlichen reagiert sie mit performativen und inszenatorischen Mitteln auf bestehende soziale und institutionelle Gefüge im städtischen Umfeld. Es geht ihr um erlebbare Perspektivenänderungen auf diese Räume und deren Einschränkungen. Seit 2015 initiiert und programmiert sie (für Kultur & Spielraum e.V.) in München das Kunstprojekt und mobiler Aktionsraum «Der Fahrende Raum» in wechselnden Kollaborationen mit anderen Künstler*innen und Pädagog*innen.

In der Ausstellung Viele Vampire sind Vögel verdichtet sich Baumgartners Arbeit mit pädagogischen Spielsettings. Bemalte Paneele an der Fassade der Stadtgalerie erweitern die Ausstellung nach aussen hin, markieren die verschiedenen institutionellen Räume – das ehemalige Progymnasium, die gegenüberliegende Polizei, Spielplatz, privates Heim – und behaupten die Malerei als einen alltäglichen Handlungsraum. Dazwischen Doris Stauffer als Hexe. Die Künstlerin und Lehrende leitete den «Hexenkurs» für Frauen an der F + F Schule für experimentelle Gestaltung. Emanzipatorische Möglichkeiten kritischer und feministischer Pädagogik sind auch bei Baumgartner zentrale Fragestellungen der künstlerischen Praxis. Gusto Gräser, Wanderpoet, Reformer und Mitbegründer des Monte Verità ist eine andere Bezugsfigur, die in den Malereien erscheint, und in deren Rolle die Künstlerin tritt.

Für die Ausstellung entsteht ein Spielwagen, der Skulptur und gleichzeitig erweitertes künstlerisches Handlungsfeld ist: Auf dem Spielplatz Längmuur und dem Spielplatz am Schützenweg– Erben der Freien Pädagogik in Bern – werden damit Aktionen mit Kindern stattfinden.

 

 

 

 

Weitere Informationen.

Veranstaltungen

Donnerstag, 15. August / 18 Uhr
Eröffnung

Mittwoch, 4. September / 18 Uhr
Öffentliche Führung mit Luca Beeler und Anna Marcus

Mi, 11. und Do, 12. September / 15  18 Uhr
Zeitungsaktion für Kinder

Spielplatz Längmuur
Langmauerweg 20a, 3011 Bern

Fr, 13. und Sa, 14. September / 15  18 Uhr
Zeitungsaktion für Kinder
Spielplatz am Schützenweg
Allmendstrasse 21, 3014 Bern

Samstag, 14. September / 16 Uhr
Vorstellung von Laura Ziegler und Stephan Janitzky
Spielplatz am Schützenweg
Für Kinder und Erwachsene

Mittwoch, 18. September / 18 Uhr
Öffentliche Führung mit Übersetzung in Gebärdensprache

 

Fusszeile