Kontext
Eine funktionierende Nachbarschaft trägt zum Wohlbefinden bei und steigert die Lebensqualität. Grund genug, den Tag der Nachbarschaft jährlich zu pflegen.
In ganz Europa gefeiert
Der Tag der Nachbarschaft wird in vielen anderen Schweizer Städten und international gefeiert. Die Stadt Bern und die Vereinigung Berner Gemeinwesenarbeit initiierten den Berner Tag der Nachbarschaft im Jahr 2017. Sie folgten damit dem Beispiel von Zürich. Der erste Tag der Nachbarschaft wurde 1999 in Paris begangen.
In Bern hat sich der Tag der Nachbarschaft jeweils am letzten Freitag im Mai etabliert. Viele Menschen und Organisationen stellen an diesem Datum etwas auf die Beine, sei es ein kleines Strassenfest, einen Apéro auf der Terrasse oder ein gemütliches Essen im Garten. Die Stadt Bern bewirbt den Tag und leistet materielle Unterstützung in Form von Flyern, Plakaten und Karten. Zudem erlässt sie die Bewilligungsgebühren für Anlässe auf öffentlichem Grund.
Diverse Partner*innen beteiligen sich aktiv oder finanziell am Tag der Nachbarschaft: die VBG, Nachbarschaft Bern, Kornhausbibliotheken, BernMobil und Burgergemeinde
Innerhalb der Stadt ist die Alter Stadt Bern für die Kampagnenleitung zuständig.
Zahlen & Fakten rund um die Nachbarschaft
Das Thema «Nachbarschaft» ist bisher eher wenig erforscht in der Schweiz. Eine Ausnahme bildet die grosse Schweizer Nachbarschaftsstudie des Gottlieb Duttweiler Instituts von 2022, «Hallo Nachbar:in».
Intakte Nachbarschaftsbeziehungen
Die Nachbarschaftsstudie «Hallo Nachbar*in» des Gottlieb Duttweiler Instituts zeigt auf, dass die Nachbarschaft in der Schweiz bemerkenswert gut funktioniert. Zwar ist das Verhältnis zwischen Nachbar*innen mehrheitlich von Distanz geprägt, gleichzeitig herrscht ein grundlegendes Vertrauen ineinander. Wenn Unterstützung benötigt wird, bekommt man sie. Die Studie hat aufgrund von Interviews vier «Nachbarschaftstypen» herausgearbeitet:
- die Distanzierten (47% der Bevölkerung): möchten weder gestört werden noch zur Last fallen; im Notfall dennoch zur Stelle
- die Inspirationssuchenden (30%): schätzen Toleranz und anregende Begegnungen, z.B. in Form von kollektiven Aktionen
- die Beziehungspfleger*innen (14%): wünschen sich enge Kontakte, Zusammenhalt, gemeinschaftliche Aktivitäten und Unterstützung im Alltag
- die Werteorientierten (9%): suchen respektvolle Distanz und rücksichtsvollen Umgang mit Menschen, die ihre Werte teilen.
Nachbarschaftshilfe als informelle Freiwilligen-Arbeit
Unterstützung und Hilfe in der Nachbarschaft gehört zur sogenannten «informellen Freiwilligenarbeit». Der Freiwilligen Monitor Schweiz liefert hierzu einige interessante Erkenntnisse.
Gemäss dem von der der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG) initiierten Freiwilligen-Monitor leistet über die Hälfte der Bevölkerung Nachbarschaftshilfe, indem sie mit Kleinigkeiten aushilft oder während der Abwesenheit von Nachbar*innen die Pflanzen giesst, Tiere füttert oder den Briefkasten leert. 40 Prozent der informell Freiwilligen sind in irgendeiner Form in der Nachbarschaft oder im Quartier tätig.
