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Arbeitseinsatz in Gastkitas – Lust oder Last?

Punktuelle Personalengpässe wurden vermehrt mit Einsätzen von Springer*innen aus anderen Kitas ausgeglichen. Diese fordern von allen Beteiligten viel Flexibilität und Anpassung, können aber durchaus auch Chancen bieten. Roberta, Fachperson aus der Kita Weissenstein, und Noélie, Fachperson und Kita-Assistentin im Kita-Büro, teilen ihre Erfahrungen mit uns.

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Roberta, Fachperson Kita Weissenstein
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Noélie, Fachperson und Kita-Assistentin im Kita-Büro

Was gefällt dir besonders gut an deiner aktuellen Anstellung?

Noélie: «Der direkte Kontakt mit den Kund*innen und der sinnstiftende Gedanke, die Familie bei der Vereinbarung von Beruf und Familienleben zu unterstützen.»

Roberta: «Das Team, unser Zusammenhalt, die Expertise, die bei uns vorhanden ist und den Kindern zugutekommt.»

Erinnerst du dich an deinen ersten Springer*innen-Einsatz? Wie ist er verlaufen?

Noélie: «Der erste Einsatz war eher ein bisschen chaotisch. Man kennt weder die Kita, die Abläufe, noch die Kinder oder Eltern. Man muss für alles fragen. Lässt man sich aber darauf ein, kann dies auch sehr schöne Aspekte haben. Plötzlich ist die Lernende aus dem 1. Lehrjahr die Person mit dem Wissen 'was wie gemacht wird' und kann dies weitergeben. Dieser Rollentausch kann für beide Seiten spannend und bereichernd werden.»

Wovor hattest du Respekt bei deinen Einsätzen in den Gastkitas?

Noélie: «Ein sehr grosser Unterschied, der aber oft vernachlässigt wird, ist sicherlich der superstrukturierte Alltag in den Kitas. Dazu zählen fixe Arbeitszeiten und fixe Pausenzeiten. Die Arbeit ist zudem körperlich sowie psychisch sehr anstrengend – man ist definitiv viel müder nach einem Kita-Tag als nach einem Büro-Tag.»

Roberta: «Gefehlt hat mir während dem Einsatz die Elternarbeit. Wenn man nur vorübergehend in einer Kita ist, kennt man die Kinder und Eltern weniger, diese persönlichen Kontakte bereichern jedoch den Alltag sehr.»

Wie wurdest du von den Kindern und Eltern aufgenommen?

Noélie: «Sehr viele Kinder haben mir eine erfreulich grosse Portion Neugierde entgegengebracht. Diese kam auch von Kindern, von denen man erwartet hätte, dass sie eher schüchtern sind. Kinder, die sonst sehr fest auf eine Betreuerin fixiert sind, konnten sich manchmal gut auf mich einlassen, was vielleicht auch einen nachhaltigen Aha-Effekt erzeugt hat.»

Roberta: «Den Kindern hat man die vielen Wechsel in der Betreuung gut angemerkt. Aber nicht zwingend im Negativen. Die Kinder waren meistens sehr offen und gingen aktiv auf mich zu. Bei den Eltern stellte ich fest, dass sie schnell Vertrauen gefasst haben in mich, mir ihre Kinder und Informationen dazu anvertraut haben. Trotzdem blieb eine Zurückhaltung und die Fragen: Wie lange wird sie bleiben, wie fest binden wir sei ein? Merken wir uns diese Person und den Namen überhaupt? Das war ab und zu spannend zu beobachten, in der Regel sind ja die Beziehungen zwischen Eltern und Betreuenden nahe und Eltern geben manchmal viel von sich preis.»

Was hat zum Erfolg deiner Einsätze beigetragen?

Roberta: «Grundsätzlich kann man einem roten Faden durch fast alle Kitas folgen. Die Rituale sind unterschiedlich ausgestaltet, aber trotzdem bestehen die Kita-Tage aus sehr vielen sich ähnelnden Elementen. Mit Offenheit als Grundstein, gutem Beobachten und Kopieren kommt man relativ schnell im neuen Alltag an.»

Wovon hast du bei deinen Einsätzen profitiert?

Noélie: «Offenheit für die Unterschiedlichkeit der verschiedenen Kitas und ihre unterschiedlichen Schwerpunkte und Kulturen. Das war lehrreich.»

Roberta: «Ich habe die Einblicke in andere Kitas von Kitas Stadt Bern geschätzt, zu sehen wo wir gleich arbeiten und wo Unterschiede bestehen. Man kann sich seinen eigenen Rucksack an Erfahrungen packen, selber entscheiden, welche Aspekte der Arbeit übernommen werden, wo man eigene Strukturen und Abläufe optimieren könnte.»

Was hat dir Befriedigung geschenkt?

Noélie: «Die Dankbarkeit der Betreuenden über zwei zusätzliche Hände. Dass dies so geschätzt wurde, ist sehr belohnend.»

Roberta: «Kontakte knüpfen mit Mitarbeitenden von anderen Kitas war spannend. Aber am schönsten war dann auch wieder das Heim-Kommen in die Stamm-Kita, man lernt auch wieder schätzen, was man hat.»

Welche Ratschläge würdest du jemandem für solche Springer*innen-Einsätze mit auf den Weg geben?

Noélie: «Offen sein, und den Einsatz als Chance wahrnehmen, um den Horizont zu erweitern.»

Roberta: «Offen sein, Situationen auf sich zukommen lassen und annehmen, und vor allem: ein gutes Immunsystem, das ist ein grosser Vorteil bei Einsätzen aufgrund von Krankheitsausfällen.»

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